Mindnapping (16) – Vier Köpfe

Titel: Mindnapping (16) – Vier Köpfe / Verlag. Audionarchie / Spielzeit: / Sprecher: Philipp Draeger,  Luise Lunow, Uve Teschner, Thomas Petruo ua

mindnapping16Inhalt: Der zwölfjährige Timothy und seine Mutter Alice sind unterwegs zu einer einsamen Villa bei Mount Rushmore, wo die Köpfe der amerikanischen Präsidenten aus dem Fels gehauen wurden. Alice soll dort als Pflegerin für die alte Miss Clawfield arbeiten. Was nach einem einfachen Job klingt, wird für Timothy und Alice schon bald zum Horrortrip. Unheimliche Dinge geschehen in dem alten Herrenhaus, Dinge verschwinden, jemand schleicht nachts herum und das, obwohl die alte Dame das Bett doch angeblich nicht verlassen kann. Am Ende einer furchtbaren Nacht, in der auch Menschen sterben, weiß Timothy nicht mehr, wem er noch glauben kann. Vielleicht nicht einmal sich selbst.


Mit dieser Folge hat mich die Reihe kalt erwischt. Ich habe sie mehrfach begonnen, konnte mich aber lange nicht mit einer wesentlichen Gegebenheit arrangieren. Die Hauptperson hier ist der zwölfjährige Timothy, also ein Kind. Und als Erzähler ist er gewissermaßen auch noch zu hören. Das erwarte ich von einem Thriller einfach nicht. Obendrein kam er mir auch noch ganz schön naseweis und altklug vor. Sowas mag ich nicht.
Nach mindestens fünf Anläufen hatte ich mich dann soweit damit abgefunden, dass ich das Augenmerk auf den Rest des Hörspiels richten konnte. Der hat mir widerum prima gefallen. So ein abseits und in Wald und Bergen gelegenes Haus ist immer ein schöner Schauplatz für eine solche Story. Man hat eine angenehm überschaubare Gruppe an Charakteren, von denen man nach und nach niemandem mehr so recht über den Weg traut, sodass man gut knobeln kann, was da in der Villa vor sich geht und wer damit zu tun hat. Und es gibt einige Szenen, die angenehm gruselig sind. Die Situaton spitzt sich immer mehr zu, es ereignen sich grausige Vorfälle und ich habe mich bald gefragt, wie das Geschehen enden könnte.
Es endet mit einer echten Überraschung. Damit hätte ich niemals gerechnet, und genau deshalb finde ich diesen Dreh genial.

Nur sieben Sprecher bringen die „Vier Köpfe“ zu Gehör. Allen voran Philipp Draeger, der etwa im Alter ist wie seine Figur Timothy. Entsprechend gut passt seine Stimme zu dem Jungen. Dafür, dass er den Löwenanteil des Hörspiels zu bestreiten hat, macht er seine Sache wirklich gut. Vor allem, wenn er einfach nur den Timothy spielt. Wenn er erzählt, klingt er mir ab und zu etwas angestrengt. Vielleicht, weil ihm einige Sätze in den Mund gelegt wurden, die ein Zwölfjähriger so wohl eher nicht sagen würde.
Luise Lunow als alte und kranke Miss Clawfield hat mir sehr gut gefallen. Wenn Miss Clawfield ihre Anfälle bekommt, kann man schon eine Gänsehaut bekommen. Außerdem fand ich es schön, Luise Lunow mal in einer unleidlicheren Rolle zu hören. Mit ihrer Stimme verbinde ich sonst irgendwie immer sympathische Figuren. Eine coole Abwechslung!

Der Soundtrack hält sich relativ bedeckt. Es sind hauptsächlich leisere, zurückhaltende Stücke zu hören, die mich an Gruselfilme erinnert haben. Das steht der Geschichte gut, zumal die Szenerie ebenfalls in diese Richtung geht. Außerdem sorgt es für Atmosphäre. Lauter wird es nur selten, wodurch man aber in diesem Moment umso aufmerksamer zuhört. Diese Szenen haben es dann auch in sich.

„Vier Köpfe“ ist nun nicht so der aufmerksamkeitsheischende Titel. Als ich das Cover noch nicht kannte, hatte ich gar keine Vorstellung, um was sich die Geschichte drehen könnte. Mit dem berühmten Mount Rushmore als Covermotiv ergibt das gleich viel mehr Sinn. Und es macht neugierig, welche Rolle die steinernen Präsidenten spielen.

Fazit:  Die kommenden Folgen dürfen meinetwegen gerne wieder hauptsächlich erwachsene Charaktere haben. Auch wenn es sicher mal etwas anderes ist, ein Kind in den Mittepunkt zu stellen. Davon abgesehen ist „Vier Köpfe“ eine spannende Geschichte mit einigen gruseligen Szenen und -vor allem- einen sehr überraschenden Ende.

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  1. „Mit dieser Folge hat mich die Reihe kalt erwischt. Ich habe sie mehrfach begonnen, konnte mich aber lange nicht mit einer wesentlichen Gegebenheit arrangieren. Die Hauptperson hier ist der zwölfjährige Timothy, also ein Kind. Und als Erzähler ist er gewissermaßen auch noch zu hören. Das erwarte ich von einem Thriller einfach nicht.“

    Warum ist etwas schlecht, was man so nicht erwartet? Weil man nicht daran gewöhnt ist? Es ist doch toll, wenn man im Hörspiel mal versucht, neue Wege zu gehen und etwas zu bringen, was so noch nicht da war! Vielleicht sollte man einfach mal alte Gewohnheiten abstreifen und sich auf Neues einlassen. Neuerungen sollte man nicht gleich negativ bewerten.

    „Allen voran Philipp Draeger, der etwa im Alter ist wie seine Figur Timothy. […] Vor allem, wenn er einfach nur den Timothy spielt. Wenn er erzählt, klingt er mir ab und zu etwas angestrengt. […]“

    Wenn man den Twist am Ende der Geschichte kennt, macht die angestrengte Sprechweise durchaus Sinn. Das scheinen mehrere noch nicht verstanden zu heben. Mehr kann ich dazu nicht sagen, sonst würde ich die Auflösung verraten.

    Reinhören lohnt sich!

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