Die drei ??? (169) – Die Spur des Spielers

Titel: Die drei ??? (169) – Die Spur des Spielers / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 82 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Karin Lieneweg, Wolf Frass, Astrid Kollex ua

ddf169Inhalt: Bei einer Versteigerung auf dem Schrottplatz von Onkel Titus kommt ein scheinbar wertloses Schachspiel für eine ungeheure Summe unter den Hammer. Kurze Zeit später wird das Spiel gestohlen – ein neuer Fall für die drei ???! Welches Geheimnis birgt das Spiel? Wem hat es gehört? Die Zeit drängt, denn Justus, Peter und Bob sind nicht die Einzigen, die das Rätsel lösen wollen. Und nicht jede Figur in diesem Spiel ist das, was sie zu sein scheint.


Ich bin jetzt nicht der Schach-Fan (genau genommen habe ich von diesem Spiel gar keine Ahnung), aber ein Schachbrett und / oder Schachspieler als Grundstein für einen ???-Fall fand ich erstmal nicht schlecht. Besser als irgendwelche vermeintlichen Ungeheuer! Deshalb gefiel mir die Folge anfangs auch noch ganz gut. Als bei einer Versteigerung auf dem Schrottplatz ein Schachspiel für einen horrenden Preis verkauft wird, ruft das die drei Detektive natürlich sofort auf den Plan und sie nehmen die Ermittlungen auf. Die kommen hier erfreulicherweise ganz ohne sonderbare Rätseltexte aus. Stattdessen wird in verschiedene Richtungen nachgeforscht bis sich erste Erkenntnisse ergeben. Das habe ich als ganz spannend und interessant empfunden und ich war neugierig, wie sich die Story weiterentwickeln würde.
Leider ist der schöne schlüssige und geradlinige Verlauf ab Kapitel 9 beim Teufel. Plötzlich ist niemand mehr der, der er bis dahin war. Und dafür hatte ich mich so angestrengt, die bis dahin aufgetauchten Figuren auf dem Schirm zu haben? Nun ist es an sich kein Drama, wenn sich in einem Krimi plötzlich das Blatt total wendet, aber hier fällt das so krude aus, dass ich die Folge keine Ahnung wie oft hören musste, ehe ich durchgestiegen war.
Hinzu kam noch, dass die Geschichte das Thema um den Kalten Krieg aufwärmt. Mich kann man mit sowas ja meilenweit jagen, aber letztlich ist das wenigstens Geschmackssache. Dieses inhaltlich chaotische Hin und Her dagegen ist klar keine Geschmackssache. Und bitte: eine schreiende Ninja-Kämpferin? Bei diesem „aaayyyaaa“ (oder so) dachte ich kurz, ich bin irgendwie bei den Turtles gelandet. Das ist nicht witzig, das ist albern!

In der Rolle des Sam Chiccarelli: Astrid Kollex! Ich habe lange an einen Fehler im Booklet geglaubt. Aber nein, es ist keiner. Allerdings übertreibt es Astrid Kollex für meinen Geschmack einige Male in Sachen Coolness, Geheimniskrämerei und Abgebrühtheit. Bishop Blake wird im Verlauf der Geschichte als alter Mann mit Gehstock beschrieben. Bis dahin hätte ich das nie vermutet, denn Wolf Frass klingt keineswegs so alt. Da hatte ich durchaus noch einen recht dynamischen Mann mittleren Alter vor mir gesehen, so lebendig lässt er Blake klingen. Dagegen passt Monika Werners überdrehte und leicht hysterische Darbietung der Mrs. Kretschmar umso besser zum Bild, das einem von dieser Figur vermittelt wird.

Musikalisch bin ich mit der Folge sehr zufrieden. Endlich mal keine Konservenklänge, sondern schöne und stimmungsvolle Stücke, die das Flair eines spannenden Kriminalfalles aufkommen lassen. Das wirkt angenehm klassischt, statt einfallslos auf modern getrimmt.

Auf dem Cover ist passenderweise ein Schachbrett zu sehen. Schön schattig und geheimnisvoll in Szene gesetzt. Eine Abwechslung zu den sonst oft Aufmerksamkeit heischenden Motiven, aber nicht minder wirkungsvoll.

Fazit: Der Start mit der Folge gefiel mir und ich war bis zu einem bestimmten Punkt guter Dinge und bei der Sache. Doch dann entwickelte die Geschichte sich zu einem Verwirrspiel, was mich enttäuscht und total rausgerissen hat. Und ob man das Thema „Kalter Krieg“ in einer ???-Folge so breitwalzen muss, lasse ich auch mal dahingestellt.

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