Wildhexe (01) – Die Feuerprobe (Lene Kaaberbøl / Ulrike C. Tscharre)

Titel: Wildhexe (01) – Die Feuerprobe / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 220 min auf 3 CDs / Buch: Lene Kaaberbøl / gelesen von: Ulrike C. Tscharre

wildhexe01Inhalt: Kurz nach ihrem zwölften Geburtstag wird Clara von einer unheimlichen schwarzen Katze gekratzt. Kurz darauf wird sie krank und nur ihre Tante Isa, die völlig abgeschieden in einem Wald lebt, kann ihr helfen. Dort erfährt Clara, dass sie – wie Tante Isa – eine Wildhexe ist. Und damit nicht genug: Offenbar wird sie von dunklen Mächten bedroht!


Wenn man die kurze Inhltsangabe auf der Rückseite der CD-Box gelesen hat, ist man Clara zumindest zu Beginn der Geschichte natürlich ein ganzes Stück voraus. So ahnt man bereits, was die seltsamen Vorkommnisse zu bedeuten haben, die sich kurz nach ihrem zwölften Geburtstag ereignen. Trotzdem wird es nicht langweilig, denn diese Vorkommnisse sind mit schönen Ideen gespickt, die zumindest mir bis zu diesem Hörbuch so noch nicht begegnet waren. Beispielsweise die große schwarze Katze oder der unheimliche „Engel“. Das klingt jetzt vielleicht nicht so besonders, aber es ist es.
Mein größtes Highlight an dieser Geschichte ist allerdings die Idee der Wildhexen. Tiervernarrt wie ich bin, ist das ganz mein Fall. Hexen, die nahe der Natur und vor allem nahe der Tiere leben, ihnen helfen und -wenn nötig- umgekehrt auch von ihnen Hilfe bekommen, sind eine schöne Vorstellung. Mit Tante Isas Aussage, Clara werde natürlich auch als Wildhexe Freunde haben, nur würden einige davon eben ein Gefieder und Fell tragen, hatten die Wildhexen mich endgültig bezaubert.
Doch natürlich ist es nicht so einfach eine Wildhexe zu werden. Das muss auch Clara bald feststellen. Keine solche Geschichte kommt ohne ein Drama bzw ohne einen Bösewicht aus, der es auf die frischgebackene Heldin abgesehen hat. Deshalb gibt es einen solchen Bösewicht auch hier, und in der titelgebenden Feuerprobe muss Clara beweisen, dass sie das Zeug zur Wildhexe hat.
Dieser Part der Geschichte ist deutlich weniger innovativ als der Anfang, aber mich begeistert die Idee der Wildhexen genug um darüber hinwegsehen zu können. Außerdem mag ich Clara sehr gerne, die eher schüchtern und nicht so besonders von sich überzeugt ist. Es ist keineswegs so, dass ihr alles in den Schoß fällt und sie hat durchaus auch mal so richtige Angst. Das macht sie zu einer glaubhaften Hauptfigur. Clara ist nun mal erst zwölf Jahre alt und betritt gerade eine völlig fremde, neue Welt. Da muss man sich natürlich erstmal einfinden.

Zwischen den Szenen -vermutlich zwischen den Kapiteln der Buchvorlage- sind bei diesem Hörbuch Musikstücke eingefügt. Das lockert das Hören über einen längeren Zeitraum auf. Die Stücke klingen recht urwüchsig und haben mich teilweise an die Musik erinnert, die man beim Gedanken an „Indianer“ im Ohr hat. Das passt gut zu einer Geschichte um solch naturverbundene Hexen.

Ulrike C. Tscharres ruhige und eher zurückhaltenden Erzählweise passt gut zu Clara, die die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. Burschikoser und lauter hätte zu dem lieben und schüchternen Mädchen nicht gepasst. Gegentlich wird ihre Stimme mittels Effekten leicht verändert. So klingt ein Telefongespräch genauso distanziert wie es Telefongespräche für Außenstehende tun. Und wenn Claras schwarzer Kater spricht, dann liegt ein Hall darunter um zu verdeutlichen, dass nur Clara ihn in ihrem Kopf hören kann.

Das Covermotiv finde ich wunderschön mit dem hübschen Mädchen und dem flauschigen, rabenschwarzen Kater, die einander so tief in die Augen schauen. Das wirkt geheimnisvoll.

Fazit:  Anfangs habe ich die Geschichte als wunderbar innovativ empfunden, weil sie Meilen entfernt von der üblichen Hexen-Zauberer-Hokuspokus-Fantasy entfernt ist. Im weiteren Verlauf verlor sich der neuartige Eindruck leider. Allerdings begeistert mich die Idee der Wildhexen genug um auch noch Claras weitere Abenteuer kennenlernen zu wollen. Vor allem ihre Freunde mit Gefieder und Fell 😉 Somit war dieser erste Teil für mich ein gelungener Einstieg in die Reihe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: