Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (12) – Der verhängnisvolle Schlüssel

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (12) – Der verhängnisvolle Schlüssel / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: Peter Groeger, Nicolai Tegeler, Andres Mannkopff ua

newholmes12Inhalt: Der am Rande des Bankrotts stehende Bankier Francis Bellamy engagiert Holmes aus einem ungewöhnlichen Grund: Um noch einmal für positive Schlagzeilen zu sorgen, plant er die Verwahrung eines unschätzbar wertvollen Objektes. Genauer gesagt, in einem als unüberwindbar geltenden Safe. Dennoch möchte Bellamy kein Risiko eingehen. Holmes akzeptiert, schließlich geht es ja nur um eine Expertise. Oder?


Was denn? Kein Mord? Sherlock Holmes nimmt einen Fall an, in dem es nicht um einen Mord oder ein ähnlich schwerwiegendes Verbrechen geht, sondern lediglich um eine Expertise?!  Ich konnte es nicht glauben! Lange Zeit sieht es tatsächlich danach aus und die Geschichte plätschert so vor sich hin. Nicht uninteressant, aber weit weg von spannend und aufregend.
Doch als ich mich damit gerade abgefunden und es mir in dieser seichten Story gemütlich gemacht hatte, schlug sie eine ungeahnte Richtung ein, die mich aufgenblicklich wieder wachrüttelte. So gehört sich das!
Allerdings muss man ab diesem Punkt auch unbedingt aufmerksamer sein als bis dahin, denn es egeben sich nach und nach noch ein paar weitere nette Wendungen, nach denen vieles anders aussieht als noch zu Anfang. Das bringt den Schwung und die Spannung rein, die der Folge bis dahin fehlten.
Einmal habe ich herzlich gelacht, nämlich bei einem Dialog zwischen Holmes und John Harlington, dem Banker, der seine Bank zielstrebig  in die Pleite geritten hat:

Harlington bissig: „Und Sie werden wirklich Ihres scharfen Verstandes wegen konsultiert?“
Holmes ernsthaft: „Ja, ja! Und Sie wegen ihrer Gabe, reichlich Geld zum Fenster herauszuwerfen?“

Sehr schön! 🙂

Nicolai Tegeler erweckt den jungen Schnösel (wie Watson ihn einmal bezeichnet) Harlington mit einem überheblichen Ton zum Leben. Dagegen vermittelt einem Lothar Blumhagen ein durchaus sympathisches Bild von Harlingtons Partner Francis Bellamy. Ich hatte richtig Mitleid mit dem geprellten Banker. Und Andreas Mannkopff fand ich goldig in der Rolle von Alibaba-Andrew. Er klingt herrlich kauzig und liebenswert.

Musik bekommt man in dieser Folge nur selten zu hören. Lediglich zwischen den Szenen erklingt hier und da eine kleine Melodie. Bekanntlich bin ich sowieso niemand, der auf Untermalung besonders viel Wert legt, deshalb stört es mich nicht. Ganz im Gegenteil ist das für mich bereits ein Markenzeichen dieser Reihe.

Holmes erkennt man auf dem Cover sofort und die Person ganz rechts habe ich anhand der Dietriche als Alibaba-Andrew identifiziert. Über Bellamy habe ich gestaunt, denn er wird hier als sehr alter Mann dargestellt. Im Hörspiel hat er auf mich sehr viel jünger gewirkt.

Fazit:  Auch wenn es einem die Geschichte lange zu verkaufen versucht: einen Holmes-Fall ohne ein handfestes Verbrechen gibt es nicht! Es lohnt sich, sich durch den zähen Anfang durchzubeißen. Am Ende wartet eine würdige Entschädigung.

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