Shannon Island

Titel: Shannon Island / Verlag: Soundtales Productions / Spielzeit: ca. 58 min / Sprecher: Bettina Zech, Bert Stevens, Sebastian Bäcker, Robert Frank ua

shannonislandInhalt: Auf einer kleinen Insel an der Ostküste der USA führen die Menschen ein einfaches, zurückgezogenes Leben. Claire Edwards und John Greenberg machen sich auf den Weg, um einen Film über das Leben der Menschen, die Natur und die Architektur der Insel zu drehen. Aber bereits auf der Überfahrt wird klar, dass etwas nicht stimmt.


Zur Premiere von „Shannon Island“ habe ich es letzthin leider nicht geschafft, aber natürlich habe ich es mir später heruntergeladen. Allerdings ohne mich vorher zu informieren und deshalb in der irrigen Annahme, es sei ein gruseliges Hörspiel.
Dabei ist es ein waschechter Krimi! Dafür bin ich ebenso zu haben wie für Gruseliges, also war ich keineswegs enttäuscht.
Claire und John wollen einen Film über die Insel Shannon Island drehen, auf der die Menschen gewollt abgeschnitten vom Festland leben. Doch bereits auf der Fähre kündigt sich an, dass auf Shannon Island etwas nicht stimmt. Auf der Insel selber werden die beiden alles andere als freundlich und offen empfangen. So stellen sie bald Nachforschungen an, was dort vor sich geht. Es hat mir Spass gemacht, die beiden zu begleiten und ich habe fortwährend gegrübelt, was auf Shannon Island vor sich gehen könnte. Zudem hat man eine ganze Reihe Figuren, die irgendwie beteiligt zu sein scheinen. Da kann man prima knobeln, wer alles mit in der Sache drinsteckt. Eine Reihe von Erkenntnissen, die Claire und John im Laufe der Geschichte erlangen, steuern weitere Puzzleteile bei.
Von der Auflösung hätte ich mir einerseits mehr erwartet. Überrascht hat sie mich trotzdem, obwohl sie eigentlich ganz logisch ist. Wofür kann eine Insel schon groß nützlich sein? Andererseits bin ich aber auch der Meinung, dass Auflösungen nachvollziehbar und realistisch sein sollten. Ich habe gar nichts übrig für abgehobene und / oder weit hergeholte Auflösungen, bei denen man sich an die Stirn tippt, weil sie beispielsweise überhaupt nicht zum Schauplatz passen, oder weil man darauf niemals einfach so hätte kommen können.

Sebastian Bäcker und Bettina Zech ergeben ein prima Gespann. Während Sebastian Bäcker John gelegentlich etwas unsicher und eher zurückhaltend klingen lässt, gibt Bettina Zech eine energische und selbstbewusste Claire. Über Noah wird zunächst nur gesprochen. Als Robert Frank dann als Noah das Wort ergreift, erschreckt man sich regelrecht vor der Bösartigkeit in seiner Stimme. Als Erzähler ist Bert Stevens zu hören. Seine dunkle Stimme passt gut zur Geschichte. Er klang mir ab und zu aber unnötig gehetzt. Das gab das Geschehen in diesen Momenten gar nicht vor.
Mein Favorit unter den Sprechern war Herbert Ahnen alias Herb. Vielleicht eine Spur zu kumpelhaft, aber einfach so sympathisch und liebenswert und irgendwie knuddelig, dass ich Herb sofort mochte und darüber hinweg hören konnte.

Angesichts der Geräuschkulisse kam für mich manches Mal so eine Art „Fünf Freunde“-Atmosphäre auf. Wellenrauschen, Windpfeifen, Möwen. Zusammen mit Booten und versteckten Buchten und einem Leuchtturm erinnert das durchaus an Timmy und seine Leute 😉 Es beschwört so aber ganz klar auch die nötige Inselstimmung herauf.
Musikalisch kann sich „Shannon Island“ ebenfalls hören lassen. Es sind sehr schöne und passende Musikstücke zu hören.

Die stürmische Szenerie mit dem Meer, den Felsen und dem Leuchtturm passt gut zur Geschichte. Sehr menschenfreundlich wirkt diese Ecke von Shannon Island nicht. So bekommt man gleich den passenden Eindruck von dieser Insel.

Fazit:  Meiner Meinung nach gehört das Hörspiel auf eine CD und in die Ladenregale. Ein spannender Krimi, der an einem interessanten Schauplatz spielt und eine stürmisch-wilde Szenerie mitbringt. Tolle Sprecher und eine gelungene Musik- und Geräuschkulisse runden den sehr guten Eindruck zusätzlich ab. Auch wenn ich mit anderen Erwartungen an  das Hörspiel herangegangen bin, hat es mich überzeugen können.

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