Die kleine Eule (Jill Tomlinson / Christian Rudolf)

Titel: Die kleine Eule / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 85 min / Buch: Jill Tomlinson / gelesen von: Chstian Rudolf

kleineeuleInhalt: Platsch, die kleine Schleiereule, hat Angst vor der Dunkelheit. Platsch möchte viel lieber ein Tagvogel sein. Da schickt ihn seine Mama aus dem Nest. Und immer wieder begegnet er jemandem, der eine verlockende Geschichte über die Dunkelheit zu erzählen hat.


Eulen sind gerade schwer angesagt und wenn sie dann noch so niedlich sind wie Platsch auf diesem Cover, dann muss ich mir die Geschichte einfach anhören.
85 Minuten klingt sehr lang für ein Kinderhörbuch, das ab 6 Jahren empfohlen wird, aber man muss es keineswegs am Stück hören. Insgesamt sind sechs Geschichten auf der CD, jeweils zwischen 11 und 15 Minuten lang. So kann man die Geschichten gut einzeln hören, beispielsweise jeden Abend eine vor dem Schlafen. Diese Zeitspanne ist für Kinder in Ordnung.
Platsch ist ein liebenswertes Kerlchen. Niedlich, flauschig, ziemlich verfressen und neugierig. Leider hat er Angst vor der Dunkelheit, was für eine Eule eher ungünstig ist. Auch seinen Eltern gelingt es nicht, ihm die Nacht schmackhaft zu machen. So schicken sie ihn zu einigen Menschen, die nahe des Baums auftauchen, in dem Platschs Familie wohnt. Jeder dieser Menschen erzählt Platsch, wieso die Nacht eigentlich aufregend, herrlich, notwendig oder faszinierend ist. Dabei lernt nicht nur Platsch eine ganze Menge dazu, auch die jungen Hörer können sich hier einiges mitnehmen. Beispielsweise über andere Nachttiere, von denen es mehr gibt als man denken sollte.
Ich muss gestehen, irgendwann war ich nahe dran die Hoffnung aufzugeben, dass aus Platsch nochmal ein echter Vogel der Nacht wird und er tat mir so leid. Ob er doch noch Gefallen an der Nacht findet, müsst ihr selber anhören.
Ich finde die Geschichte auch deshalb schön, weil kleine Kinder auch oft Angst vor der Dunkelheit haben (und auch uns Erwachsenen ist ganz bestimmt schon mal flau geworden in irgendeiner nächtlichen Situation). Mit diesem Hörbuch erfahren sie, welche schönen Seiten die Nacht und die Dunkelheit hat. Das nimmt womöglich einen Teil der Angst.

Christian Rudolf habe ich in Platschs Geschichte zum ersten Mal gehört, soweit ich mich erinnere. Er gibt Platsch eine niedliche, aber für meinen Geschmack etwas zu schrille Stimme. Dafür legt er sich richtig ins Zeug um zB den Eulenschrei nachzuahmen. Platschs Papa klingt bei ihm schön brummig und die Mutter sehr lieb. Und auch den  Menschen, mit denen sich Platsch unterhält, leiht er markante Stimmen.

Dezente Musikstücke begleiten Platschs Abenteuer. Ich mag solche zurückhaltende Untermalung für Kinderhörbücher sehr gerne. So bleibt die Aufmerksamkeit auf das Erzählte gerichtet und die Musik sorgt für Flair, das hier wohlig ausfällt.

Das Cover finde ich wunderschön. Nächtliche Szenen gefallen mir immer besonders gut, vor allem mit solch schönen Blautönen. Platsch sieht niedlich und flauschig aus, aber auch traurig. Da wird man sofort neugierig, wieso er so bedröppelt aus dem Federkleid schaut.

Fazit:  Sechs schöne Geschichten um die kleine Angsteule Platsch, die Kindern die Angst vor der Nacht / der Dunkelheit nehmen können. Außerdem gibt es einiges zu lernen, ohne dass es aufdringlich wirkt.

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