Gabriel Burns (42) – Träume vom Schneiden

Titel: Gabriel Burns (42) – Träume vom Schneiden / Verlag: Decision Products / Spielzeit: ca. 69 min / Sprecher: Björn Schalla, Viola Sauer, Ernst Meincke, Rainer Fritzsche ua

burns42 Inhalt: Das Labyrinth aus abgesackten Häuserresten, die wie versteinerte Nester über ihren Köpfen hingen, rief die Vorstellung einer gespiegelten Stadt hervor.
Vancouver veränderte sich. Vancouver versank. Einem namenlosen Grauen entgegen.


Kennt ihr die Fernsehsendung „Die ultimative Chartshow“, wo ein Countdown von 100 Songs zu einem Thema abgezählt wird und der Moderator dauernd Sätze sagt wie „Können Sie sich daran noch erinnern?“
Genauso habe ich diese Folge empfunden. Die Handlung fährt zweigleisig. Einmal begleitet man Joyce und Larry im gefallenen Vancouver, im anderen Teil ist man bei Bakerman und Lil Hastings auf einer mobilen Werft mit dabei.
Genau da geht es schon los: nach den Folgen dazwischen, die von anderen Figuren handelten und an anderen Orten spielten, ist man endlich (aber auch mal wieder) im gefallenen Vancouver zu Gast! Und wer mischt dort noch mit? Aaron Cutter, Ling Zisheng, Daniel und und und. Man erinnert sich an die Sphären, die Nachtkathedrale wird erwähnt, eine riesige, gefährliche geflügelte Gestalt wirft ihren Schatten auf Joyce und Larry usw.
Und bei Bakerman auf der Werft ist alleine Lil Hastings bereits eine Remineszenz an frühe Folgen, Dorgan Fink spielte ebenfalls vor sehr viel Längerem zuletzt eine solch zentrale Rolle.
Die ganze Zeit über hatte ich dieses Chartshow-Gefühl: wisst ihr noch? Kennt ihr noch?
Als wäre jemandem eingefallen, dass vor vielen, vielen Folgen eine übergeordnete Handlung angekündigt wurde und man nun nochmal an das Wichtigste erinnern will um damit weiterzumachen. Meine Hochachtung, wer das noch schafft! Bei mir ist der Rote Faden der Reihe längst bis nahe ans Zerreißen zerfasert, und da hilft es mir auch nicht viel, wenn ich plötzlich wieder ein Dutzend Namen um die Ohren gehauen bekomme. Ich weiß noch, wer diese Personen waren, natürlich, aber nach zig Folgen abseits dieser Handlung alleine dadurch wieder hineinzufinden, keine Chance. Tut mir leid! Dann lieber weitere Folgen abseits der „Haupthandlung“, so es denn tatsächlich eine gibt.
Einen Pluspunkt hat diese Episode sich bei mir lediglich damit abgeholt, dass es Szenen gibt, die schon sehr blutig bis splattermäßig eklig sind. Eine Kugel, die sich Menschen einverleibt, ein Typ, dem beim Laufen Teile der Gedärme herausfallen, doch sowas mag ich! Und die düstere und bedrückende Atmosphäre, die man von der Reihe kennt, entfaltet auch hier wieder voll ihre Wirkung. Allerdings hatte ich das auch gar nicht anders erwartet…

Ich mag die burschikose Joyce und den symapthischen Larry und höre Bianca Krahl und Björn Schalla stets gerne zusammen. Sie ergeben ein gegensätzliches Gespann, was angesichts der Situation und der Szenerie von „Gabriel Burns“ seinen Reiz hat. Rainer Fritzsche ächzt und flüstert sich gequält  als Lin Zisheng durch seine Szenen. Mit Recht, dem Chinesen geht es alles andere als gut. Viola Sauers markante Stimme stellte für mich hier Ernst Meincke glatt in den Schatten.

Von der Musk und den Geräuschen her klingt diese Folge genau wie man es von der Reihe kennt. Düster, bedrohlich, beklemmend, hervorgerufen von leisen, dräuenden Musikstücken, die nichts Gutes verheißen. Die Geräusche fallen zwischendurch dagegen mal lauter aus, was für den einen oder anderen Schreckmoment sorgt.

Die Tauben vom Cover haben erst rechts spät ihren Auftritt in der Geschichte, und so lebendig wie die Taube im Vordergrund schaut da keine aus dem Gefieder! Die blutrote Farbe bildet einen schönen Kontrast zum Rest des Motivs und lässt durchblicken, dass es hier blutig zugeht.

Fazit:  Die Folge kam mir vor wie die Chartshow voller „Wisst ihr noch und kennt ihr noch?“ Offensichtlich hat man sich erinnert, dass es früher mal das Ansinnen einer übergeordneten Handlung gab zu der man nun zurück möchte. Vorher bringt man die Hörer schnell noch mal ein bisschen auf Stand. In meinem Falle ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen, denn mir ist diese Handlung inzwischen größtenteils abhanden gekommen. Da haben mich die letzten Folgen mit anderen Figuren und an anderen Schauplätzen bedeutend besser unterhalten. Und das konnte auch die Ekel-Horror-Elemente nicht ausbügeln.

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