Gabriel Burns (43) – Fern von allen Tiefen

Titel: Gabriel Burns (43) – Fern von allen Tiefen / Verlag: Decision Products / Spielzeit: ca. 56 min  / Sprecher: Viola Sauer, Björn Schalla, Andreas Ksienzyk ua

burns43Inhalt: Sein Blick versengte die Sterblichen. Sein Atem brachte den schwarzen Tod. Und seine Schwingen rissen schreckliche Wunden in die Wirklichkeit, durch die die Andere Seite sickerte.
Aus der Tiefe fegte ihnen ein alles verzehrender Totenwind entgegen. Ringsum rissen die Mauern auf und offenbarten das Mar­ty­ri­um zerfallender Körper, die als zuckendes Fleischkabinett in den endlosen Weiten der Nachtkathedrale baumelten. Soweit das Auge reichte brannte der Himmel.


Die „Weißt du noch?“-Quadrologie geht in die zweite Runde. Sie beginnt ziemlich genau dort, wo der Vorgänger geendet ist. Joyce und Larry sind nachwievor im gefallenen Vancouver auf der Suche nach einem Artefakt für Bakerman. Dabei graben sie vor allem weitere Figuren aus sehr viel früheren Folgen wieder aus. Wortwörtlich, teilweise. Und der Hörer kann in Erinnerungen an die Anfänge der Reihe schwelgen. Wenn er denn möchte. Ich möchte eigentlich nicht so gerne. Wie ich schon in der Besprechung zu Folge 42 geschrieben habe, gab es für mich seither zu viele wirklich gute Folgen, die für sich und weitgehend außerhalb dieser ursprünglichen Handlung standen. Zudem hege ich starke Zweifel, dass die Serie irgendwann tatsächlich mal zu einem sinnigen Ende finden wird. Auch, wenn in diesem Vierteiler so vieles wieder aufgerollt wird.
Auf dem Schiff sind nur noch Bakerman und sein Ingenieur Camra übrig. Dafür ist der Bau der Tauchkugel abgeschlossen. Lil Hastings spielt zunächst eher am Rand eine Rolle, später rückt sie mehr in den Mittekpunkt. Mir hat dieser Teil der Handlung besser gefallen als der um Joyce und Larry, der nur eine Situation hatte, die mich das Grausen gelehrt hat. Das hat Camara ganz klar besser hingekriegt. Es ist grausig zu verfolgen, wie er immer verwirrter und irrer wird, ohne dass er es selber so wirklich weiß. Mir tat er unsagbar leid.
Über der Geschichte liegt unbestritten wieder die typische Burns-Atmosphäre, Düster, bedrückend und bedrohlich. Schon alleine deshalb, weil das Geschehen und die Schauplätze so bildhaft beschrieben werden, dass man sie sich problemlos vorstellen kann. Das Finale der Folge ist turbulent, actionreich und geradezu fulminant, auch das gebe ich gerne zu zu. Lumpen lässt man sich hier sicher nicht, und eingefleischte Fans werden voll auf ihre Kosten kommen.

Auf Seiten der Sprecher gibt es wie gewohnt nichts zu Meckern. Besonders gefallen hat mir Andreas Ksienzyk, der einen herrlich verrückten Schmidt gibt. Da kriegt man es mit der Angst zu tun. Bianca Krahl zeigt hier so richtig, was in ihr steckt. Ich werde diese absolut undamenhafte Figur genau deshalb immer mögen. Cool, abgebrüht und wenn es sein muss erbarmungslos.

Der Soundtrack muss sich ebenso wenig vorwerfen lassen. Viele imposante Stücke sind zu hören, die maßgeblich zur düsteren Stimmung der Story beitragen. Mal lauter, dann wieder ehe zurückhalten, dann wieder durchsetzt mit markerschütternden Effekten und so stets überraschend und wirkungsvoll.

Ich mag das Covermotiv. Warum, dürfte klar sein. Wegen dem knallroten Delfin. Er wirkt ganz schön exotisch als Hingucker eines Covers dieser Serie. Ansonsten wird das Motiv von sturmgepeitschten Wellen bestimmt.

Fazit:  Die zweite Runde des Vierteilers fand ich weniger spannend und schaurig als ihren Vorgänger. Aber sie kramt genauso viele altbekannte Elemente wieder ans Tageslicht wie Folge 42, sodass Fans wohl wieder ganz auf ihre Kosten kommen werden.

 

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