John Sinclair (93) – Der Pesthügel von Shanghai

Titel: John Sinclair (93) – Der Pesthügel von Shanghai / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca 54 min  / Sprecher: Frank Glaubrecht, Helmut Krauss, Martin May ua

sinclair93Inhalt: Seit Generationen lebt das Dorf Xi’xi im Süden Chinas von der Seidenraupenzucht. Als die Pest vor Jahrhunderten in Xi’xi wütete, sperrte man den Knüppeldamm – die einzige Verbindung zur Zivilisation. Die Menschen verendeten im Sumpf, der Xi’xi umgibt. Aber das Unrecht ist nicht vergessen – und eines Tages wird der Jademann die Toten anführen, um Rache zu nehmen.


Ich Moment habe ich dauernd ein Hörspiel im Player, das nicht so recht in die Pötte kommen will. Das gilt auch für diese Sinclair-Folge. Anfangs viel lautstarkes Theater um Seide, eine Leiche (ja, okay, aber gruselig wird es dadurch nicht automatisch) und Mythen aus einem chinesischen Dorf. Kurz darauf stellt man fest, dass Suko entführt wurde. Damit könnte es endlich mal rundgehen, aber nein: nun wird erstmal ausgiebig wiedergekäut, was man zuvor schon auf der Seidenraupenplantage erlebt und gelernt hat.
Aber dann wenigstens geht es zum ersten Mal zur Sache. Kurz, aber ordentlich und leicht eklig.
Bei Sinclair in England passiert zunächst auch nur wenig, daher war ich froh als er endlich im Flieger nach China saß.
Und dann war es endlich soweit und die Folge nahm kräftig Fahrt auf und es mangelte weder an Action, noch an einem gewissen Ekelfaktor. Von Grusel kann hier aber nicht die Rede sein. Der dafür nötigen Atmosphäre wird im letzten Drittel einfach zu wenig Raum geschaffen. Daher ist die Folge eher etwas für die Action- und Mach-die-Dämonen-platt – Fraktion unter den Fans. Mir wäre Grusel zwar auch lieber gewesen, aber nachdem die Geschichte so lahm in die Gänge kam, war ich ja schon froh darüber, dass überhaupt noch etwas passierte. Was ich dabei allerdings überhaupt nicht verstanden habe ist, wieso der Jadedolch zerstört werden muss um der Zombieinvasion Einhalt zu gebieten. Immerhin hat genau dieser Dolch mal die Pest vertrieben…?
Bei ausgsprochenen Suko-Fans dürfte die Folge ebenfalls einen Stein im Brett haben.

Frank Glaubrecht klang in meinen Ohren verdächtig danach als hätte auch ihn die Story bis kurz vor dem Ende nicht gerade mitgerissen. Dagegen trumpft Martin May ganz ordentlich auf, was Suko bei mir ein paar Sympathiepunkte einbrachte. Über das lakonische „Die mit der flauschigen Bettwäsche!“ habe ich wirklich lachen müssen. Mit Yvonne Yung Hee und Fang Yu sind Sprecher mit von der Partie, denen ich den asiatischen Akzent sofort abgenommen habe. Asad Schwarz und Helmut Krauss schlagen sich in der Hinsicht ebenfalls ganz ordentlich, aber eines habe ich festgestellt: längere Reden mit diesem Akzent halte ich nur bedingt aus.

Beim finalen Kampf klingt es zum Glück auch genau danach. Da knallen Peitsche und Beretta wie es sich gehört. Und auch die musikalische Untemalung gibt noch mal Gas. Dagegen war das kleine Intermezzo mit Suko im Krankenhaus nicht der Rede wert.

Auf dem Cover rumpelt der Jeep über den sogenannten Knüppeldamm durch das zombieverseuchte Moor. Das ist soweit eine Szene aus der Geschichte und daher passend. Ich finde irgendwie aber auch, dass das Motiv zu viel Schrecken verspricht, den die Story dann nicht einlöst.

Fazit: Man braucht einen recht langen Atem bis hier endlich mal etwas mehr passiert als Dialoge über mythologische Wesen und Ereignisse. Hält man das durch, belohnt einen das letzte Drittel immerhin mit einer guten Schippe Action. Grusel sucht man allerdings vergebens. Aber hey, immerhin weiß ich jetzt, wovon sich Seidenraupen ernähren. Das ist für das nächste Kreuzworträtsel bestimmt ganz nützlich.

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