TKKG (188) – Die blauen Schafe von Artelsbach

Titel: TKKG (188) – Die blauen Schafe von Artelsbach / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Stephan Schwartz, Stefan Hossfeld, Pat Murphy ua

tkkg188Inhalt: Tim, Karl, Gaby und Klößchen genießen ihre Ferien auf dem Bauernhof, als sie im Stall ihres Gastgebers eine eigenartige Entdeckung machen: Jemand hat alle Schafe mit blauer Farbe besprüht! Für Bauer Butzmann ist es ein herber Schlag – die blaue Wolle wird er nicht mehr verkaufen können. Wie aber hängt dieser Vorfall damit zusammen, dass Butzmann vor kurzem eine dicke Buche gefällt hat? Welche Rolle spielt Großbauer Weidinger in der ganzen Sache? Und wer ist der Unbekannte mit der Taschenlampe? TKKG sind bald mitten drin in einem dörflichen Verwirrspiel.


Der Titel klingt ja schon etwas schräg, doch dahinter verbirgt sich eine Geschichte, die mir überraschend richtig gut gefallen hat. Wieso? Womöglich, weil ich ein ausgeprägte Faible für ländliche Regionalkrimis habe? Das kann durchaus sein, denn genau daran hat sie mich oft erinnert. Der Schauplatz, ein kleines Dorf mit mehreren Bauernhöfen, einer Dorfpinte, in der bierselig vielerlei Blödsinn geredet und Gerüchte gestreut werden und voll kauziger Einwohner, das hat schon etwas von einem Regionalkrimi. Spannend fand ich die Story ebenfalls, denn es gibt gleich mehrere Verdächtige und TKKG geraten in mehr als eine brenzlige Situation. Zum Glück gibt es aber ja Tim…
Das Ende bzw die Auflösung kommt dann ziemlich abrupt daher, nämlich pünktlich ehe die Freunde wieder abreisen. Ich fand den Aufhänger daher auch etwas arg dünn. Von Tims Erkenntnis in diesem Moment her auf den Täter zu schließen, das ist schon irgendwo unglaubwürdig. Dennoch ist die Auflösung nicht schlecht, denn sie bietet einen gewissen Tiefgang, den die Folgen dieser Reihe gerne mal vermissen lassen.

Die vier Hauptsprecher sind in Form wie immer. Ergänzt wird die Truppe hier durch Bauerssohn Xaver, gesprochen von Philipp Draeger. Er macht seine Sache prima, auch wenn er speziell bei längeren Sätzen ab und zu etwas gestellt klingt. Pat Murphy kann einem als Koppensteiner durchaus eine Gänsehaut bereiten. Vor allem, wenn man sich seine Figur axtschwingend vorstellt wie bei der ersten Begegnung zwischen TKKG und ihm.

Es fehlen gerade noch ein paar stimmungsvolle bayerische Klänge, dann wäre der Regiokrimieindruck zu 100 % erfüllt gewesen. Ich hätte überhaupt nichts dagegen gehabt. Es hätte speziell zu den Wirtshausszenen prima gepasst. Stattdessen klingt diese Folge nicht anders als ihre Vorgänger. Das ist halt TKKG und immerhin fühlt man sich damit jedes Mal wieder heimisch. Sogar, wenn die Geschichte gar nicht in der Millionenstadt spielt.

Wenn blaue Schafe im Titel drinstehen, dann müssen natürlich auch blaue Schafe drauf abgebildet sein. Das sieht zwar nicht so dramatisch aus, aber Schafwolle bringt Geld. Das ist tatsächlich so. Daher ist so ein Anschlag mit Farbe durchaus eine Katastrophe für den Bauern. Das sollte man sich vor Augen halten.

Fazit:  TKKG goes Regionalkrimi, und das ist wirklich ziemlich gut geglückt. Eine spannende Geschichte mit bayerisch-ländlichem Flair. Lediglich Tims Herleitung, wer der Täter ist, wirkte auf mich reichlich konstruiert. Dafür konnte die Auflösung dann unerwartet mit Tiefgang punkten. Das ist auch was wert.

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