Der böse Ort (Ben Aaronovitch / Dietmar Wunder)

Titel: Der böse Ort / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 267 min / Buch: Ben Aaronovitch / gelesen von: Dietmar Wunder

aaronovitch_der_boese_ort_booklet_3221_8.inddInhalt: Zunächst geht es nur um ein gestohlenes altes Buch über Magie, doch dann weitet sich der Fall rasant aus. Denn der Erbauer des Skygarden Tower, Erik Stromberg, ein brillanter, wenngleich leicht gestörter Architekt, hatte sich einst auch mit Magie befasst. Was erklären könnte, warum der Skygarden Tower einen unablässigen Strom von begabten Künstlern, Sängern, Politikern, Drogendealern, Serienmördern und Irren hervorgebracht hat. Und warum der unheimliche gesichtslose Magier, der Peter noch in schlechtester Erinnerung ist, ein so eingehendes Interesse an dem Gebäude an den Tag legt.


Dies ist nun bereits Peter Grants viertes Abenteuer als Polizist und angehender Magier. Inzwischen ist es unbedingt erforderlich, dass man die vorigen Teile kennt, sonst ist man binnen kürzester Zeit aufgeschmissen. Für Quereinsteiger ist diese Reihe damit nicht (mehr) empfehlenswert.
Leider muss ich gestehen, dass mich „Der böse Ort“ nicht so recht von sich überzeugen konnte. Das liegt zum einen an den Figuren. Natürlich habe ich Grant und seine Truppe wirklich liebgewonnen, keine Frage, aber so ein bisschen Vorankommen in der Entwicklung wäre schon nicht schlecht. Speziell auch bei Peter selber, der mit seiner Magierausbilung ziemlich auf der Stelle tritt.
Der neue Fall für Grant dagegen lässt sich ganz interessant an und ich freute mich schon auf weitere spannende Ermittlungen. Diese Ermittlungen trifft man aber eher selten an bzw nur wenn man zwischendurch mal gut aufpasst. Vor und nach diesen Szenen bin ich gedanklich gerne mal abgedriftet, wenn Ben Aaronovitch in den Schilderungen Londons ergeht. Es ist unverkennbar, dass er diese Stadt kennt und liebt und sie dem Hörer schmackhaft machen will, allerdings geht dieses Ansinnen hier zur Lasten des Krimis und seiner Spannung. So plätschert die Story oft vor sich hin und hat tatsächlich einige wirklich langweilige Momente, die nicht mal vom tpyischen Humor gerettet werden konnten. Das war ich von den Vorgängern so gar nicht gewöhnt.  Womöglich ist es mir deshalb hier so deutlich aufgefallen. Vielleicht aber auch, weil die Geschichte zum Ende hin plötzlich richtig aufdreht und in Sachen Spannung und Tempo absolut keine Wünsche offen lässt. Da schreckt man dann plötzlich auf und glaubt es kaum. Das Ende hält dann außerdem noch eine ganz ordentliche Überraschung bereit, weshalb ich die Reihe nach diesem vierten Teil doch noch nicht aufgebe und sicher auch noch Teil 5 hören werde. Vielleicht kommt die Reihe da wieder auf Touren. Ich wünsche es mir wirklich sehr!

Dietmar Wunder hat keine Schuld daran, dass mich dieser Band nicht wirklich fesseln konnte. Ich höre ihn immer noch gerne als Peter Grant. Und weil ich seine Stimme und den Ton für diese Geschichten so gerne mag, habe ich die drei CDs auch durchgehört. Bei einem anderen Sprecher, der mir nicht so liegt, hätte ich das Hörbuch womöglich abgebrochen. Aber der stetige Wechsel zwischen dem geheimnisvollen Ton, wenn es um die magische Welt geht, und dem sympathischen, aber doch energischeren Ton sobald es sich um die reale Welt und seine Polizeiarbeit dreht, haben mich bei Laune gehalten.

Auf dem Cover ist einmal mehr ein Ausschnitt aus dem Stadtplan von London zu sehen. Ein Markenzeichen der Reihe. Mit der Schattengestalt und den Spinnen und Totenköpfen wirkt es außerdem eine Spur gruselig und lässt auf eine spannende Geschichte hoffen.

Fazit:  Ben Aaronovitchs Liebe zu London in allen Ehren, aber seine Schilderungen gehen hier häufig zu Lasten des Krimis und der Spannung. So hat die Geschichte bei mir einen recht unspektakulären Eindruck hinterlassen. Am Ende geht es dann zwar nochmal rund und man bekommt eine echte Überraschung geboten, doch vorher plätscherte alles eher so vor sich hin. Das kann Peter Grant besser. Deshalb hoffe ich auf Band 5.

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