Gruselkabinett (92) – Zimmer 13

Titel: Gruselkabinett (92) – Zimmer 13 / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Christian Stark, Tom Deininger, Patrick Bach ua

gk92Inhalt: An einem Sommertag des Jahres 1929 erzählt Victor Anderson seinem Cousin von einem unheimlichen Erlebnis, welches er in der dänischen Stadt Viborg im historischen Hotel „Goldener Löwe“ während eines Forschungsaufenthaltes in der Stadt hatte.


Dies war -mal wieder- eine Folge der Reihe, die ich ungelogen locker zehnmal gehört habe, weil ich dachte, da müsse doch noch etwas kommen. Irgendein Höhepunkt, irgendein wirklich spannender Moment oder ein unerwarteter Dreh. Es hätte mir zu denken geben sollen, dass ich immer wieder gedanklich abgedriftet bin. Meist ist das ein untrügliches Zeichen, dass ein Hörspiel nichts Packendes an sich hat. Als ich mich dann endlich einmal konzentriert bis zum Ende hindurch gehört hatte, hat sich genau das bestätigt.
Ich finde das persönlich mehr als schade, weil ich gruselige Geschichten, die in Hotels spielen, an sich super gerne mag.
Hier beginnt es zwar ganz vielversprechend, aber die Spannung vergeht schon in dem Moment, in dem Anderson seinen Nachforschungen im Archiv nachgeht. Er wirkt sonst ganz intelligent, aber er stellt keine Verbindung her zwischen dem, was er da liest und dem, was er im Hotel erlebt. Dabei kann man das mit dem sprichwörtlichen Handschuh fühlen, und als Hörer weiß man sofort, wohin der Hase läuft. Damit genug der Phrasendrescherei, aber es bleibt dabei: spannend wird es hier nicht eine Sekunde lang. Stattdessen hatte ich bei der Szene, aus wessen Zimmer die sonderbare Musik käme, das Gefühl in einem Slapstick-Sketch gelandet zu sein.
Was mich außerdem mächtig gestört hat ist, dass einem keinerlei Hintergründe geboten werden, keine Erklärung, nicht mal ansatzweise, und erst recht keine Auflösung bzw ein wirkliches Ende. Man durchlebt eine Nacht mit seltsamen Momenten und Ereignissen (gruselig sind sie aber nicht), man reißt eine Wand ein und findet dahinter etwas Seltsames, aber ein Abschluss ist das nicht. Alleine deshalb nicht, weil nicht gesagt wird, ob damit nun das Geschehen um Zimmer 13 beendet wurde.

Tom Deininger kannte ich bisher nur aus der Reihe „Die kleine Schnecke Monika Häuschen“, wo er den Erzähler gibt. Stets mit sehr ruhiger Stimme, betont langsamen Tempo und deutlicher Aussprache, damit die Lütten auch ja mitkommen und alles verstehen. Ich war ehrlich positiv überrascht, ihn hier erheblich lebendiger zu hören, mit Stolz und einer gewissen Erhabenheit in der Stimme. Christian Stark hat mir ebenfalls gut gefallen. Er lässt Anderson klug und sympathisch klingen. Mein Favorit war aber Patrick Bach alias Rechtsanwalt Jensen, der zunächst sehr aufgebracht ist, dem man später aber auch deutlich die Furcht anhört.

Musikalisch wird erneut fast durchgängig etwas geboten. Mir fällt kaum eine Szene ein, in der nicht im Hintergrund eine unheilvolle Melodie zu hören ist. Wie schon mehrfach gesagt, ist mir das zu viel. Das erzielt kaum noch Wirkung und ich blende das irgendwann aus, was nicht das Ziel sein kann. Zu der „unheimlichen Melodie“ kann ich nur sagen, dass sie überhaupt nicht unheimlich klingt. Und ganz sicher klingt sie nicht nach einem gequälten Tier oder einem Tier, das in einem Kamin feststeckt. Sie nervt auf die Dauer schlichtweg nur.

Das Cover gefällt mir, verspricht aber mehr als die Geschichte dann hält. Es sieht schön düster und mit der schattige Krallenhand auch gruselig ist.

Fazit:  Ich fange mit dem Positiven an: die Sprecher sind top! Dafür ist sie Geschichte unspannend und ungruselig und hat nicht einen wirklichen Höhepunkt im Gepäck. So schade! Eine schaurige Geschichte, die in einem Hotel spielt. Das hat so oft schon geklappt, das hätte was sein können, aber leider, leider nicht mit diesem Hörspiel.

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