Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (15) – Das Geheimnis von Baskerville Hall

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (15) – Das Geheimnis von Baskerville Hall / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Santiago Ziesmer, Christian Rode, Lutz Harder ua

newholmes15Inhalt: Dreizehn schwarze Särge im Nachtzug wecken das Interesse von Sherlock Holmes. Doch noch ehe er das Geheimnis lüften kann, überschlagen sich die Ereignisse: Der Zug wird entführt und von Inspector Lestrade fehlt jede Spur. Holmes nimmt die Fährte auf, die ihn in das von Wölfen heimgesuchte Moor von Devonshire führt. Die Fäden des Falles laufen in Baskerville Hall zusammen, wo auf den Meisterdetektiv so manche gefährliche Überraschung wartet.


Bei diesem Titel war ich zunächst skeptisch. Natürlich kennt man „Der Hund des Baskervilles“, das ist halt ein Klassiker. Allerdings stehe ich auf dem Standpunkt, dass man nicht alles fortsetzen muss, was gut lief / war.  Das geht einfach zu schnell schief.
In diesem Falle war meine Sorgen zum Glück völlig unbegründet. Mir hat es sehr gut gefallen, dass die Geschichte bzw der neue Fall nicht lange auf sich warten lassen. Im Nullkommanichts ereignet sich Seltsames im Zug, das auch eine Spur unheimlich ist. Es mischen recht zwielichtige Gestalten mit, denen man weder trauen, noch so richtig misstrauen mag, und als Holmes und Watson schließlich quasi bei Nacht im Nichts dastehen, den stehengebliebenen Zug im Rücken und das Moor mit dem Haus der Baskervilles vor sich, da schlägt vor allem die schaurige Atmosphäre voll zu. Damit hat dieser Fall bei mir am meisten gepunktet: dass er für die eine oder andere Gänsehaut gut ist.
Spannend geht es außerdem zu. Ich habe mich bei noch keiner Holmes-Folge so schnell beim Mitknobeln erwischt. Aber natürlich bin ich nicht so helle wie Holmes und so habe ich mich dann doch lieber darauf verlegt, ihm und Watson bei ihren Nachforschungen zu lauschen. Großartige Monologe seitens Holmes sucht man hier erfreulicherweise vergebens, aber dafür ist schlichtweg zu viel los. So gesehen, dürfte es gerne in jeder Folge so zugehen wie hier…ich hab‘ ja ab einer gewissen Länge etwas gegen Holmes‘ Vorträge.

Santiago Ziesmer war für mich eine Überraschung in diesem Hörspiel. Für mich ist seine Stimme einfach eine Stimme aus „modernen“ Hörspielen, die im Heute spielen, nicht unbedingt eine Stimme für Geschichten von anno Schnuff. Aber irgendwie machte dieses Gegensätzlichkeit für mich auch den Reiz seiner Rolle aus. Weil er von der Stimme her so außergewöhnlich klingt für einen Holmes-Fall, habe ich Stanley Ferris automatisch nicht recht getraut.

Dezente Untermalung begleitet das Geschenen. Ganz wie von der Reihe gewohnt, stehen der Fall und die Dialoge im Vordergrund. Die Musik steuert den passigen Anstrich bei.

Wer ist denn bitte für die Zeichnung von dem Hund verantwortlich? Für mich sieht das aus wie eine Ziege, der man Hundeohren statt Hörner aufgesetzt hat, und die mit einem Schwanz durch ihr Leben läuft, an dessen Ende eine Hand hängt. Dafür sind die Landschaft und das Haus ganz gut gelungen und wirken einsam und schaurig.

Fazit: Ich bleibe dabei, dass man nicht alles fortsetzen sollte, nur weil der Erstling super war. Hier hat man damit jedoch alles richtig gemacht. Ein spannender und unheimlicher Fall, der sich nicht lange bitten lässt, zügig zur Sache kommt und den Hörer bis zum Schluss bei Laune hält.

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