Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Titel: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 64 min  / Sprecher: Traudel Sperber, Jennik Endemann, Nadine Schreier ua

broedelInhalt: Die gutmütige und schöne Aschenbrödel will sich von ihrer bösen Stiefmutter und Stiefschwester nicht länger unterkriegen lassen. Mit ihrer kecken Art und mit Hilfe von drei verzauberten Haselnüssen kann sie schließlich das Herz des Prinzen für sich gewinnen.


Dieser Rezi muss ich einiges vorausschicken. Erstens war „Aschenbrödel“ nie ein Thema für mich. Ich habe als Kind nur „Aschenputtel“ kennengelernt. Ich hatte auch nie das Bedürfnis, mir den „Aschebrödel“-Film anzusehen, daher kenne ich ihn nicht und kann keine Vergleiche anstellen. Und zuletzt, ich halte Märchen wichtig für Kinder, bin selber aber kein Fan (mehr) davon. Einer der wenigen Punkte, in denen ich kein Kind mehr bin 😉 Somit dürfte es verständlich sein, dass ich diesem Hörspiel skeptisch gegenüber stand. Aber eben auch neugierig.
Die Geschichte ist ein Märchen durch und durch. Das arme Aschenbrödel, das von Stiefmutter und Schwester immer unterdrückt wird, aber dennoch herzensgut und liebenswert geblieben ist. Solche Figuren trifft man in manchem Märchen an und meist haben diese Außenseiter durch ihre gute Art einen Stein im Brett beim Schicksal, sodass ihnen quasi als Lohn etwas besonders Gutes widerfährt. Und auch wenn ich es mit Märchen nicht mehr habe, so kam damit auch bei mir schnell diese besondere Stimmung und das typische Flair von Märchen auf.
Ich habe mir angelesen, dass hier einige Figuren mitmischen, die im Film nicht mit von der Partie sind. Das mögen Verfechter der ursprünglichen Version verurteilen, mir ist das jedoch nicht aufgefallen, zumal sich diese Figuren gut einfügen. Dementsprechend hat es mich auch nicht gestört. Ich habe das Hörspiel genau wegen der etwas größeren Gruppe an Charakteren als besonders und erfreulich lebendig empfunden.
Eines meine ich jedoch auch ohne Kenntnis des Films sagen zu können: hier und da wurde -jedenfalls in den Dialogen- ein wenig modernisiert. Es sind Formulierungen dabei, über die ich mich bei einem Film dieses Alters sehr wundern würde. So sprach man anno Zig sicher nicht. Mir kommt das so aber sehr entgegen, denn ich habe eine Menge gegen altertümliche Sprache. So kam es mir wirklich entgegen, dass hier mit der einen oder anderen modernen Formulierung aufgelockert wurde. Mag aber sein, dass es Verfechtern des Klassikers nicht gefällt. Das kann ich mir schon vorstellen.
Ist mir aber egal, muss ich ganz ehrlich sagen.

Nadine Schreier ist als Aschenbrödel zu hören, die bei ihr nicht immer nur leise und zurückhaltend klingt, sondern auch mal energisch und selbstbewusst. Katrin Fleß dagegen erweckt eine zickige und boshafte Stiefschwester Dora zum Leben. Ich hätte Dora bei dem Quengelei wegen dem Kleid am liebsten…na egal. Ein gelungener Gegensatz zu Aschenbrödel. Traudel Sperber übernimmt den Part der Stiefmutter. Sie gibt sich nicht zickig, aber in Sachen Boshaftigkeit steht sie Katrin Fleß in nichts nach. Da kann einem Aschenbrödel schon leid tun.

Wenn man Contendo Medias Hörspiele schon ein wenig kennt, dann weiß man, dass sie in Sachen Musik und Geräuschkulisse nichts anbrennen lassen. Da bildet „Aschenbrödel“ keine Ausnahme. Die Titelmelodie entspricht wohl der des Films (auch das musste ich mir erst anlesen). Das wird Fans des Films freuen. Ich kannte sie nicht, habe ich aber dennoch als passend und märchenhaft empfunden.

Auf dem Cover ist natürlich Aschenbrödel zu sehen. Rects von ihr der Prinz, links die böse Stiefmutter und Stiefschwester Dora. Ein paar Tauben und die drei Haselnüsse sind ebenfalls zu sehen. Damit sind alle wichtigen Elemente des Märchens vorhanden.

Fazit: Ich kenne den Film nicht und werde ihn mir wohl auch nicht extra anschauen um mal den Vergleich zu sehen. Ich bin mit dieser Hörspielumsetzung auch so völlig zufrieden, zumal sie einerseits märchenhaft klingt, auch etwas altmodisch, aber andererseits an einigen Stellen aufgepeppt und modernisiert wurde. So kann man selbst mir noch Märchen schmackhaft machen. Ich bin auf weitere Märchen von Contedo Media gespannt.

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