Bibi Blocksberg (112) – Das TV-Hex-Duell

Titel: Bibi Blocksberg (112) – Das TV-Hex-Duell / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 40 min / Sprecher: Susanna Bonasewizc, Inken Sommer, Constanze Harpen ua

bibi112Inhalt: Bei einer heimlichen Hexerei besudelt Bibi das sehr seltene Kosmetik-Hexbuch ihrer Mutter. Leider darf man Hexbücher nicht sauber hexen. Aber genau diese Ausgabe gibt es gerade zu gewinnen, weiß Oma Grete, und zwar beim Hexduell, einer Spielshow auf Hex-TV. Klar, dass die beiden da mitmachen!Allerdings bekommen sie eine harte Gegnerin: Malicia!


Ja, ich weiß, dass die Zeiten sich ändern. Ich habe mich zähneknirschend damit abgefunden, dass viele Bibi-Folgen mittlerweile typisch Mädchen und rosarot sind, dass ständig irgendwelche Junghexen oder eine neue Hexe nach der anderen mitmischt, und meinetwegen darf auch jeder dahergelaufene Trend verwurstet werden. Aber wenn das alles schon sein muss, dann packt das doch bitte wenigstens in eine griffige und spannende Geschichte, die nicht wie Fastfood klingt: schnell verschlungen, aber ohne  Nachwirkungen im Sinne von „es ist aus irgendetwas davon hängengeblieben“.
Diese Folge habe ich gehört, das Geschehen zur Kenntnis genommen und als ich durch war, hatte ich das meiste bereits wieder vergessen. Mal wieder ist es eine vermasselte Hexerei (gab es ja auch noch NIE), die ausgebügelt werden muss und -was für ein Zufall!- eine Hexen-Quizshow im Fernsehen, wo man den verhunzten Gegenstand gewinnen kann, hat gerade zwei Kandidatenplätze frei. Mami darf davon nichts wissen, also muss Papa Blocksberg sie mit total albernen Aktionen von der Glotzkiste fernhalten. Unterdessen kämpfen sich Bibi und Oma Grete durch die völlig unspeaktakuläre Quizshow. Spannung gleich Null, nicht zu einem einzigen Augenblick auch nur ein Hauch davon.
Dann habe ich da noch ein paar Fragen: es gab Zeiten, da sollte die Hexerei geheim gehalten werden. Heute stellt man sich mit seinen Fähigkeiten ins Fernsehen? Bibi musste sein Zimmer immer normal aufräumen, aber heute kommt die Oma und hext sauber mit der Bemerkung „Wozu sind wir Hexen?“ daher? Papi, der von der Hexerei nie viel wissen wollte, reißt sich plötzlich um den Posten als Telefonjoker? Und seit wann bitte, ist Barbaras Kosmetikhexbuch (!) ihr Heiligstes?

Die Sprecher kann man wie gewohnt durchwinken. Vor allem Susanna Bonsewicz klingt mir zwar im Vergleich zu früher sehr aufgesetzt und kaum noch so locker wie sonst, aber vielleicht kommen die vierjährigen Hörerinnen sonst nicht mit? Das muss man wohl in Kauf nehmen, wenn die Altersempfehlung absackt. Inken Sommer gibt eine vergnügte Oma Grete.

Musikalisch gibt es außer dem Titellied nichts Erwähnenswertes und ins Sachen Geräusche ist alles beim Alten: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. In dieser Hinsicht haben die Folgen sich aber noch nie wirklich verausgabt, daher kann man dieser daraus keinen Vorwurf machen.

Das Covermotiv zeigt Bibi und Oma Grete samt ihren beiden Quiz-Gegnerinnen und der Moderatorin Amanda . Im Hintergrund sieht man die bunte und glitzernde Fersehwelt. Ein ziemlich vollgestopftes Cover, wie ich finde.

Fazit:  Hören und vergessen, aber ganz schnell! Substanzlos, voller Zufälle, unspannend, unglaubwürdig und albern.

1 Comment

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  1. Vielen Dank für deine Rezis, die ich oft hilfreich finde.

    In diesen Fall allerdings bin ich mir nicht sicher, wie sinnvoll es ist, eine Geschichte für ab 4jährige aus dem Blickwinkel und mit der Lebenserfahrung einer Erwachsenen zu bewerten. Wenn ich mir vorstelle, meine 30 Jahre ältere Mutter hätte damals meine Kinderhörspiele oder gar Comics rezensiert, ohje! Da wäre mir viel Spannendes (das inzwischen längst zum Klassiker geworden ist) und vielleicht auch Albernes entgangen! Hörspiele, von denen wir heute noch schwärmen, weil wir sie immer noch toll finden. Und auch darunter waren einige, die substanzlos und albern waren, ja sicher! Warum auch nicht? Was spricht denn gegen leichte, kurzweilige Kinderunterhaltung? Ich erwarte ja auch nicht bei jedem Topfschlagen ein virtuoses Trommelkonzert. 😉

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