Gruselkabinett (94) – Tobias Guanerius

Titel: Gruselkabinett (94) – Tobias Guanerius / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 47 min / Sprecher: Tobias Nath, Peter Weiss, Kerstin Sanders-Dornseif ua

gk94Inhalt: Tobias Guarnerius verdient als Geigenbauer für sich und seine Mutter mit Müh und Not das Allernötigste. Sein kostbarster Besitz ist eine sehr besondere Geige. Als seine Mutter im Sterben liegt, fasst er einen folgenschweren Plan.


Dies ist wieder eine dieser „Gruselkabinett“-Folgen, die ich mehrfach gehört habe, weil ich dachte, dass mir der dramatische oder wenigstens gruselige Höhepunkt irgendwie entgangen sein musste. Nur um am Ende festzustellen, dass es ihn gar nicht gab. Weder einen dramatischen, noch einen gruseligen Höhepunkt.
Dabei fand ich die Story gar nicht mal so schlecht. Die Idee des Geigenbauers ist schon ziemlich ungeheuerlich und man kann nur den Kopf schütteln, was er für die Umsetzung hinnimmt. Es braucht schon eine gewisse Besessenheit um am Sterbebett eines Menschen so viel Abgebrühtheit aufzubringen.
Allerdings lassen die Kosequenzen nicht lange auf sich warten und urplötzlich plagen den Geigenbauer Gewissensbisse. Seine Jagd nach der Geige ist zwar abenteuerlich und von Schwierigkeiten geprägt, aber echte Spannung kam alleine daher bei mir nicht auf. Und den Klang der Geige habe ich keineswegs als schaurig empfunden. Man hört halt eine Geige, mehr ist es nicht. Es braucht schon Phantasie um das hineinzuinterpretieren, was dem Klang später nachgesagt wird.
Einen Pluspunkt vergebe ich noch aufgrund der geradlinigen Handlung und der überschaubaren Anzahl an Figuren. Man kommt so gut mit und läuft nicht Gefahr, sich zu verfransen.

In der Rolle des Tobias Guanerius ist Tobias Nath zu hören, der die Besessenheit zu Anfang und die spätere Verzweiflung dieser Figur glaubhaft rüberbringt. Kerstin Sanders-Dornseif gibt zunächst eine energische und selbstbewusste Mutter. Da ist es umso erschreckender, wenn man sie wenig später so verzweifelt hört. Ein toller Kontrast.

Es geht in dieser Geschichte um eine Geige. Da versteht es sich von selbst, dass auch in der Untermalung dieses Instrument zu hören sein sollte. Das ist gut gelungen und steht der Handlung natürlich prima. Die Klänge der Geige hörten sich für mich allerdings nicht viel anders an als die jeder anderen Geige.

Selbstverständlich gehört die Geige samt ihrem Spieler auf das Cover. Man sieht den bewunderten Tobias Guanerius. Es könnte ein einfach beeindruckendes Motiv sein, wenn es den Schatten der Frau im Hintegrund nicht gäbe. Der macht neugierig.

Fazit:  Eine angenehm geradlinige und überschaubare Geschichte, der eine durchaus interessante Idee zugrunde liegt. Guanerius‘ Abgebrühtheit lässt einen staunen. Wirkliche spannend fand ich die Story aber nicht, und gruselig schon gar nicht. Da hätte die Geigenmusik mehr hergeben müssen…

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