Mord in Serie (16) – Tod über den Wolken

Titel: Mord in Serie (16) – Tod über den Wolken / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 60 min  / Sprecher: Simona Pahl, holger Löwenberg, Katja Brügger ua

mis16Inhalt: Der Drohnenangriff auf einen Talibanführer sorgt nicht nur für politische Spannungen, sondern auch eine erhöhte Terrorwarnung. Ein Routineflug von Berlin nach New York wird für Stewardess Helena Fink zum Albtraum, nachdem einer der einer der Passagiere spurlos verschwindet. Als weitere Fluggäste tot aufgefunden werden, besteht kein Zweifel mehr: an Bord befindet sich ein Killer! Während die Piloten im Cockpit gegen eine schreckliche Unwetterfront ankämpfen, fordert Helena den Mörder zum Duell heraus.


Wenn die Schauplätze auf festem Boden für den Moment ausgeschöpft sind, dann kann man zur Abwechslung mal in die Luft gehen. Sicher ist „Tod über den Wolken“ nicht der erste Krimi / Thriller, der in einem Flugzeug spielt, aber für mich ist dies immer noch einer der besten Schauplätze. Alleine, weil Raum und die Anzahl der wichtigsten Personen dort stark eingeschränkt sind. Das dient der Übersichtlichkeit, was ich stets begrüße. Für mich bürgt solch ein Setting immer für Spannung, was auch für diese Folge gilt.
Ohne den Rückentext hätte ich mit der Anfangsszene wenig anzufangen gewusst, daher fand ich den Einsatz des Nachrichtensprechers anschließend gut. So weiß man genau, was vorgefallen ist. Immerhin ist das von Bedeutung für den Verlauf der Geschichte. Obendrein nimmt man sich damit eines seit 2001 sehr präsenten Themas an.
Die Story wird lediglich von einer guten Hand voll Figuren bestritten. Im Flugzeug treibt ein Mörder sein Unwesen. Zwei Stewardessen und ein Flugsicherheitsbegleiter setzen alles daran, ihn zu entlarven. Das ist erstens spannend, denn eine solche Suche bringt natürlich Gefahren mit sich, zweitens lädt es aber auch zum Miträtseln ein. Wer könnte es sein? Und warum? Besteht tatsächlich ein Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Talibanführer? Ich habe ganz gut geknobelt und auf die Auflösung wäre ich im Detail sicher nie gekommen. Ich hatte nur so eine Ahnung, wer es sein könnte…und lag damit auch richtig.
Zusätzliche Dramatik steuert ein recht alltägliches „Problem“ auf Flugreisen bei. Ein Sturm mit Gewitter und Hagel! Das dürfte vielen Hörern eine ordentliche Gänsehaut bereiten. Und dann auch noch ein Killer! Da zieht man doch glatt in Erwägung, ab sofort kein Flugzeug mehr zu betreten!
Eine Frage habe ich allerdings: wieso zum Teufel geht Frau Heck nicht selber nach ihrem Kerl schauen, wenn sie sich solch große Sorgen macht? Er durfte ja offenkundig auch rumlaufen! Da hätte sie doch ganz einfach selber mal ihren Allerwertesten…naja, lassen wir das!

Besonderen Eindruck hat bei mir Simona Pahl alias Stewardess Helena Fink hinterlassen. Am Anfang klingt sie noch so aufgeregt und kleinlaut, aber im Laufe der Geschichte wächst Helena über sich hinaus, und das hört man auch. Ihre Stimme wird zusehends fester und entschiedener. Bei Friederike Solak, die Helenas Kollegin Nicole Jahnke spricht, saß mir an zwei, drei Stellen die Betonung an der falschen Stelle. Davon abgesehen bildet sie stimmlich einen schönen Kontrast zu Simona Pahl, indem sie von Beginn an deutlich cooler und spöttischer klingt als Helena. Holger Löwenberg hat man erfreulicherweise keinen pseudoamerikanischen Akzent aufgezwugen. Seine tiefe Stimme klingt beruhigend, was gut zu seiner Rolle des Flugsicherheitsbegleiters passt. Später hört man aber auch das Befehlsgewohnte heraus, was einer Figur mit dieser Funktion ebenfalls steht.

Ich muss gestehen, dass die Musik bei mir keinen allzu großen Eindruck hinterlassen hat. Ich hatte das Gefühl, dass man in dieser Hinsicht hier etwas kürzer tritt als in den vorigen Folgen der Reihe. Es gibt einzelne Stücke, meist bedrohlich ruhig und leise, mehr aus dem Hintergrund heraus, doch bei mir sind eher die Geräusche hängengeblieben. Vor allem das Geräusch eines startenden Flugzeugs, das oft zwischen einzelnen Szenen zu hören ist und einem immer wieder vor Augen führt, wo die Geschichte spielt. Das hat mir so sehr gut gefallen.

Selbstverständlich ist auf dem Cover ein Flugzeug zu sehen. Alles andere hätte mich gewundert. Ich fliege wirklich super gerne, trotzdem finde ich Flugzeuge irgendwo auch eine Spur bedrohlich, so schwer und plump wie sie oft wirken. Dass sowas fliegen kann… Daher macht sich die Maschine auf dem Cover auch so gut. Zusammen mit dem düsteren Himmel und den Blitzen ergibt sich ein Unheil verkündendes Motiv.

Fazit:  Ein weiterer spannender Thriller in dieser Reihe. Bei mir konnte er vor allem mit dem überschaubaren Setting punkten, das geradezu zum Miträtseln einlädt. Die Auflösung war eine echte Überraschung, zumindest was das Motiv anbetrifft. „Mord in Serie“ kann auch überiridisch 😉

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