Mark Brandis (30) – Planetaktion Z

Titel: Mark Brandis (30) – Planetaktion Z / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 78 min / Sprecher: David Nathan, Fabian Kluckert, Michael Lott ua

brandis30Inhalt: 2136: Ein Notruf hat den Raumnotrettungskreuzer »Florence Nightingale« zur »Barrakuda« geführt. Im leeren Luxuskreuzer entdeckt Vormann Grischa Romen Spuren eines Verbrechens, das er sich nicht erklären kann. Als er zur Erde zurückkehrt, stellt er fest, dass sich das politische Klima der Union inzwischen verändert hat. Bereits ausgerottet geglaubte Fremdenfeindlichkeit ist wieder aufgeflackert, und bald muss der stolze Tzigan um sein Leben fürchten.


Ganz ehrlich gesagt, empfinde ich diese Besprechung als vergleichsweise schwierig. Hauptsächlich deshalb, weil sie bei mir nicht in erster Linie den Eindruck einer Science Fiction Story hinterlassen hat. Natürlich spielen Großteile der Geschichte im Weltraum und auf Raumkreuzern usw, doch das stand für mich hier nicht im Mittelpunkt.
Stattdessen habe ich die rassistische Einstellung Grischa gegenüber und dem daraus resultierenden Umgang mit ihm als zentrales Thema empfunden. Und damit ein Thema, das auch gerade heute in unserer Zeit allgegenwärtig und präsent ist. Es ist schon eine Sauerei, wie mit Grischa hier umgegangen wird und ich war wirklich empört. Aber ich habe eben auch oft den Kopf über ihn geschüttelt. Statt dass der Kerl -wo er doch weiß, was man von ihm hält und denkt- einfach mal im richtigen Moment die Klappe hält, statt auszurasten! Und sich dieser Bande anzuschließen, wo er doch ahnt, dass da nur Elend bei rauskommen kann! Er ist doch ein solch schlauer Bursche und kann sich nicht denken, dass es in seiner Situtaion ratsam wäre, erstmal die Füße stillzuhalten?
Somit habe ich die ersten beiden Drittel der Geschichte zwar als empörend empfunden, konnte aber nicht nachvollziehen, dass sich der sonst so kluge Grischa zu solch einem Quatsch hinreißen lässt.
Natürlich gerät Grischa mit den anderen Tzigarni am Ende in eine lebensgefährliche Situation und die Rettungsaktion bringt dann endlich einen Schuss Action ins Geschehen. Und außdem eine Menge Dramatik. Ich habe selten bei einem Hörspiel geheult, aber hier! Und wehe, das bleibt tatsächlich so!

Bei dieser Reihe muss man über keinen Sprecher mehr große Worte verlieren. David Nathan glänzt als Grischa Romen, lässt ihn anfangs selbstbewusst und stolz, später oft verzweifelt und kleinlaut klingen. Fabian Kluckert hat mir mit seiner klaren Stimme ebenfalls sehr gut gefallen. Und Michael Lott weiß in seinen vergleichweise seltenen und kurzen Szenen genauso gut zu überzeugen. Hier darf er wieder einige Male die im Prolog gepriesene Menschlchkeit herausklingen lassen.

Da es wirklich bis zum letzten Drittel dauert ehe es hier actionmäßig zur Sache geht, präsentiert sich der Sountrack lange Zeit eher ruhig und zurückhaltend, versteht es dabei aber dennoch, die jeweils nötige Atmosphäre heraufzubeschwören. Der Geräuschkulisse ist ein weiteres Mal nichts vorzuwerfen. Hier klingt insgesamt alles wie aus dem sprichwörtlichen Bilderbuch.

Das Cover gewährt dieses Mal einen Blick hinein in ein Raumschiff. Der Qualm, der aus der offenen Tür quillt und das Blut verheißen nichts Gutes. Das stimmt neugierig auf die Geschichte.

Fazit:  Die Folge befasst sich mit einem ganz aktuellen Thema, und das obwohl sie uns 122 Jahre voraus ist. Ich war ehrlich empört darüber, wie man mit Grischa umgeht, fand aber andererseits auch, dass er sich einige Male echt deppert anstellt. Man muss halt auch wissen, wann man mal besser die Klappe hält! Dennoch bin ich fassungslos über den Ausgang der Geschichte. Das kann es doch nicht sein!

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  1. Statt dass der Kerl -wo er doch weiß, was man von ihm hält und denkt- einfach mal im richtigen Moment die Klappe hält, statt auszurasten! Und sich dieser Bande anzuschließen, wo er doch ahnt, dass da nur Elend bei rauskommen kann! Er ist doch ein solch schlauer Bursche und kann sich nicht denken, dass es in seiner Situtaion ratsam wäre, erstmal die Füße stillzuhalten?
    Das verstehe ich nicht ganz: welcher Bande schliesst Grischa sich an? Und wann sollte er von der Situation genug gewusst haben, um erst mal die Füße stillzuhalten? Ich habe das ganz anders verstanden.

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