Point Whitmark (40) – Das Orakel des Unheils

Titel: Point Whitmark (40) – Das Orakel des Unheils / Verlag: Decision Products / Spielzeit: ca. 72 min  / Sprecher: Sven Plate, Axel Lutter, Hubertus Schulte ua

pw40Inhalt: Ratten, überall Ratten! Jay, Tom und Derek erkunden das Labyrinth der unterirdischen Schmugglertunnel, um herauszufinden, was die Tiere seit Tagen so aggressiv macht. Durch einen Zufall geraten sie auf das prachtvolle Anwesen von Solomon Resul, wo die Zeit auf wundersame Weise stehengeblieben zu sein scheint.
In den verwaisten Korridoren und Sälen herrscht tiefes Schweigen.Ein uralter Fluch ist zu neuem Leben erwacht und begräbt Haus und Menschen unter ewigem Wüstensand.
Was hat es mit dem legendären Orakel der Goldenen Bilder auf sich?
Der Weg dorthin führt abwärts in die verbotene Halle und vorbei am Blinden Wächter, der keinerlei Eindringen duldet


Da haben wir sie also nun, die agenumwobene 40. Folge der Reihe. Endlich hat das Spekulieren (ist es ein Soundtrack oder ein Hörspiel?) ein Ende. Für mich allerdings zunächst eines mit Schrecken. Die Suche der Jungs nach der Ursache für die Rattenplage in den Schmugglertunneln gefiel mir noch ganz gut, doch dann: ein Haus ganz im Orient-Stil. Ich habe mit dem Orient nichts am Hut und hoffte nur, dass es nun nicht die ganze Story hindurch um irgendwelche Mythen und Märchen von dort gehen würde.
Zum Glück tut es das nicht. Jedenfalls nicht übermäßig. Natürlich gibt es Situationen mit Touch in diese Richtung, aber die sind dann wenigstens dermaßen schräg, dass es nicht nach Wüste riecht, sondern mitunter durchaus schaurig wirkt. Da war es mal von Vorteil, dass die Reihe über die neueren Folgen hinweg einen immer abgefahreneren Charakter angenommen hat. Die Vorstellung von dem blinden Wächter und einer im Sand untergehenden jungen Frau ist schon für Gänsehaut gut.
Allerdings natürlich auch für die Frage: was im Namen von Allah geht in diesem Hase eigentlich vor sich?
Die Klärung dieser Frage ist für die drei Jungs recht gefährlich. Einer droht zu ertrinken, ein anderer bleibt bei den Ratten zurück und allen wird immer wieder ihr baldiger Tod in Aussicht gestellt. Es ist also ordentlich was los und langweilig wird es einem nie.
Die Auflösung ist zwar ganz sinnig, aber ehrlich gesagt, frage ich mich doch, ob Achtjährige damit schon etwas anfangen können. Ab diesem Alter werden die Hörspiele laut rückwärtigem Cover empfohlen. Außerdem muss man darauf erstmal kommen, was Tom da erklärt. Aber gut, von sowas hatte der ja immer schon Ahnung. Daher lasse ich das gelten.
Zuletzt nur noch eine Frage, die ich schon in einer Rezi zu einer früheren Folge gestellt habe: wann ist Derek bitte zu so einem Motzkopp und Miesepeter geworden? Lustig, verfressen, mäßig begabt auf seiner Gitarre, dafür aber Feuer und Flamme für die Musik, und durchaus mit hellen Momenten hat er mir besser gefallen als so. Was soll das, eine Figur so zum Schlechten zu verändern?

Die drei Hauptsprecher sind in vertraut guter Form. Für meinen Geschmack ergänzen sich Sven Plate, Kim Hasper und Gerrit Schmidt-Foss ideal. Wenn man nun noch Gerrit Schmidt-Foss den mauligen Ton wieder abgewöhnen würde, wäre es sogar noch besser.
Gerals Paradies rechne ich es hoch an, dass er zwar mit Akzent spricht, das aber in Maßen. Man hört Solom Resul seine Herkunft an -das soll auch so sein- ohne dass es überzogen wirkt. So fiel es mir leicht, mir ein Bild von dieser Figur zu machen und sie auch ernst zu nehmen.

Musikalisch wird eine shcöne Mischung aus düsteren Stücken und gelegentlichen orientalischen Klängen geboten. Das sorgt vor allem bei den Passagen in Solomon Resuls Haus für die nötige Atmosphäre. An der Geräuschkulisse gibt es ebenso wenig auszusetzen. Aussetzer in diesem Bereich erwarte ich von der Reihe aber auch gar nicht.

Das Covermotiv setzt einmal mehr auf kräftige, leuchtende Farben, was mir wie immer sehr gut gefällt. Die schattige Gestalt mit der Waffe wirkt angemessen unheimlich und bedrohlich.

Fazit:  Eine spannende Folge, die gespickt ist mit phantasievollen bis schrägen Ideen. Doch die wirken ganz gut, sodass man sich auch mal ein wenig gruseln kann. Trotzdem würde ich mir mal wieder eine oldschool-Folge in Point Whitmark wünschen mit ein paar der „alten“ Figuren.

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