Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (17) – Die drei Diven

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (17) – Die drei Diven / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Christian Rode, Jürgen Thormann, Gerald Paradies, Thomas Petruo ua

newholmes17Inhalt: Der Geigenvirtuose Etienne Rabeau bittet Holmes, den Tod eines Freundes aufzuklären. Anscheinend musste der ältere Herr sterben, weil er kurz zuvor eine unscheinbare Violine ersteigert hatte. Welches tödliche Geheimnis umgibt das Instrument? Das ist nur eines von vielen Rätseln, die Londons größten Detektiv in den rauen Norden Schottlands führen. Dort kommt es zur Konfrontation mit einem Gegner, der zu allem bereit ist.


Bislang war ich von diesen „Neuen Fällen“ für Holmes immer ganz angetan. Deshalb bin ich selbst ein bisschen überrascht, dass ich mit diesem Fall gar nicht warmgeworden bin. Es beginnt zwar nicht übel mit dem neuen Auftrag, der einen durchaus spannenden Fall verspricht, und ersten Ermittlungen in einer verwüsteten Instrumentenwerkstatt, doch im Weiteren ließ die Geschichte in meinen Ohren immer mehr nach. Schon wie Holmes auf dieses eine Herrenhaus kommt, war für mich nicht nachvollziehbar. Bei allem Genie, das ich ihm zuspreche, aber das ging mir zu weit.
Noch viel schlimmer fand ich es allerdings, dass sich Holmes, Watson und der Hausherr des Herrenhauses im Zuge der weiteren Nachforschungen von Rätsel zu Rätsel hangeln. Und zwar solchen Rätseln, mit denen sich die „Drei ???“ oft herumschlagen, wenn sonst nirgends etwas Detektivisches rauszuholen ist. Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Vergleich mal anstellen würde, aber genau daran hat es mich erinnert. Das habe ich als sehr schwach empfunden. Holmes mit ein paar niedergeschriebenen Rätseln zu fordern statt mit mysteriösem Geschehen, das ist ehrlich wenig. Ist doch klar, dass das helle Köpfchen solche Rätsel ohne nennenswerte Probleme löst. Also nein, da habe ich lieber eine geheimnisvolle Story mit Verdächtigen, über die man nachgrübeln und an der man knobeln kann.
Zum Ende hin geraten Holmes, Watson und Sir Thomas Geoffrey in eine wirklich gefährliche und brenzlige Situation. Leider wird diese dermaßen in die Länge gezogen, dass es schnell öde wird. Und bitte: ist es ehrlich so gedacht, dass man Mitleid mit einem Mörder bekommt, wenn er so von seinen Motiven für die Taten erzählt? Das kann ja wohl nicht sein!

Was die Sprecher anbelangt hat man für mein Empfinden alles richtig gemacht. Christian Rode und Peter Groeger sind wie gewohnt das ideale Doppel. Jürgen Thormanns Stimme gehört sowieso zu meinen Favoriten. Im Nu hat man ein Bild von Etienne Rabeau vor Augen. Und wenn Gerald Paradies loslegt, dann denke ich immer, ich höre ALF. Schon alleine dafür leibe ich seine Stimme. Aber mir gefällt auch das Bild von dem gewitzten Butler, das er damit vermittelt.

Musikalisch gibt sich diese Folge ebenso bedeckt wie ihre Vorgänger. Dann und wann sind leise Stücke zu hören und natürlich mischt eine Violine mit, was prima zur Geschichte passt.

Ich habe bei dem Begriff „Diva“ etwas anderes vor Augen als eine Violine. Deshalb empfand ich das Covermotiv als  rätselhaft. Nichtsdetotrotz ist es für die Story ideal. Mit den kräftigen Rottönen ist das Cover außerdem ein Blickfang.

Fazit: Der Fall begann vielversprechend, zog sich dann aber tierisch in die Länge. Holmes mit ein paar niedergeschriebenen Rätseln zu fordern, habe ich als schwach empfunden. Und das dramatische Finale wird dermaßen asgewalzt, dass es bald jegliche Dramatik verliert.

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