Gespenster Krimi (03) – Hollywood-Horror

Titel: Gespenster Krimi (03) – Hollywood-Horror / Verlag: Contendo Media & Audionarchie / Spielzeit: ca. 68 min / Sprecher: Eva Michaelis, Martin May, Norbert Langer ua

gespkrimi03Inhalt: Hollywood verfilmt die grauenhaften Taten des Serienmörders Gordon Gloom. Kurz darauf ereignet sich am Set die erste Bluttat, die nicht im Drehbuch steht. Hauptdarsteller Ryan Swann scheint die Rolle des Killers etwas zu ernst genommen zu haben. Auf der Flucht vor der Polizei versucht Ryan, den wahren Täter zu finden. Es scheint, als wäre der echte Gordon Gloom seinem Grab entstiegen, um blutige Rache zu nehmen – und versetzt dabei die gesamte Traumfabrik in Angst und Schrecken!


Über diese Folge wollte ich ursprünglich erst schreiben nachdem ich Earl Warrens Vorlage aus dem Jahr 1974 gelesen habe. Scheinbar ist es jedoch so gut wie unmöglich an dieses Heft zu kommen. Mich hätte nämlich interessiert, inwieweit die Geschichte für das Hörspiel modernisiert worden ist bzw wieviel von der alten Geschichte noch übrig ist. Denn es muss modernisiert worden sein, denn 1974 gab es zB defintiv noch kein Internet.
So kann ich nun nur vermuten, dass man sich soweit wie möglich an die Vorlage gehalten hat. Dafür spricht vor allem der Trash-Faktor der Story um den von den Toten zurückgekehrten Serienmöder Gordon Gloom. Damit würde man heute kaum noch einen Horrorfan hinter dem Ofen hervorlocken. Doch in diesem Oldschool-Stil wie hier klappt das ganz gut. Da macht gerade das Trashige die Geschichte so „charmant“. Da kann man beim blutigen Auftritt des Killers sogar noch grinsen, und das hat mir gefallen. Eine Gänsehaut hat mir „Hollywood-Horror“ aus diesem Grund widerum nicht beschert.
Für Spannung sorgt vor allem die Frage, ob Ryan und Sheila dem Bösen Einhalt gebieten werden, oder ob es am Ende doch triumphiert. Ich traue diesen Geschichten immer auch ein böses Ende zu, was sie für mich zusätzlich reizvoll macht. Hier steht selbst im großen Finale lange nicht fest, wie es ausgehen wird. Für meinen Geschmack zog sich dieses Finale allerdings ziemlich hin, das hätte ruhig etwas kürzer ausfallen dürfen.
Außerdem hätte ich mir mehr Handlung am Filmset gewünscht. Das ist für mich ein Schauplatz, an dem man ideal mit Realität und Fiktion spielen und so für Verwirrung und auch Grusel sorgen kann. Doch das scheint die Vorlage nicht herzugeben, leider.

Tobias Schmidt und Eva Michaelis ergeben in den Hauptrollen ein feines Doppel. Sie lässt Sheila selbstbewusst und energisch klingen. Ihm nimmt man Ryans zunehmende Verzweiflung auf Anhieb ab. Martin May übertreibt mir als untoter Gordon Gloom oft eine Spur zu sehr. Ich weiß nicht, ob das so gewollt ist um es schräger wirken zu lassen. Mir war er jedenfalls wahlweise zu bösartig, zu blutrünstig, zu jammervoll und und und. Schaurig kam er dafür nie rüber. Die Folge ist recht erzählerlastig, was mich aber noch nie gestört hat. Reent Reins trifft den richtigen Ton dafür und oft hört man ihm nahendes Unheil bereits an, sodass man neugierig auf das folgende Geschehen wird.

Die eingesetzten Musikstücke scheinen oft einem altmodischen Gruselfilm entsprungen zu sein. Das steht der Story sehr gut! Lauter wird es nur selten, aber wenn, dann hat das Geschehen auch sofort die Aufmerksamkeit des Hörers. So sollte das in meinen Ohren sein. Dauerhafte laute Beschallung verleitet zum Weghören. Das kann hier nicht passieren.

Das Covermtoiv gefällt mir prima mit dieser Hand, die sich aus dem Erdboden gegraben hat. Vor dem dunklen Hintergrund und mit den schiefen Grabkreuzen wirkt das durchaus unheimlich. Den Hollywood-Schriftzug dagegen habe ich erst beim dritten Hinsehen entdeckt.

Fazit: Hier hat man eine Gruselgeschichte aus den 70ern ins Heute geholt. Entsprechend trashig wirkt die Story. Fans dieses Stils kommen hier klar auf ihre Kosten, echten Grusel darf man aber nicht erwarten. Ich habe die Folge als eine Ecke schwächer als die Mörder-Bäume empfunden.

 

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