Gruselkabinett (98) – Der Schimmelreiter

Titel: Gruselkabinett (98) – Der Schimmelreiter / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 100 min , 2 CD s / Sprecher: Johannes Raspe, Peter Weis, Dagmar von Kurmin ua

gk98Inhalt: 1756: Ist der prächtige Schimmel des jungen Deichgrafen Hauke Haien in Wahrheit das auf unheimliche Weise wiederbelebte Pferde-Skelett von der verlassenen Jevershallig? Die Dorfbewohner im windumtosten Nordfriesland sind sich sicher, dass es so ist und fürchten Ross und Reiter.


Den „Schimmelreiter“ kannte ich vom Titel her natürlich. Sogar, dass er von Storm ist, wusste ich. Inhaltlich wusste ich nichts darüber. So alte Geschichten sind nicht mein Ding. Dass es eine gruselige Geschichte sein könnte, habe ich erst recht nicht geahnt. Daher war ich überrascht, ihn in dieser Serie anzutreffen.
Ich weiß immer noch nicht, ob er im Original gruselig ist. Aber als Hörspiel ist er es definitiv nicht! Das war wieder so eine Folge, die ich unzählige Male gehört und darauf gewartet habe, dass endlich mal etwas passiert. Und jedes Mal habe ich auf der Hälfte kapituliert. Denn es passiert einfach nichts. Es sei denn man gruselt sich bei einer totgetretenen Katze. Da habe ich mich jedoch nicht gegruselt, sondern den Täter lediglich aus tiefstem Herzen gehasst. Ansonsten ist es ein ständiges Blabla um Deiche, Eingetumsverhältnisse, Hickhack unter Dörflern und eine absolut öde Romanze.
Dann endlich: eine neblige Hallig, Skelette…jetzt muss sich doch was tun! Nebel und Skelette sind doch gute Zutaten für wenigstens etwas Grusel. Aber nichts! Allenfalls etwas Dramatik, aber das macht für mich keine Folge „Gruselkabinett“ aus.
Ich erwarte hier keinen blutigen Horror, keine geifernden Zombies und keine folternden Psychopathen, überhaupt nicht! Ich weiß, hier werden Klassiker zu Gehör gebracht und früher gab es das alles noch nicht so wie heute. Da gab es Schauergeschichten, aber genau die erwarte ich eben auch. Und „Der Schimmelreiter“ ist für mich ganz klar keine Schauergeschichte. Für mich ist das eher ein (Familien)drama.

Als Hauke Hein ist Johannes Raspe zu hören. Und auch wenn die Figur bei mir nach der Attacke auf die Katze auf ganzer Linie verloren hatte, so muss ich doch zugeben, dass mich Raspes Darbietung beeindruckt hat. Es gelingt ihm, einem ein genaues Bild von Hauke zu vermitteln: energisch, rebellisch, mutig, aber auch ruppig, wenn es angebracht ist. Kristine Walther konnte mich dagegen gar nicht überzeugen. Ja, ich mag burschikose Frauengestalten mit markanter, statt süßer Stimme. Aber meist klingt es einfach nur langweilig. Bei ihrem „Jaaaaaa?“ auf Haukes: „Elke…?“ habe ich fast die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Meine Highlights in diesem Bereich waren klar Dagmar von Kurmin, Peter Weis und Clara Fischer.

Den Geräuschen kann man nichts vorwerfen, da ist alles vom Feinsten. Es kommt sofort Küstenstimmung auf mit Wellenrauschen, Möwenschreien und dem Pfeifen des Winds. Das sorgt für Atmosphäre und versetzt den Hörer direkt an die See. Richtig toll! Was die Musik anbetrifft, hält sich die Folge ein ganz kleines bisschen zurück im Vergleich zu den meisten anderen Folgen der Reihe. Für mich hätte es noch weniger sein können, aber ich will nicht so sein. Die Richtung stimmt.

Was sonst sollte auf dem Cover zu sehen sein, wenn nicht Ross und Reiter? Der Schimmelreiter, um genau zu sein. Ein zu hundert Prozent passendes Motiv. Der sturmzerzauste Himmel, die Dünenlandschaft und das Meer runden das Bild ab.

Fazit:  Kurz und knapp: langweilig, mordsmäßig in die Länge gezogen und ganz und gar ungruselig.

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