Gruselkabinett (99) – Die Toten sind unersättlich

Titel: Gruselkabinett (99) – Die Toten sind unersättlich / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 66 min / Sprecher: Simon Jäger, David Nathan, Antje von der Ahe ua

gk99Inhalt: In den verschneiten Karpaten in den 1880er Jahren: Auf einem einsamen Felsen erhob sich einst das alte, halbverfallene Schloss Tartakow, von dem der Volksmund mancherlei unheimliche Sagen zu berichten wusste. Immer wieder fühlten sich junge Männer davon angezogen und wagten es, das alte Gemäuer zu betreten, um hinter sein Geheimnis zu kommen.


Nachdem die Vorgängerfolge bei mir so gar nicht punkten konnte, habe ich diese CD mit großen Bedenken in den Player geschoben.
Tatsächlich hat sie mir auch eine Spur besser gefallen. Immerhin hat man mit den verschneiten Karpaten, einem teilweise verfallenen Schloss, einem seltsamen Kastellan und einer unheimlichen weißen Statue einige Elemente, die für ein gruseliges Flair sorgen. Mit der Liebe und Leidenschaft, mit der Manwed diesem Wesen verfällt, ist zudem eine gewisse Romantik gegeben, die für mich zu Geschichten dieser Reihe irgendwie dazu gehört. Später wird es dann deutlich leidenschaftlicher, aber wie der Titel schon sagt, sind die Toten eben unersättlich. Wer könnte es dem Manne also übelnehmen?
Knackpunkt für mich stellt erstens der unvollständige Spannungsbogen dar. Es beginnt verheißungsvoll mit den Sagen um das Schloss und den Ereignissen dort, Manweds Lage spitzt sich zusehends zu und dann…endet die Geschichte einfach. Es folgt zwar noch ein Epilog, wenn man so will, aber mir fehlte das Dazwischen. So wirkt das einfach wie abrupt abgeschnitten. Es bleibt einem nur noch, sich nach Ende des Hörspiels seine eigenen Ideen und Vorstellungen vom Dazwischen zu machen.
Zweitens hätte ich mir gewünscht, Maurizi Kanopka hätte eine größere Rolle gespielt. Diese Figur fand ich mindestens ebenso unheimlich wie die Fürstin Tartarowska. Da hätte man noch einen weiteren Schuss Grusel rausholen können, ganz sicher.

Scheinbar hat sich David Nathan speziell für „Gruselkabinett“-Folgen voller Liebe und Leidenschaft bewährt. Schon in „Der Mönch“ sprach er solch eine Figur. Hier ist es nun als Manwed zu hören. Ich muss allerdings sagen, dass er für mich nicht leidenschaftlich, sondern eher pathetisch klingt. Und dabei bleibt jegliches Gefühl auf der Strecke, so sehr Manwed auch betont, welch überwältigende Gefühle ihn plagen. Simon Jäger ist und bleibt mein Lieblingssprecher und ich habe mich gefreut, ihn hier zu hören. Seine Figur, Bartek, ist eher ein Außenstehender, ein Beobachter in der Geschichter, der mit Manwed befreundet ist. Man nimmt ihm seine Sorge um den Freund sofort ab.

Wie so oft in dieser Reihe wird in Sachen Musik hier mal wieder ziemlich übertrieben. Speziell so in der zweiten Hälfte. Man muss nicht jeden Moment eines Hörspiels musikalisch begleiten, Schon lange nicht so intensiv wie hier, wo es sogar mal recht laut zugeht.

Das Covermotiv stimmt neugierig. Wieso kniet der Mann quasi anbetend vor einer Statue? Die Szene bringt den Beginn allen Übels in dier Geschichte gut auf den Punkt.

Fazit:  Diese Folge hat mir besser gefallen als der Vorgänger. Zwar wirkt der Spannungsbogen unagenehm abgehackt, aber immerhin geht es streckenweise durchaus schaurig zu.

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