Gruselkabinett (100) – Träume im Hexenhaus

Titel: Gruselkabinett (100) – Träume im Hexenhaus / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: Hannes Maurer, Wilfried Herbst, Dagmar von Kurmin, Johannes Raspe ua

gk100Inhalt: Arkham, 1927: Der Student Walter Gilman bezieht ein Zimmer in einem sagenumwobenen Haus. Im Hexenwahn des späten 17. Jahrhunderts soll dort angeblich eine der Hexerei bezichtigte Frau namens Keziah Mason gelebt haben, ehe sie spurlos aus ihrer Kerkerzelle verschwand.


Ich sollte es mir zur Gewohnheit machen, bei dieser Serie nichts zu erzwingen. Wenn ich eine Folge vier-, fünfmal gehört habe, vier-, fünfmal abgedriftet bin und vier-, fünfmal das Gefühl hatte, den Höhepunkt des Ganzen verpasst zu haben, dann ist das keine Einbildung, sondern eine Tatsache. So geschehen auch bei dieser Episode.
Den Anfang, quasi den Prolog, habe ich noch mitbekommen. Bedauerlicherweise rühren mich die Hexenverfolgung und Folterung abslout null. Da habe ich nur gehofft, dass daraus nicht die komplette Story bestehen würde.
Das ist zwar nicht der Fall, doch die Haupthandlung konnte mich nur kurze fesseln, dann ließ die Konzantration auch schon wieder nach. Der Grund dafür ist ganz einfach: es passiert einfach nichts, schon mal lange nichts Dramataisches oder Gruseliges. Abwechselnd geht es um Träume, Ratten in den Wänden und Schritte im Haus zu nachtschlafender Zeit. Auf die Dauer nutzt sich das ab. Außerdem hatte ich nie den Eindruck, dass Walter Gilman tatsächlich hinter die seltsamen Vorfälle kommen will. Das ist umso erstaunlicher, weil er ja ursprünglich in der Haus gezogen ist um besser über die Vergangenheit nachforschen zu können. Und dann teilt er sich mit dem wesentlichen Teil dieser Vergangenheit quasi das Zimmer, aber von Nachforschungen ist kaum etwas zu hören. Für alles ist im Handumdrehen eine palusible Erklärung gefunden und der Weg ins Verderben wird relativ gelassen hingenommen.
Der Jubiläumsfolge liegt noch eine DVD bei mit einer Dokumentation über Titania Medien. Dazu kann ich nichts sagen. Solche Gimmicks interessieren mich nicht wirklich. Ich hätte darauf gerne verzichtet zugunsten einer packenden Geschichte, die dem Jubiläum würdig gewesen wäre.

Hannes Maurer klang mir in der Rolle des Studenten Walter Gilman entschieden zu jung. Und seine Angst konnte ich ihm auch nicht durchgängig abnehmen. Wilfried Herbst als hysterischer Mitbewohner hat mir dagegen ganz gut gefallen. Und auch Dagmar von Kurmin konnte mich einmal mehr überzeugen mit ihrer rauhen und markanten Stimme.

Die Musikkulisse hörte sich für mich hier dezenter an. Es sind eher leise Klänge zu hören und soweit ich mich erinnere, ist auch nicht ständig Musik im Hintergrund zu hören. Die einegsetzten Stücke sind für Gruselfeeling gut, aber wenn die Story in der Richtung nichts hergibt, dann ist das leider vergebliche Liebesmühe.

Das Covermotiv wirkt angemessen unheimlich mit der schwarzen Gestalt hinter Keziah Mason und der großen Ratte.

Fazit:  Von der Folge 100 hatte ich mir mehr erwartet. Nur weil vorne Lovecraft draufsteht, sind die Schäfchen noch lange nicht automatisch im Trockenen. Ich fand die Geschichte weder sprannend, noch schaurig. Alles plätschert quasi vor sich hin, mehr ist es nicht.

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