Gruselkabinett (105) – Mitternachtsweg

Titel: Gruselkabinett (105) – Mitternachtsweg / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 83 min  / Sprecher: Marius Claren, Melanie Hinze, Eckart Dux ua

gk105Inhalt: Ein Friedhof für die vor Sylt gestrandeten Seeleute. Nach über hundert Jahren wird dort wieder ein Mann begraben, dessen geheimnisvolles Schicksal weit in die Vergangenheit reicht.


Dass diese Folge bei mir per se einen Stein im Brett hat, dürfte klar sein. Endlich mal keine olle Kamelle von 18hundertpeng oder noch früher! Und die Geschichte beweist, dass das ebenfalls funktionieren kann.
Ich fand die Vorstellung vom Mitternachtsweg und den auf See gestorbenen und zurückgekehrten Menschen tatsächlich ganz schaurig. Wenn ich mir so vorstelle, ich höre nachts plötzlich nasse Schritte im Haus und eine Stimme, ja, das verursacht mir eine Gänsehaut. So sollte das eigentlich immer sein bei einer Geschichte, die in einer Reihe „Grusel“kabinett erscheint. Sollte, ist es aber nun mal leider nicht.
Auch sonst hat mir die Erzählung zugesagt. Ich fand die Nachforschungen von Johannes ganz spannend. Vor allem, wie sie immer tiefer hineinführen in die Legenden um den Mitternachtsweg und den toten Seeleuten führt, wie sich immer neue Erkenntnisse ergeben, das hat obendrein direkt noch etwas Detektivisches.
Um ein bisschen Geschichte kommt man hier zwar auch nicht herum, aber die Story führt nicht allzu weit zurück und vertieft die Themen rund um diese Zeit nicht allzu sehr. In diesem Maße kann ich damit prima leben. Das würde mir oft auch bei anderen Folgen reichen.

Marius Claren höre ich sowieso sehr gerne. Ich mag seine angenehme Stimme, die die Gefühlslagen von Johannes Kielland auch hier sehr gut wiedergibt. Melanie Hinze hat mir ebenfalls gefallen. Vor allem, weil sie ausgesprochen selbsbewusst und energisch klingt. Ich mag ja diese typischen Mädchen-Stimmen so gar nicht, so süß, liebenswert, verführerisch, was weiß ich. Einiges wäre bei der Rolle der Herma ebenfalls möglich gewesen. Gut, dass es nicht so geworden ist.

Musikalisch trägt man der Zeit Rechnung, in der die Geschichte spielt. Will heißen, die Untermalung kommt moderner daher als in den „alten“ Folgen. Und auch das sorgt für eine angenehm schaurige Atmosphäre. Ich persönlich behaupte sogar, dass sie das besser hinbekommt, so ohne den romatisch-kitschigen Einschlag.

Das Covermotiv sieht allerdings überhaupt nicht unheimlich aus. Eher romantisch schön. Aber es passt so gut zur Geschichte und macht vor allem neugierig.

Fazit:  „Gruselkabinett“ mal in modern. Das hat mir sehr gut gefallen. Das dürfte es für mich gern häufiger geben. Die Story ist spannend, abwechslungsreich und hat ihre schaurigen Momente, die einem eine Gänsehaut bescheren. Alles richtig gemacht, möchte ich meinen.

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