Schauergeschichten (01) – Der Geistersturm

Titel: Schauergeschichten (01) – Der Geistersturm / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 89 min  / Sprecher: Hartmut Neugebauer, Leon Aubrecht, Liya Walter, Tobias Lelle

schauergeschichten01Inhalt: In dem kleinen Küstenstädtchen Ravenport erzählt Seemann George den Kindern Lenny und Marlene von der Legende eines unheimlichen Orkans, der vor langer Zeit die Stadt heimsuchte. Die Schauergeschichte vom Geistersturm, der das Grauen der Meere mit sich brachte. Der Anblick der gespenstischen Piraten ließ den Bewohnern Ravenports das Blut in den Adern gefrieren. Doch das war nur der Anfang.


Als ich den Titel zum ersten Mal hörte, habe ich schwer geschluckt. Es gibt nämlich eine Buchreihe mit dem Titel „Schauergeschichten“ von Chris Priestly, und mit denen kann ich gar nichts anfangen. Diese „Schauergeschichten“ von Contendo würden sich da doch hoffentlich nicht einreihen…
Nein, tun sie nicht! Natürlich. Ich hätte es bei diesem Verlag eigentlich wissen müssen. Anfangs sorgt man zunächst dafür, eine Rahemnhandlung zu schaffen. Zwei vom Urlaub mit den Eltern gelangweilte Kinder, die auf einen alten Seemann treffen, der ganz viele tolle Geschichten zu erzählen weiß. Darunter eben auch diese vom Geistersturm, in die man sich gemeinsam mit Lenny und Marlene im Nu ziehen lässt.
Die Geschichte ist spannend und hat eine sympathische Hauptfigur, mit der ich gerne mitgefiebert und für die ich so sehr gehofft habe, dass alles gut ausgehen würde. Das ist bei mir immer schon viel wert. Ein kleines Faible für Piratengeschichten sollte man für diese Erzählung schon haben. Bei mir ist das allgemein nicht so ausgeprägt, aber dafür ist der Gruselfaktor ganz nach meinem Geschmack. Ja, es ist eine Gruselgeschichte für Kinder, aber ich finde, das Geschehen kann man sich auch gut ganz erwachsen vorstellen und dann hat es eben auch für ältere Hörer seinen Reiz.
Hin und wieder unterbricht der Seemann seine Geschichte, dann kommen wieder die Kinder zu Wort. Das lockert auf und macht das lange Zuhören leichter. So mag ich das bei (inszenierten) Lesungen für Kinder!

Kapitän George wird von Hartmut Neugebauer gesprochen, somit ist der später auch der Erzähler der Geschichte. Seine Stimme passt gut dazu und er hat mir das typische Bild eines solchen Seebären vermittelt. Ihm gelingt es im Nu, die Aufmerksamkeit des Hörers zu erlangen und zu halten. In kleineren Rollen sind Leon Aubrecht, Liya Walter und Tobias Lelle zu hören, die ihre Sache ebenso gut machen.

Musik und Geräusche lassen die Geschichte noch lebendiger wirken. Jede Szene hat ihren eigenen Klang und versetzt den Hörer genau in die jeweilige Situation. Das ist mitreißend und hilft Spannung und Tempo zusätzlich auf die Sprünge. Und auch in dieser Hinsicht finde ich, dass sich da so gehört, wenn man jungen Hörern eine Lesung schmackhaft machen möchte.

Mit dem Covermotiv habe ich so ein kleines Problem. Ich mag zwar die Farben und die vielen Details, wodurch man es sich ganz von alleine häufiger anschaut und dabei immer Neues entdeckt, doch die beiden Figuren erinnern mich doch zu sehr an die Gestalten auf den Schauergeschichten von Priestley. Man ziehe ihnen etwas finsterere Klamotten an und schon sähen sie genauso aus. Wie gesagt, sind Priestleys Schauergeschichten nicht mein Ding. Daher gefällt mir die Ähnlichkeit nicht wirklich.

Fazit:  Wenn man jungen Hörern eine inszenierte Lesung schmackhaft machen möchte, dann sollte sie genauso klingen wie diese hier. Lebendig, rasant, mit einem Hauptsprecher, der einen im Nullkommanix für sich einnimmt, und Musik und Geräuschen die einem das Geschehen stets genau vor Augen zaubern. Der Gruselfaktor ist zwar passig auf Kinder abgestimmt, hat aber -mit ein bisschen Phanatsie- auch für Erwachsene seinen Reiz.

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