Pollution Police (10) – Voodoo in der Geisterstadt

Titel: Pollution Police (10) – Voodoo in der Geisterstadt / Verlag: Pollution Police EV. / Spielzeit: ca. 50 min  / Sprecher: Julia Fölster, Sky Dumont, Tom Gerhardt, Martin Rütter ua

pp10Inhalt: Die Suche nach einem mysteriösen Tierdieb führt Niklas, Linus und Melissa in die Geisterstadt Holzrath. Der kleine Ort, der kürzlich einem Braunkohletagebau weichen musste, ist eigentlich schon unheimlich genug, doch dann entdecken die Freunde in einem der leerstehenden Gebäude einen Voodoo-Schrein. Hat das Verschwinden der zahlreichen Haustiere tatsächlich etwas mit schwarzer Magie zu tun? Um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, verbünden sich Niklas & Co. sogar mit ihrer Intimfeindin Meike. Als dann jedoch ihr treues Maskottchen, der clevere Waschbär Einstein, dem Tierdieb in die Hände fällt, beginnt für die kleinen Pfadfinder ein Wettlauf mit der Zeit.


Ich muss gestehen, dass mich der Titel nicht unbedingt gelockt hat. Mit Voodoo kann ich gar nichts anfangen und bei „Geisterstadt“ denke ich automatisch an langweilige, wüstensandverstaubte Städte. Umso mehr hat mich die Folge überraschen können. Der Fall dreht sich zunächst um verschwundene Tiere, zieht dann aber bald weitere Kreise. Tiere bleiben aber das Thema insgesamt und damit kann man mich eben immer begeistern. Entsprechend neugierig und gespannt habe ich die Nachforschungen der Pfadfinder begleitet. Voodoo ist nur relativ kurz ein Thema, was mir entgegenkam.
Weiterhin geht es hier natürlich nicht um ein ödes Wüstenstädtchen, sondern um die Geisterstadt Holzrath mitten in Deutschland. Es gibt tatsächlich eine solche Stadt mit ähnlichem Namen und ja, ich würde sonstwas dafür geben, mal dort (oder in eine andere solche Stadt) zu gehen. So beschlich mich leichter Neid als Niklas, Melissa und Linus sich in Holzrath umschauen. Es wird auch thematisiert, wie es zu solchen Geisterstädten in Deutschland gekommen ist, was ich wichtig finde. Das gibt einem dann schon zu denken. Alleine, wenn man sich vorstellt, man würde selber einfach so aus seinem Haus und Ort vertrieben, schaudert man.
Einen weiteren Pluspunkt hat die Folge bei mir mit der jugendlich lockeren Ausdrucksweise der Hauptfiguren gewonnen. Schön, dass auch mal ein unfeineres Wort fällt. Und dass man mal was von Facebook und Wikipedia hört. So redet man heute nun mal, wieso sollte das nicht auch in einem Hörspiel seine Berechtigung haben? Nur diese Anspielung auf TKKG hätte ich nicht gebraucht. Ist das gerade Mode, dass eine Hörspielreihe eine andere erwähnt? Ich finde das nervig und auch irgendwie peinlich.

Daniel Käser, Patrick Bartsch und Julia Fölster mausern sich von Folge zu Folge. Vor allem Julias Fölster klang für mich hier erheblich lockerer als in vorigen Folgen. Sehr schön! Spass hat es gemacht, Theresa Underberg als Rowdy Meike zu hören. Die brave Anne aus „Fünf Freunde“ mal ganz anders! Sky Dumot könnte ich sowieso stundenlang zuhören. Auch er ist mit von der Partie. Tom Gerhardt dagegen ertrage ich absolut gar nicht. Gut, dass seine Rolle recht klein ist. Toll fand ich, dass Martin Rütter eine Rolle hat. Ich bin großer Fan von ihm als „Hundeprofi“, doch als Hörspielsprecher hat er mich weit weniger beeindruckt. Er klingt sehr bemüht.

Musikalisch und in Sachen Geräusche muss die Folge sich nichts vorwerfen lassen. Hier passt alles. Stimmungsvolle und passige Stücke begleiten die Szenen und sorgen für Atmosphäre. Eine ganze Reihe Geräusche veranschaulichen das Geschehen, sodass man sich alles jederzeit gut vorstellen kann.

Das Covermotiv gefällt mir mit dem Voodoo-Altar wirklich prima, allerdings verspricht es mehr Grusel als die Geschichte in petto hat. Aber es sieht cool aus und macht ganz bestimmt neugierig auf das Hörspiel.

Fazit: Meine Bedenken wurden im Nullkommanichts weggewischt. Eine spannende Folge mit interessanten und ernsten Themen an Bord, die ich sicher nochmal hören werde. Voodoo spielt allerdings nicht lange ein Rolle. Wer darauf hofft, dass sich alles darum drehen wird, wird enttäuscht sein. Mir kam das so ganz entgegen.

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