Gespenster Krimi (06) – Erlösung

Titel: Gespenster Krimi (06) – Erlösung / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: Sascha Rotermund, André Beyer, Konrad Bösherz, Gerals Paradies ua

geskrimi06Titel: Für Jessica und Brandon sollte das neue Haus in Freeport auch der Beginn ihrer gemeinsamen Zukunft sein. Doch die Idylle trügt, denn schon kurz nach ihrer Ankunft erhält Jessica mysteriöse Anrufe eines Fremden, der nach und nach zu einem Albtraum für sie wird. Bei ihren Nachforschungen macht sie eine verstörende Entdeckung: ihr Verfolger ist bereits seit Jahren tot! Als sie mit dem Journalisten Gordon dem Geheimnis auf den Grund geht, eskalieren die Ereignisse auf dramatische Weise.


Diese Folge hatte ich schnell am Haken. Ich bin nämlich Fan der „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ – Filme. Deshalb kann man mich mit Geschichten leicht ködern, die in kleinen Hafenstädtchen spielen und in denen finstere Gestalten in Ölzeug ihr Unwesen  treiben. Genauso ist es nämlich in „Erlösung“.
Die Folge beginnt mit einem ominösen Anruf ála „Scream“, was mir ebenfalls sofort zusagte. Natürlich geht es in dem Hörspiel nicht um Teenager, aber die Horror-Schiene ist es trotzdem irgendwie. Wobei Horror hier so eine Sache ist. Denn lange habe ich mich gefragt, wann es den nun gespenstisch werden würde. Und selbst als es dann soweit ist, zieht die Story ihre Spannung und düstere Atmosphäre haptsächlich aus der Frage, ob Jessica sich die ganzen Vorkommnisse nur einbildet oder nicht.
Blutigen Horror bietet die Folge also nicht, sondern mutet lange eher an wie ein Psychothriller. Eine schöne Idee und Abwechslung, die übersinnliche-gruselige Katze erst am Schluss so richtig aus dem Sack zu lassen.
Bis dahin schwankt man stetig zwischen dem Wunsch, Jessica zu glauben, und den Zweifeln, die gewisse andere Personen immer wieder säen. Und ja, das empfinde ich in den meisten Fällen als spannender als blutiges Gemetzel. Hinzu noch das Rätseln, was dort eigentlich vorgeht…so funktioniert es mit der Spannung eben auch sehr gut.

Annina Braunmiller-Jest bringt Jessicas Verzweiflung und ihr Flehen darum, dass man ihr Glauben schenkt, glaubhaft an den Hörer. Mir tat Jessica oft wirklich leid. Und ja, ich habe ihr einen abschließenden Triumph von Herzen gegönnt. Konrad Bösherz lässt den Journalisten Gordon ausgesprochen sympathisch klingen. Sympathisch und so engagiert, wie es sich für jemanden aus dieser Berufsgruppe eben gehört. André Beyer fällt die Rolle des Doktor Holloway zu und gibt ihm eine ruhige und tiefe, angenehme Stimme, die -wie ich finde- gut zu einem Arzt passt.

Der Soundtrack der Folge präsentiert sich hier überwiegend ruhig, aber dennoch eindringlich. Er trägt mit dazu bei, das über dem Geschehen durchgehend eine bedrohliche Atmosphäre liegt. Die Geräuschkulisse zaubert einem flott ein Bild des Küstenstädtchens vor Augen. Am Ende bei Finale schöpfen beide Bereiche dann nochmal so richtig aus dem Vollen, sodass es geradezu dramatisch wirkt.

Ich muss zugeben, in dem Covermotiv habe ich auf die ersten Blicke einen sitzenden Geier erkannt. Der Rabe als Kopf davon. Wie auch immer, es ist auf jeden Fall ein passendes Motiv. Vor allem mit dem Häuschen hinten im Nebel. Das Bild verheißt insgesamt nichts Gutes für die Figuren im Hörspiel.

Fazit: Mein persönliches Highlight der Reihe bisher. Auf das Gruselige und Übersinnliche muss man hier eine ganze Weile warten. Bis dahin versteht es die Story, den Hörer in bester Psychothriller-Manier spannend zu unterhalten. Und in Zweifel und Ungewissheit zu wiegen. Top!

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