Morgan & Bailey (01) – Der Wolf im Schafspelz

Titel: Morgan & Bailey (01) – Der Wolf im Schafspelz / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 49 min / Sprecher: Joachim Tennstedt, Rita Engelmann, Uschi Hugo, Michael-Che Koch ua

morganbailey01Inhalt: Gerade erst hat Rose Bailey ihre neue Stelle als Pastorin der evangelischen Gemeinde angetreten, da gerät sie prompt in einen spannenden Kriminalfall, als in ihrem Gemeindehaus eingebrochen wird. Denn es scheint eine Verbindung zum Tod des vorherigen Pastors zu geben. Gemeinsam mit dem katholischen Geistlichen Charles Morgan geht die Hobby-Detektivin auf Spurensuche und lässt die örtliche Polizei ganz schön blass aussehen. Doch dann nimmt der Fall eine dramatische Wende.


Neben „Sex in Serie“ hat Contendo noch diese Serie neu herausgebracht. Anfangs war ich megaskeptisch. Ich habe mit Kirche, Religion, Glaube rein gar nichts am Hut. Und dann eine Reihe um eine Pastorin und einen Pfarrer, die gemeinsam Detektivarbeit leisten…?
Andererseits traue ich es Contendo nicht zu, es sich mutwillig mit irgendeinem Teil der (potenziellen) Hörerschaft zu verderben. Und genauso war es dann zum Glück auch. Alles, die mit der Kirche ähnlich wenig anfangen können wie ich, sei gesagt: mehr als ein paar Bibelsprüche hat man hier nicht zu befürchten. Da diese immer sehr gut zur Szene und dem Geschehen in diesem Moment passen, wirkt das völlig stimmig.
Rose Bailey und Charles Morgan sind zwei sehr sympathische Hauptfiguren, deren Dialogen ich gerne gelauscht habe. Besonders gefällt es mir, dass beide einen feinen Sinn für Humor haben. Das macht bei mir immer schon viel aus.
Ihr erster Fall beginnt mit einem Einbruch, weitet sich dann aber schnell aus. Was suchen die Einbrecher? Welches Geheimnis rankt sich um Rose‘ Vorgänger? Und wie hängt das eigentlich alles zusammen? Rose und Charles forschen nach und als Hörer kann man dabei gut mitknobeln. In einem Punkt fand ich die Geschichte zwar zeimlich vorhersehbar, davon abgesehen aber doch ganz spannend. Auf eine klassisch-detektivische Art. Und das, wobei die Handlung ja tatsächlich im Heute spielt. Trotzdem, der Charme ist der eines klassischen Krimis. Wem das gefällt, der wird hier bestens unterhalten. Vom Anfang bis zum dramatischen Finale.

In der Rolle des katholischen Geistlichen ist -joachim Tennstedt zu hören. Seine angenehme Stimme und der ruhige Ton, der er für Charles Morgan in petto hat, passt gut zu dieser Rolle. Allerdings weiß er auch genausogut in den Tonfall umzuschalten, den Charles Morgan sicher oft in seinem früheren Berufsleben angeschlagen hat. Als Rose Bailey ist Rita Engelmann zu hören, die mich mit ihrer markanten Stimme von sich überzeugen konnte, und dem augenzwinkernden Humor, der darin durchklingt. Ab und zu dürfte sie aber auch mal mit etwas mehr Schwung sprechen. Mein Liebling ist aber Harry O’Neill, der Wirt des Orts, gesprochen von Pat Murphy. Seine liebenswert-brummige Stimme ist einfach toll!

Dass mir die Gechichte ziemlich kalssisch vorkam, liegt sicher auch an der eingesetzten Musik. Die Stücke präsentieren sich ganz im Stil älterer Krimis, was auf Anhieb für dieses ganz bestimmte Flair sorgt. Und irgendwie auch für einen absoluten Gemütlichkeitsfaktor. Jedenfalls bei mir. Die Geräuschkulisse ist -wie von Centendo nicht anders zu erwarten- vom Feinsten.

Das Cover ist farblich dezent gehalten. Natürlich ist eine Bibel abgebildet um den Rahmenbedingungen dieser Reihe und ihren Hauptfiguren Rechnung zu tragen. Aber auch Geldscheine sind zu sehen, was ahnen lässt, dass nicht jeder in dieser Geschichte ein Heiliger ist. Witzig finde ich das Logo der Reihe mit den Hüten und dem Schirm.

Fazit: Ein spannender Einstieg in diese neue Reihe. Die Geschichte spielt zwar ganz im Heute, bringt aber sehr viel Charme klassischer Krimis mit. Die beiden Hauptfiguren sind durch und durch sympathisch und ein feiner Funken Humor sorgt für zusätzliche Würze. Meine Skepsis war völlig unbegründet. Ich freue mich schon auf den neuen Fall für die Morgan und Bailey!

1 Comment

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  1. „Alles, die mit der Kirche ähnlich wenig anfangen können wie ich, sei gesagt: mehr als ein paar Bibelsprüche hat man hier nicht zu befürchten.“

    Hm. Dann hört sich das aber für mich so an, als sei das Thema Kirche hier nur ein Vehikel für etwas „Exotik“, aber letztendlich ohne Relevanz. Das ist für mich dann aber eher ein Grund, die Serie auszulassen, denn das wäre wie eine Detektivserie, bei der die Detektivin sich dann doch so verhält wie ein normaler Polizist.

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