Mord in Serie (20) – Gekauftes Glück

Titel: Mord in Serie (20) – Gekauftes Glück / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Michael-Che Koch, Ela Paul, Traudel Sperber, Wolfgang Hartmann ua

mis20Inhalt: Nadine Schäfer und ihr Mann Tobias wünschen sich verzweifelt ein Kind. Als eine Adoptionsagentur ihnen den kleinen Waisenjungen Mohan vorstellt, sind sie bereit, jeden Preis zu zahlen. Doch es scheint, als seien sie Betrügern ins Netz gegangen. Kurzerhand reisen die beiden nach Luxemburg, dem Sitz der Adoptionsvermittlung. Dort bringen sie ihre Nachforschungen jedoch nicht nur in Lebensgefahr plötzlich stehen sie ganz oben auf der Fahndungsliste der Polizei!


Wie bei den Hörspielen von Contendo üblich bin ich auch an diese Folge ohne größere Bedenken herangegangen. Der Klappentext klang ja schon mal ganz vielversprechend. Allerdings steht da natürlich auch nicht alles. Hätte man dort bereits gewisse Details erwähnt, wäre ich sekptischer gewesen. Aber der Reihe nach.
Der Anfang der Geschichte hat mir prima gefallen, weil er -zumindest meiner bescheidenen Meinung nach- für eine spannende und interessante Folge spricht. Aus dem Wunsch heraus, ein Kind zu haben, obowohl es biologisch einfach nicht klappen will, wird sicher leicht Verzweiflung. Und dann tut man schon mal Dinge, die man sonst nie getan hätte. Dass das böse Folgen haben kann, dürfte jedem klar sein. Alleine aus dieser Richtung konnte ich mir bereits eine gelungene Story vorstellen.
Doch dann nahm die Handlung leider eine Wendung, die ich ihr nicht so recht abkaufen konnte. Es beginnt mit einem unerfüllten Kinderwunsch und endet schließlich bei einem gerade sehr aktuellen Thema. Ich will nicht spoilern, daher benenne ich es nicht genau. Aber man muss heutzutage schon arg blind oder ignorant sein, um bislang nichts davon mitbekommen zu haben. TV-Nachrichten, Zeitungen, Internet, regelmäßig findet man irgendwo dort etwas darüber.
Das war mir dann doch eine ganze Ecke zu weit hergeholt. Abgesehen davon, dass ich an manchen Tagen eben wegen der Fülle an Nachrichten aus dieser Richtung schon denke, dass man mich doch bitte wenigstens einen Tag lang damit in Ruhe lassen soll. Und nun noch in einem Hörspiel…
Das ist jetzt bitte nicht falsch zu verstehen. Die Story ist weder langweilig, noch unspannend, aber besagter Schwenk erschien mir doch zu unglaubwürdig.

Michael-Che Koch und Ela Paul bilden ein prima Doppel in den Hauptrollen. Ihnen nimmt man das ganz normale und enttäuschte Pärchen anfangs genauso leicht ab, wie die verzweifelten Gejagten, die sie später sind. Von Kinderdsrechern bin ich meistens kein Fan, aber Julian von Daake muss selbst ich ganz offiziell loben. Immerhin muss er lange Zeit ein Kind mit kaum Deutschkenntnissen sprechen. Das ist sicher noch schwieriger als es eh schon für so junge Sprecher ist.

Soundtrack und Geräuschkulisse sind einmal mehr vom Feinsten und spielen wunderbar zusammen. So entsteht schnell eine dichte Amtosphäre, die der Spannung gut zuträglich ist.

Der blutbespritzte Puppenkopf auf dem Cover ist ein thrillermäßig schauriger Anblick und ein Hingucker im Regal. Er nimmt auf indirekte Weise Bezug auf das Thema, mit dem die Geschichte startet.

Fazit:  Der Anfang dieser Geschichte halt mir prima gefallen. Und ich bin mir sicher, man hätte alleine daraus einen absolut tauglichen Thriller machen können. Auch ohne den Dreh, den die Story wenig später nimmt. Denn den habe ich als nicht sonderlich glaubhaft empfunden. Eher so, als habe man unbedingt ein brisantes, aktuelles Thema einbringen wollen.

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