Gruselkabinett (107) – Der weiße Wolf von Kostopchin

Titel: Gruselkabinett (107) – Der weiße Wolf von Kostopchin / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Anja Kruse, Hans Bayer, Pascal Breuer ua

gk107Inhalt: In den Karpaten 1845: Im Grenzland zwischen Polen und Russland sind die Winter hart, bitterkalt, schneereich und lang. Manche Geschöpfe der Nacht wissen dies geschickt für ihre Zwecke zu nutzen.


Ich bleibe meiner „Tradition“ treu: Rezis zum „Gruselkabinett“ gibt es fast immer in falscher Reihenfolge. Aber erstens langweilt mich Folge 106 noch dermaßen, dass ich sie nie bis zum Ende durchhalte, und zweitens fällt das durch die Altlasten kaum auf, die ich durch meine Schlamperei 2015 habe aufkommen lassen.
Der weiße wolf aus dem Ort mit dem unaussprechlichen Namen hat mich ganz gut unterhalten. Ich habe ihn direkt noch ein paar mal mehr angehört als üblich. Das will bei dieser Reihe schon etwas heißen. Dabei ist die Story nicht gerade der große Wurf. Sie ist mir in erster Linie viel zu durchschaubar und vorhersehbar. Es ist nie ein Geheimnis, was mit der seltsamen Frau nicht stimmt. Das geht natürlich irgendwo zu Lasten der Spannung. Und unheimlich oder gar gruselig geht es nicht eine Minute kang zu.
Und trotzdem, die Geschichte lebt ganz gut von ihrer Atmosphäre, die durch das Geschehen wabert. Und vom Flair des russischen Hauses und des Landstrichs, in dem es steht. Und nicht zuletzt von dem sympathischen, leicht kauzigen Hausdiener, den ich sofort ins Herz geschlossen habe.
Obendrein war ich auch vom Finale mehr als angetan. Da wird plötzlich jemand in den Mittelpunkt gerückt, den man bis dahin noch nicht mal wirklich als Nebenfigur hätte bezeichnen können. Doch ist er es, der das Problem letztlich löst. Auf eine Weise, die ganz nach meinem Geschmack war.

Meine Lieblingsfigur -der Diener- wird von Hans Bayer gesprochen. Seine markante Stimme hat mir sehr gut gefallen. Er kommt eine Spur brummig rüber, dabei aber super sympathisch. Pascal Breuer weiß in der Rolle des Pawel Sergejewitsch ebenfalls zu überzeugen. Es ist beeindruckend, wie freundlich er in einem Moment klingt und wie herrisch und aggressiv in der nächsten Szene. Von Anja Kruse hätte ich mir -bei allem Verständnis für ihre geheimnisvolle Rolle- wenigstens hin und wieder etwas mehr Schwung gewünscht.

Die Musik hält sich hier sehr zurück. Es sind leise, stimmungsvolle Stücke zu hören, die der Atmosphäre allgemein sehr zuträglich sind. Meiner Ansicht nach ist dies auch die einzige Untermalung, die zu dieser Geschichte passt. Denn auch inhaltlich gibt es kein lautes Getöse oder lautstark dramatische Szenen. Die Geräuschkulisse ist wie üblich einwandfrei, da fehlt es an nichts.

Das Covermotiv ist genau mein Fall. Kein Wunder bei dem schönen, weißen Wolf. Mit der winterlichen Waldszenerie und den flüchtenden Menschen fasst das Cover nahezu alles zusammen, was die Story ausmacht.

Fazit: Spannend, nein. Unheimlich oder gar gruselig, nein. Aber stimmungsvoll, unterhaltsam und mit einem -für meinen Geschmack- großartigen Finale. Ich bin ganz zufrieden damit soweit.

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