Rain – Das tödliche Element (Virginia Bergin / Josefine Preuß)

Titel: Rain – Das tödliche Element / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 539 min / Buch: Virginia Bergin / gelesen von: Josefine Preuß

rainInhalt: Als Ruby ausgelassen mit ihren Freunden feiert, ahnt sie noch nicht, dass dies ihr letzter gemeinsamer Abend sein wird. Das Grauen erscheint aus dem Nichts: Giftiger Regen lässt die Menschheit von einem auf den anderen Tag dem Untergang entgegenrasen. Jeder Schritt vor die Tür kann tödlich sein. Wer nicht stirbt, kämpft mit allen Mitteln ums Überleben. Und inmitten dieses Chaos sucht Ruby verzweifelt nach Überlebenden aus ihrer Familie.


Es gibt Geschichten, die sind von der Idee her wirklich gut. Aber dann gibt es ein Element darin, das leider einiges davon wieder zunichte macht. Dazu gehört für mich auch „Rain“, auf das ich mich an sich sehr gefreut hatte. Einfach, weil ich die Idee mit dem giftigen Regen genial fand. Irgendwie innovativ unter den zig anderen endzeitlich angehauchten Teenie-Romanen, bei denen es überwiegend aus kriegerischen Gründen und durch Unterdrückung dem Ende zugeht.
Es gelingt Virgina Bergin sehr gut, die Bedrohlichkeit der Situation zu beschreiben und sie eindringlich an den Hörer zu bringen. Wenn man sich die Situation mal in der eigenen Welt vorstellt: niemals bei Regen das Haus verlassen, immer Angst von einem Schauer überrascht zu werden, nie Leitungswasser zu trinken, von den Auswirkungen auf die Natur ganz zu schweigen, das hat schon einen gewissen Gruselfaktor. Und dann gilt es für Ruby auch noch, ihre Familie wiederzufinden. Das ist zum Glück also durchaus spannend. Dadurch konnte ich meinen persönlichen Nervfaktor halbwegs ausblenden.
Und der hieß ausgerechnet „Ruby“. Ja, sie ist ein Teenager, da ist man manchmal gedankenlos, hat es nicht so mit den Eltern und kümmert sich bevorzugt um sich selbst, das eigene Aussehen und Ansehen unter Freunden. Gar kein Zweifel. Aber in dieser Situation sollte sich diese Art Charakter doch recht schnell wandeln. Immerhin geht es um Leben und Tod, und das sollte doch wohl auch bei einer Fünfzehnjährigen fix ankommen. Allzumal sie um das Leben ihrer Mutter und ihres Bruders bangen muss. Mir dauerte es viel zu lange, bis sich bei Ruby ein Umdenken einstellte. Bis dahin nervte mich dieser kopflose Teenager ganz schön mit seiner Oberflächlichkeit.
Ich halte Ruby allerdings zugute, dass sich ihr Wesen schließlich doch so nach und nach wandelt. Doch der Weg bis zu diesem Zeitpunkt war steinig.

Josefine Preuß höre ich immer wieder gerne als Hörbuchsprecherin. Ihre junge Stimme passt prima zu Ruby und den flapsigen, jugendlichen Erzählstil nimmt man ihr ebenfalls sofort und leicht ab. So fällt das Zuhören leicht, was bei einem Hörbuch dieser Länge keinesfalls schaden kann.

Das Covermotiv gefällt mir so gut wie eh und je. Schön düster, der Himmel verrät schnell, aus welcher Richtung hier die Gefahr kommt, und die Mädchengestalt auf der Straße bringt gut Rubys Situation auf den Punkt. Das Digipak mit den CDs zieht in einem schicken Schuber ins Regal ein. Das wirkt edel und hochwertig.

Fazit:  Sehr viel später konnte ich mich endlich etwas mit Ruby anfreunden. Bis dahin kam sie mir sehr oberflächlich und gedankenlos vor, was mich ziemlich genervt hat. Bei solch einem Leben sollte selbst einem Teenie doch klar sein, was darin die erste Geige spielen sollte. Und das ist weder das Handy, noch die Frisur. Vom Thema her war „Rain“ genau nach meinem Geschmack und das Geschehen auch ganz spannend.

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