Mord in Serie (22) – Safe House

Titel: Mord in Serie (22) – Safe House / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Robin Brosch, Andre Beyer, Jenny Böttcher, Carla Becker ua

mis22Inhalt: Der resignierte Kriminalbeamte Matthias Euler und seine Kollegen werden zum Schutz einer wichtigen Zeugin abgestellt. Doch statt eines modernen Safe House am Rande der Stadt, erwartet sie als Unterschlupf ein heruntergekommener Plattenbau in Halle-Neustadt. Wäre das nicht bereits übel genug, scheint es einen Maulwurf in ihren Reihen zu geben. Als der Gangsterboss Broski ein Kopfgeld aussetzt, geht es ums nackte Überleben.


Diese Folge  stand bei mir anfangs unter keinem guten Stern. Ich mag solche Geschichten um Drogendealer und Zuhälter samt ihrem kriminellen Umfeld einfach nicht. Genauso wenig habe ich für solch resignierte Ermittler übrig. Darauf stützen sich mittlerweile einfach zu viele Thriller und Krimis. Und wenn all das noch in einem „Ghetto“ zusammenkommt, dann ist es bei mir ganz vorbei.
Entsprechend habe ich mich eine ganze Weile sehr schwer getan mit „Safe House“. Denn um all das dreht es sich anfangs. Aber ich habe mich durchgebissen in dem Wissen, dass noch keine Folge der Reihe für mich ein totaler Reinfall war.
Dieses Ausharren hat sich dann auch prompt noch so richtig ausgezahlt. Denn ab einer bestimmten Wendung, die sich in der Wohnung ereignet, in der die Zeugin untergebracht ist, legt die Handlung plötzlich ein Tempo vor, das einem Hören und Sehen vergeht. Ein Dreh jagt den nächsten, endlich ist ein gehöriger Schuss Action mit dabei, Blut fließt und Tote gibt es ziemlich regelmäßig auch. So mag ich Krimis und Thriller! Noch dazu mauserten sich gleich mehere Figuren ganz ordentlich und plötzlich konnte ich mit ihnen durchaus etwas anfangen.
Irgendwann habe ich mich nur noch gefragt, was wohl noch alles kommen mag. Und es hätte auch ruhig noch eine Weile so weitergehen können. Und das sage ich, wo ich sonst so oft schreibe, dass der letzte Teil eines Hörspiels für mich wie ein überflüssiges Anhängsel gewirkt hat. Hier war das ab besagtem Moment in der Wohnung nicht ein einziges Mal so!

Als verbitterter Kriminalbeamter Euler ist Robin Brosch zu hören, dem man dies ebenso gut anhört wie den übermäßigen Alkoholkonsum seiner Figur. So nimmt man ihm Euler auf Anhieb ab. Später klingt dann aber auch der geniale Ermittler durch, wodurch mir Euler endlich sympathisch wurde.
Als Zeugin Irina ist Jenny Böttcher zu hören, die mit ihrer markanten und rauhen Stimme zu überzeugen weiß und dem Hörer so ein gutes Bild von dieser Frau vermittelt.
Gefallen hat mir auch Carla Becker alias Kripochefin Tanja Clemens. Sie trifft dafür genau den richtigen, energischen und befehlsgewohnten Ton.

Hier muss ich die Geräuschkulisse mal vor der Musik loben. Speziel wie der Schauplatz in der Plattenbausiedlung und dem Haus / der Wohnung in Szene gesetzt wurde, ist beeindruckend authentisch. Musikalisch hält diese Folge sich -im Verhältnis zu den meisten anderen Episoden- eher zurück. Es sind vorwiegend leise, eindringliche Stücke zu hören, die Spannung und Dramatik vertstärken und bestimmte Szenen intensiver beim Hörer ankommen lassen.

Die Gestalt auf dem Cover erinnert mich an eine Kreuzung aus Hitman und Neo. Sie wirkt der Story angemessen kalt und brutal. Unterstrichen wird dieser Eindruck noch durch den düsteren Hintegrund mit den kühlen Farbakzenten.

Fazit: Anfangs war „Safe House“ gar nicht mein Fall. Es gibt Elemente in Thrillern und Krimis, die ich einfach nicht mag bzw die für mich uninteressant sind. Doch plötzlich kam der Dreh, der diesen Eindruck komplett umkehrte. Rasant, actionreich, blutig und mit einer Wendung nach der anderen konnte mich die Folge dann doch noch für sich einnehmen.

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