Gespenster-Krimi (09) – Tempel der Dämonen

Titel: Gespenster-Krimi (09) – Tempel der Dämonen / Verlag: Contendo Media, Audinarchie / Spielzeit: ca. 70  min / Sprecher: Jaron Löwenberg, Till Hagen, Bodo Wolf, Uschi Hugo ua

gespkr09Inhalt: Eigentlich sind die Amerikaner Harry Bannister, Helm Trigger und Sue Clayton für eine langweilige Reportage nach Indien gereist. Vor Ort werden sie jedoch schnell mit übernatürlichen Ereignissen konfrontiert, die sie mehr als einmal an ihrem Verstand zweifeln lassen. All das steht scheinbar mit dem geheimnisvollen Sektenführer Bhaktivad Carradesch in Verbindung, der die Mächte der Finsternis heraufbeschwört. Um seine finsteren Pläne zu vereiteln, müssen sich Harry und seine Freunde schrecklichen Ungeheuern stellen.


Dem Klappentext nach hatte ich es schon vermutet und beim Hören hat es sich bestätigt: diese Folge war für mich eine recht schwierige Episode.
Einerseits wird man mit dem ersten Kapitel gleich direkt in das Geschehen und das eigentliche Thema der Story eingeführt und man fühlt sich auch direkt hineinversetzt in den indischen Schauplatz. Und es dauert auch gar nicht lange, bis sich de rnächste dramatische Vorfall ereignet. Und der nächste. Und der nächste. Und der nächste. Zeit zum Durchatmen lässt einem diese Story wahrlich nicht. Es ist immer etwas los, es geht immer spannend zu, man kann immer um mindestens eine Figur bangen und sich bei mancher Szene durchaus gruseln. Ich sage da nur: Spinnen!
Außerdem fährt die Geschichte gleich mindestens ein halbes Dutzend klassischer, trashiger Gruselromanelemente auf. Kenner und Liebhaber dieses Genres kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.
Der Schauplatz ist tadellos in Szene gesetzt und wirkt wunderbar exotisch. Die indischen Bräuche und Rituale fügen sich da prima ein und wirken auf den Hörer angemessen exotisch.
Andererseits hatte ich durch die Masse an Ereignissen und Gestalten dann und wann das Gefühl, dass die Story den roten Faden aus den Augen verliert. So richtig geradlinig und sinnig kam sie mir dann nicht vor. Somit habe ich sie noch mehrmals gehört. Ich höre alle Hörbücher und Hörspiele mehrmals, die ich hier bespreche. Aber fast nie aus dem Grund, dass ich beim ersten Mal nicht wenigstens im Wesentlichen mitgekommen bin. Genau das war hier der Fall, und das mag ich einfach nicht. Ich möchte nach dem ersten Hören keinen wirren Eindruck von einem Hörspiel haben, und das hatte ich hier.
Erschwerend kam dabei hinzu, dass ich bei den ganzen indischen Namen keinen Überblick hatte, auch nicht nach dem soundsovielten Hören. Deutsche Namen, klar, englische, okay, alles andere bleibt bei mir einfach nicht hängen. Und zuletzt und ganz persönlich: mit Indien habe ich es genauso wenig wie mit solchen Tempel- und Dämonengeschichten.

Dass es einen Erzähler gibt, nämlich Hartmut Neugebauer, der obendrein noch die richtige Stimme für ein Gruselhörspiel hat, habe ich in diesem Falle sehr begrüßt. Sonst wäre ich wohl überhaupt nicht mitgekommen. Jaron Löwenberg und Michael-Che Koch ergeben ein prima Duo und ergänzen sich perfekt. Nina Goldberg blieb für mich dagegen etwas blass so im direkten Vergleich. Erwähnenswert ist noch, dass gewisse indische Figuren einen ausgeprägten indischen Akzent haben.  Zum trahsigen Stil der Geschichte passt es zwar irgendwie, aber trotzdem. Das muss man mögen bzw aushalten können.

Ein ganze großes Kompliment geht an die Geräuschkulisse, die einem sofort den exotischen Schauplatz vor Augen zaubert und Indien-Flair aufkommen lässt. Das ist echt vom Allerfeinsten! Ganz egal, ob es dabei Orte wie Tempel oder kleine Dörfer sind, oder auch die große Stadt. Die Musik präsentiert sich im indischen Stil, was natürich ebenfalls super passt und die Exotik noch deutlicher unterstreicht und an den Hörer vermittelt.

Das Cover dürfte für Spinnen-Phobiker genauso übel sein, wie es für Freunde des Spinnen-Horrors eine Augenweide sein dürfte.

Fazit: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Die Geschichte ist atemlos rasant, spannend und gruselig und ein Ohrenschmaus für Freunde des trahsigen Horrors, gar keine Frage. Aber für mich ist sie leider auch ziemlich überladen und dadurch unübersichtlich. Außerdem liegen mir diese Art Gruselgeschichten schlichtweg nicht. Ich bin mit Indien-Tempel-Dämonen-Stories nicht zu kriegen.

 

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