Pollution Police (12) – Unter Strom

Titel: Pollution Police (12) – Unter Strom / Verlag: Pollution Police e.V. / Sprecher: Daniel Käser, Sophia Linke, Francois Goeske,Thomas Friebe ua

Inhalt: Bei einem Rundflug über die Heimatstadt ihrer Freundin Sophie darf die Pollution Police die Welt von oben entdecken. Doch nach der Landung erwartet sie gleich das nächste Abenteuer. Sie sehen, wie ein Flugzeug zur Notlandung gezwungen und ein Passagier entführt wird. Kann die Pollution Police auch diesen Fall aufklären? Bei einem Rätsel um Energiekonzerne und Stromausfälle müssen die Kinder buchstäblich Licht ins Dunkle bringen.


Einerseits weiß ich gar nicht, was ich zu dieser Folge sagen soll. Andererseits könnte ich dazu einen ganzen Roman schreiben. Ich versuche aber, es so kurz zu halten wie es geht. Der Anfang ging für mich völlig in Ordnung, auch wenn ich mich schon frage, bei welchem Skatewettbewerb man einen tollen Preis für den eindrucksvollsten Sturz erhält. Aber egal, die Story braucht einen Aufhänger mit dem Rundflug.
Kurz danach nimmt der neue Fall auch schon seinen Lauf und da ging es schon beim Stromausfall los. Da stellt ein Kind so richtig naseweis fest, wie abhängig die Menschen doch von Strom und Energie sind. Da habe ich das erste Mal geschluckt. Dann ging es weiter mit der Entführung und an sich ist das ja wirklich eine gute Idee für einen Fall für die kleinen Detektive. Der hätte tatsächlich ganz interessant und spannend sein können.
Für mich gab es dabei aber viel zu viel, über das ich mich wirklich aufgeregt und geärgert habe. Da ging die Spannung schnell flitzen. Um ein paar Beispiele zu nennen. Es sind immer „die kleinen Pfadfinder“ und der Klappentext spricht sogar von Kindern! Und dann kommen Kinder mit Begriffen daher wie „Whistleblower“ und „amortisierten Kohlekraftwerken“? Also bitte!
Und moralisch kommt es hier wahrlich mit der Bratpfanne und sowas kann ich nicht ab. Im Netz klicken und teilen die Leute ja so oft hirnlos (O-Ton) herum! Natürlich können sich auch 20000 Klicker irren, beim nächsten Katzenvideo wissen sie ja schon gar nicht mehr, was sie da eben geklickt, haben. Ein Rottweiler ist wahlweise ein Monster oder eine Bestie. Schön, wo die Kids hier ja sonst so darauf bedacht sich, dass man nicht verallgemeinern sollte. Aber selber!
Kohlekraftwerke sind natürlich Dreckschleudern, nur Windkraft ist das Wahre! Die arme Erdatmosphäre! Erneuerbare Energien müssen her! Ich könnte noch zeilenweise weitermachen, denke aber, das reicht schon um sich ein Bild zu machen.
Und wenn von diesen Behauptungen und Verallgemeinerungen manche auch tatsächlich stimmen mögen, dann muss es doch Möglichkeiten geben, sie nicht mit der Keule in die junge Hörerschaft hineinzuprügeln. Oder man reduziert die Menge an Botschaften, gibt nur einige wenige mit auf den Weg, die aber sorgfältig verpackt.

Schon wieder Francois Goeske! Über ihn hatte ich mich doch letztens erst in einem Hörspiel gefreut. Mit ihm gibt es hier tatsächlich ein Wiederhören und einmal mehr hat er mir ein gutes Bild seiner Figur vermittelt. Thorsten Knippertz trifft für Meyenberg genau den richtigen Ton. Die drei Hauptsprecher sind auch wieder fit mit dabei. Sophia Linke in der Rolle ihrer Freundin Sophie klang mir allerdings oft zu abgelesen und gelangweilt. Allerdings werden ihr ja auch Sätze in den Mund gelegt, wie mancher Erwachsene sie kaum auf die Reihe bekommen würde.

Die Musik präsentiert sich hier meist eher dezent und düster, was einer Detektivgeschichte gut steht. Nur selten geht es mal lauter zu. Zu besonders dramatischen oder temporeichen Szenen beispielsweise.

Das Covermotiv gefiel mir auf Anhieb mit der dunklen, nächtlichen Szene, dem Flugzeug und den rätselfaten Lichtern in sonst so totaler Dunkelheit. Alleine vom Cover her hatte ich mich sehr auf die Folge gefreut.

Fazit: Es hätte alles so schön und spannend sein können mit dem Fall um die Entführung. Aber dann holt die Folge einen Sack voll Verallgemeinerungen raus, haut dem Hörer eine moralische Botschaft nach der anderen um die Ohren und legt den Kindern unsäglich naseweise Sätze in den Mund. Ich habe mich selten so bei einem Hörspiel geärgert. Ein Hörspiel kann helfen, sich zu Themen eine Meinung zu bilden, aber hier wirkt es ja gerade so als wolle man dem Hörer eine Meinung aufzwingen. Und so etwas vertrage ich gar nicht.

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