Sherlock Holmes & John H. Watson (01) – Die Schatten von Albion

Titel: Sherlock Holmes & John H. Watson (01) – Die Schatten von Albion  / Verlag: Hermann Media / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Sky du Mont, Hans-Peter Korff, Peter Weis, Robert Missler ua

Inhalt: Ganz London steht Kopf: Das rätselhafte Ableben Lord Ashburys erschüttert die feine Gesellschaft der englischen Metropole. Es gibt nur einen Mann, der jetzt noch Licht ins Dunkel bringen könnte. Doch selbst der legendäre Meisterdetektiv aus der Baker Street 221 B sieht sich jäh Hindernissen gegenüber, die unüberwindlich scheinen: Liegt am Ende doch ein tödlicher Fluch über dem Haus Ashbury?


Ich bin ja ein kleiner Fan von Sky  du Mont. Ich sehe ihn gerne spielen, noch lieber lausche ich ihm aber. Da war es klar, dass ich es mal mit dem Hörspiel versuchen musste. Auch wenn Holmes ein kritisches Thema für mich ist. Es gab mal Hörspiele, da mochte ich die Figur gar nicht, inzwischen gibt es mehrere, die mir durchaus gut gefallen.
Mein Eindruck von der ersten Folge dieser neuen Reihe ist absolut paradox. An sich fand ich an der Geschichte nichts wirklich gut. Der Fall ist mir zu einfach gestrickt. Und aus der Idee von wegen spontane Selbstentzündung hätte man klar mehr machen können. Vielleicht sogar mit einem dezent unheimlichen Einschlag. Watson wirkt mit zu ruhig, wo er doch in anderen Holmes-Reihen oft mal der „Lebendigere“ ist. Und Holmes berühmte aufklärerische Monologe sucht man hier ebenfalls vergebens. So fehlte mir auch der Eindruck, echter Ermittlungen und Erkenntnisse. Das geht natürlich auch zu Lasten der Spannung, die nicht sonderlich üppig vorhanden ist.
Und trotz alldem: rein vom Unterhaltungswert bin ich mit dem Hörspiel absolut zufrieden. Es ist so eine Art Fastfood-Holmes. Fastfood macht nur kurz satt, aber zwischendurch kann man es sich mal gönnen und dann schmeckt es auch.
Dieser Holmes vertreibt einem also durchaus unterhaltsam kanppe 50 Minuten lang die Zeit, wenn auch nicht allzu spannend. Und irgendwo ist er auch erholsam, denn bei anderen Holmes-Hörspielen muss man mitunter schon scharf aufpassen alles mitzubekommen, weil man sonst uU Holmes Auflösung nicht nachvollziehen kann. Das ist hier gar nicht der Fall. Und ehe ich es mich versehen hatte, hatte ich das Hörspiel bereits dreimal gehört.

Sky du Mont ist als Holmes zu hören und wie ich finde, passt seine dunkle und angenehme Stimme prima zu dieser Rolle. Der gediegene Ton, den ich so mag, wenn du Mont spricht, steht ihr ebenfalls sehr gut. Auch Hans-Peter Korff konnte mich als Watson soweit überzeugen. Allerdings sollte ihm mal jemand sagen, dass sein bester Freund nicht „Sherlock Hollms“ heißt…alle anderen Sprecher kriegen das ja auch auf die Reihe. Und dann noch ein Wiederhören mit Peter Weis, der als schräger Mr. Porter zu glänzen weiß.

Musikalisch ist das Hörspiel nun auch kein großer Wurf. Es sind einige, leicht altmodisch anmutende Stücke zu hören, auf mich wirkten sie aber für einen Krimi schlicht zu fröhlich. Aber sie sind nicht sehr oft zu hören, deshalb hat es mich nicht zu sehr gestört. So bleibt die Aufmerksamkeit auch auf die Geschichte gerichtet.

Soweit ich weiß, gibt keine Hörspielreihe auf ihren Covers Holmes und Watson solch eindeutige Gesichter wie diese. Ich muss auch zugeben, eine Spur jünger hatte ich mir die beiden schon vorgestellt. Dafür gefällt mir das düstere Haus im Hintergrund richtig gut. So unheimlich wie diese Szenerie hätte gern auch das Hörspiel sein dürfen.

Fazit: Viel Schatten, wenig Licht und dieses nervige „Hollms“. Objektiv betrachtet, kommt die erste Folge der neuen Reihe nicht so gut weg. Aber ich möchte auf dieser Seite ja gar nicht die Objektivität für mich in Anspruch nehmen, sondern meine ganz sujektiven Eindrücke schildern. Und rein subjektiv hat mich dieser Fastfood-Holmes doch eine Weile ganz nett unterhalten. Ich denke, ich werde die Reihe weiter verfolgen.

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