Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (33) – Die Wölfe von Whitechapel

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (33) – Die Wölfe von Whitechapel / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher:  Peter Groeger, Harry Kühn, Lutz Riedel, Sonja Deutsch ua

Inhalt: Armut, Verbrechen und Unmoral prägen das Leben in den düsteren Gassen von Whitechapel, wo die unterste Schicht der Londoner Gesellschaft um ihr Überleben kämpft. Doch seit einiger Zeit wird dieser Kampf erschwert. Schreie zerreißen die Nächte, in den Morgenstunden werden grausig zugerichtete Leichen gefunden. Der Polizei misstraut man in diesem gesetzlosen Teil der Stadt, doch dringt ein Hilferuf zu Sherlock Holmes und seinem Freund Dr. Watson. Ein Ruf, der beide auf eine blutige Spur bringt, die aus den Niederungen der Gosse durch den Dunst verruchter Freudenhäuser zu gänzlich unerwarteten Orten führt.


Bleiben wir noch einen Tag bei Holmes und Watson, dann ist schon die erste Serie hier auf der Seite wieder auf aktuellem Stand. Gefiel mir die vorige Episode noch wirklich gut, bin ich bei dieser hier hin- und hergerissen.
Einerseits hat sie viel Positives an sich. So empfand ich es als nette Abwechslung, dass Holmes und Watsons neuer Fall in wenig erlauchten Kreisen spielt. Es gab seinerseits nunmal auch weniger wohlhabende Viertel als das der Bakerstreet. Dann haben die beiden es mit wirklich brutalen Morden zu tun. Für so etwas bin ich auch immer gerne zu haben. Und sie treffen auf eine ganze Reihe sehr verschiedener Personen, von denen jede für sich etwas Besonderes ist. Darunter ein gewisses äußerst pfiffiges junges Mädchen, das schon sehr genau weiß, wo es im Leben langgeht.
Soweit ist also alles ganz nach meinem Geschmack und alle Voraussetzungen für einen neuen spannenden Fall gegeben.
Andererseits zog sich die Geschichte für mein Empfinden teilweise ganz schön. Einfach, weil gleich mehrere Figuren reichlich Zeit zum Schwadronieren und Palavern haben. So etwas bremst das Tempo und die Spannung einer Geschichte für mich einfach aus, was wirklich schade ist. Außerdem lenkt es leicht vom übrigen Geschehen ab, wodurch mir die Handlung hier und da geradezu wirr vorkam. Da wäre weniger mehr gewesen. Und zuletzt konnte man mich mit dem Täter bzw den Tätern nicht wirklich überraschen. Eine Ahnung in die Richtung ergab sich vergleichsweise früh, was ich für eine Geschichte um Holmes und Watson irgendwie untypisch finde.

Sonja Deutsch hat mir mit ihrer markanten Stimme und dem für ihre Figur sehr passenden Ton mit am besten gefallen. Allerdings hält auch sie hier einen üppigen Monolog, was doch etwas anstrengend wurde. Ich hätte sie gerne nochmal wieder gehört, aber eben an anderer Stelle im Hörspiel. Katharina von Daake gibt mit heller, aber doch auch markanter Stimme eine herrlich aufgeweckte und direkte Vanessa. Harry Kühn lässt Bryson Amberfield angemessen abgehoben und exaltiert klingen.

In Sachen Musik geht es einmal mehr weitgehend ruhig und dezent zu. Hier und da sind zwischen den Szenen statt Musik auch Geräusche eingesetzt, die die Atmosphäre unterstreichen und dem Tempo des Geschehens Rechnung tragen. Auch sonst ist eine feine Geräuschkulisse zu hören.

Die schattige Gasse auf dem Cover gewährt einen Einblick in die Gegend, in der Holmes und Watson dieses Mal ermitteln. Was es mit den Wölfen auf sich hat, ist nicht zu erkennen, wodurch das Motiv neugierig stimmt.

Fazit: Ich fand die Folge nicht schlecht. Sie hat mit einem brutalen Verbrechen und Abwechslung in verschiedenen Belangen einiges Gutes an sich. Sie erschien mir gelegentlich aber auch wirr und langgezogen durch Monologe, die die Handlung ausbremsen und vom eigentlichen Geschehen ablenken. Viel Licht, aber eben auch etwas Schatten, könnte man sagen.

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