Holy Klassiker (14) – Doktor Faust

Titel: Holy Klassiker (14) – Doktor Faust / Verlag: Holysoft Studios / Spielzeit: ca. 55 min / Sprecher: Detlef Tams, Wolfgang Bahro, Daniela Hoffmann, Udo Schenk ua

Inhalt: Nachdem der alte Doktor Heinrich Faust alles gelernt hat, was es zu lernen gibt, ist sein Wissensdurst noch immer nicht befriedigt, so dass er sich der Magie ergibt und einen Pakt mit dem sardonischen Teufel Mephisto eingeht. Verjüngt und von der Last seiner Arbeit befreit, verliebt er sich in das junge, unschuldige Gretchen, ohne zu sehen, in welche Gefahr er das Mädchen bringt.


Ich denke nicht, dass man diese Geschichte inhaltlich nochmal ausführlicher zusammenfassen muss als es der Klappentext bereits tut. Den allermeisten Hörern dürfte die Story um Doktor Faust, der sich vom Teufel verführen lässt, bekannt sein. Daher lasse ich das mal außen vor. Vermutlich wissen diese Hörer aber auch, dass es sich bei „Faust“ doch eigentlich um eine Tragödie handelt.
Umso überraschter war ich davon, dass der Stoff hier so überaus humorig erzählt wird. Ganz ehrlich, ich hätte mich über die Söhne und Töchter der Hölle ebenso kaputtlachen können, wie über ihren Chef. Es ist einfach zu schön, wenn sie sich ihre Wortgefechte liefern, sich mit ihren Missetaten zu übertrumpfen versuchen und darauf aus sind, sich gegenseitig an die Karre zu fahren.
Genauso amüsant fand ich Mephistos Versuche, Faust zur Sünde zu verführen. Selten habe ich so einen übereifrigen, ja, eigentlich sogar ganz sympathischen Teufel irgendwo in einer Geschichte angetroffen. Ich konnte ihm so einfach gar nichts übelnehmen und habe mir durchweg gewünscht, dass es noch eine Weile so weitergehen würde.
Gut, so richtig spannend fand ich die Erzählung durch diese ganze Komik nicht, aber interessant fand ich sie durch diese ungewohnte Erzählweise allemal. Obwohl ich „Faust“ in der Schule ausgiebig durchgekaut habe. Doch da war er ja auch nie so spaßig dahergekommen.

Wolfgang Bahro ist als Mephisto zu hören und gibt ihm einen spitzbübischen und listigen Ton, ab und zu gewürzt mit sympathischer Boshaftigkeit. Luzifer persönlich wird von Udo Schenk gesprochen, der zwar gewohnt böse klingt, aber doch auch irgendwie etwas verschmitzt. Klaus Dieter Klebsch hat mich ja als Urian ziemlich an seine Rolle als Doom in „Jack Slaughter“ erinnert. Auch da klang er zwar schön dämonisch, aber eben auch zu Totlachen komisch.

Eine feine Mischung aus Musik und gut eingesetzten Geräuschen begleitet das Geschehen und steuert einiges an Amtosphäre bei.

Das Cover ist mit dem leuchtenden Rot ein echter Blickfang. Man sieht die verhängnisvolle Szene, in der Faust und Mephisto aufeinandertreffen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich die Darstellung von Mephisto nicht sonderlich mag mit diesem affigen Bärtchen.

Fazit: Hätte mir „Faust“ in der Schule nur so viel Spass gemacht wie diese Version, das Schuljahr wäre mir um einiges leichter gefallen. Ehrlich, ich habe so gelacht bei diesem „Doktor Faust“, und so etwas liebe ich. Daher kann ich die Folge nur empfehlen!

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