Professor van Dusen (12) – …fährt Achterbahn

Titel: Professor van Dusen (12) – …fährt Achterbahn / Verlag: Allscore / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: Nicolai Tegeler, Peter Weis, Joachim Kaps, Sandrine Mittelstädt ua

Inhalt: Unter den russischen Immigranten im New Yorker Stadtteil Brooklyn geht die Angst um. Ein Unbekannter tötet im Schutz der Dunkelheit die Freunde und Anhänger des Zaren. Als es auch einen ehemaligen Schüler von Professor van Dusen trifft, nimmt dieser mit Hilfe seines Begleiters Hutchinson Hatch die Ermittlungen auf. Die blutige Spur führt nach Coney Island, in den noch im Bau befindlichen Vergnügungspark Dreamland. Dort kommt es zu rasanten Begebenheiten, bei denen die Grenzen zwischen Fantasie und Realität zu verschwimmen scheinen. Für die Denkmaschine gilt es, den gefährlichen Mörder nicht aus den Augen zu verlieren.


Nach dem Überraschung bei dem Hörspiel der gestrigen Besprechung, habe ich hier gleich wieder eine erlebt. Nur leider längst keine solch positive. Dabei höre ich diese Reihe wirklich gerne. Ich fand bislang alle Folgen ganz spannend und mochte den feinen Humor, der in Figuren und Dialogen steckte.
Daher verstehe ich wirklich nicht, was man sich bei dieser Geschichte gedacht hat. Wobei man es auch hier wie so oft mit Mord zu tun hat, was einem Krimihörspiel an sich immer gut steht. Leider ereignete sich der erste Mord in Kreisen russischer Immigranten. Leider, weil diese natürlich deutsch sprechen müssen (sonst könnten wir sie ja nicht verstehen), aber das mit einem geradezu katastrophalen Akzent, der nicht erst bei dem alle naselang skandierten „Äs läääbe die Rrrrevulotiooon“ nervt. Ich musste bei diesen Szenen ehrlich die Zähne zusammenbeißen um nicht abzuschalten. Wer kann denn solche Bösewichte bitte ernst nehmen? Da ist doch eher Fremdschämen erster Klasse angesagt!
Meinem Eindruck nach rücken diese Passagen auch ziemlich die Ermittlungen von Hatch und van Dusen in den Hintergrund. Es ist hier deutlich weniger von der Brillanz des Professors rauszuhören als in vorigen Folgen. Dieser Hau-Drauf-Akzent und die brachiale Mentalität der Russen drängt irgendwie alles hinter sich. Dabei blieb für mich leider auch die Spannung auf der Strecke, mit der ich den Geschichten um van Dusen sonst lausche.
Die Krönung ist dann noch ein Finale, das zwar unbestritten rasant, aber bedauerlicherweise auch absolut hanebüchen ist. Nein, ich kenne die Achterbahnen und ihre Bauweise in Zeiten von van Dusen nicht, aber was hier beschrieben wird, das dürfte allenfalls in einem Cartoon wirklich funktionieren.

Vor allem Joachim Kaps und Sandrine Mittelstädt sind es, die sich hier mit besagtem Akzent durch die Handlung schlagen. Da wäre deutlich weniger, deutlich angebrachter gewesen. Authentisch klingen sie so beim besten Willen nicht. Aber wie auch, wenn man es so übertreibt?  Ein kurzes Gastspiel gibt Peter Weis, was mich wie immer sehr gefreut hat. Selbst nach den wenigen Sätzen konnte ich mir schon ein gutes Bild von seiner Figur machen. Bernd Vollbrecht und Nicolai Tegeler sind zum Glück mit ihren Figuren ganz die Alten. Das wirkt aber gegen die übrigen Charkatere schon geradezu schräg irgendwie.

Wie üblich kommt die Folge mit überwiegend ruhigen, gediegenen Musikstücken daher. Feine, sorgfältig ausgewählte Geräusche veranschlaulichen die einzelnen Szenen.

Bei diesem Titel ist es nur logisch, dass die Acnhterbahnfahrt auch auf dem Cover zu sehen ist. Über die Geschichte gibt das Motiv aber ansonsten nichts preis. Der Stil ist vertraut mit der Bleistiftzeichnung und dem tiefroten Rahmen. So richtig neugierig macht das Cover so jedoch nicht.

Fazit:  Was diese Reihe für mich bislang speziell auszeichnete, das war die Komik, uA in der Figur des van Dusen und der feine Humor in seinen Vorträgen. Vielleicht hatte ich deshalb so meine Probleme mit dieser Folge, die für mich durch den brachialen russischen Akzent, den langen Szenen bei den Russen und dem cartoonmäßigen Finale einfach nur zum Fremdschämen und abgedreht  war.  Und selbst an diejenigen, die darüber lachen können: liebe Leute, das ist doch nicht van Dusen!

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