Professor van Dusen (14) – …geht ein Licht auf

Titel: Professor van Dusen (14) – …geht ein Licht auf / Verlag: Allscore / Spielzeit: ca. 49 min / Sprecher: Nicolai Tegeler, Harald Effenberg, Bert Franzke, Franziska Endres ua

Ein grausiger Fund erschüttert die kleine englische Ortschaft Pendeen: Eine Leiche baumelt am Geländer des Leuchtturms im Wind. Es ist der Leuchtturmwärter Wilkie Scott. Alle Welt glaubt an einen Selbstmord. Alle Welt? Nein. Professor van Dusen versucht auf eigenwillige Weise und mit Hilfe seines Chronisten Hutchinson Hatch, Licht ins Dunkel zu bringen. Doch ausgerechnet Hatch begeht einen verhängnisvollen Fehler, und die vermeintlich leichte Mörderjagd wird zu einem gefährlichen Unterfangen.


Dann beginnen wir mal damit, die aufgelaufenen „Altlasten“ abzuarbeiten. Den Anfang macht eine van Dusen – Geschichte die mich vom Schauplatz und dem Thema her sehr an zahlreiche Geschichten der Fünf Freunde erinnert hat.
Alleine das Setting: Cornwall, eine kleine Ortschaft an der Küste, davor die rauhe See, ein Leuchtturm samt Leuchturmwärter, den man eines windigen Morgens an einem Seil vom Turm hängend vorfindet. Was seine Tochter verständlicherweise in Verzweiflung stürzt. Allerdingst ist sie sich auch sehr sicher, dass es kein Selbstmord gewesen sein kann. Da treten natürlich der Professor und sein Chronist Hatch auf den Plan um wortwörtlich Licht in die Sache zu bringen.
Dabei kommt sehr gut zur Geltung, welch ein Filz in die verschlafenen Kaff herrscht und schnell hat man eine gute Hand voll zwielichtiger Leutchen zusammen, die man sich mehr oder minder gut als Mörder vorstellen kann. Vom einfachen Handwerker bis zum erstaunlich wohlhabenden Zeitgenossen und einem Arzt ist alles mit dabei. Und jeder von ihnen hätte durchaus seine Gründe, dem alten Leuchtturmwärter ans Leben zu wollen. Wer also war es?
Die zweite Frage ist natürlich die nach dem Warum. In Rückblenden bekommt man einen ganz guten Eindruck vom trinkfreudigen Leuchturmwärter Scott geboten und das gibt kaum Anlass, ihm etwas Böses zu unterstellen.
Die Auflösung, die van Dusen schließlich präsentiert (nachdem Hatch einiges durchgestanden hat) ist dennoch schlüssig. Das kann man sich in einem solchen Ort gut vorstellen. Woran ich ein paar Zweifel habe, ist die Idee mit der Flucht und van Dusens neuem Talent als Lassowerfer. Aber was weiß ich schon von Wind und Höhe und was man damit anstellen kann? Lassowerfen habe ich auch noch nie ausprobiert.

Neben Bern Vollbrecht und Nicolai Tegeler, die wie gewohnt ein eingespieltes Doppel abgeben, tut sich hier speziell Franziska Endres als Roberta Scott hervor. Mit markanter Stimme haucht sie der Tochter des Leuchtturmwärters selbstbewusstes Leben ein, versteht es aber auch, eine gewisse Sensibilität in bestimmten Momenten durchblitzen zu lassen.

Ein Küstenort als Schauplatz, das muss man selbstverständlich auch hören. Also bekommt man hier Wind und Meeresrauschen genauso zu hören wie das Stimmengewirr in der ersten Hafenkneipe am Platz. Das tut der Atmosphäre gut und lässt das nicht gerade einfache Leben der Menschen dort genauso glaubhaft wirken wie die mitunter rauhen Sitten, die dort herrschen.

Das Cover zeigt das Szenario, mit dem der neue Fall quasi seinen Anfang nimmt. Ein Leuchtturm und eine am Seil davon herunterbaumelnden Gestalt. So weiß man schnell, worum sich der Fall dreht. Was es mit dem Licht aus dem Titel auf sich hat, kann man sich genauso fix denken.

Fazit: Ein spannender Fall, der sich langsam entwickelt, immer neue Details auspackt und von van Dusen auf gewohnt bemerkenswert clevere Art gelöst wird. Ob man der Story das Finale ganz abnimmt, muss jeder für sich entscheiden. Kreativ ist es allemal.

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