Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (38) – Die rote Spinne

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (38) – Die rote Spinne / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca 78 min / Sprecher: Christian Rode, Nicole Hannak, Lutz Harder ua

Holmes und Watson kommen bei einem Theaterbesuch einem lange zurückliegenden Verbrechen auf die Spur. Während der Vorstellung glaubt die Hauptdarstellerin Lady Gigi den Mörder ihrer Mutter im Publikum zu sehen. Doch ihre Mutter ist eines natürlichen Todes gestorben, als die junge Darstellerin noch ein Kind war. Holmes ist überzeugt davon, dass Lady Gigi im zarten Kindesalter wahrhaftig einen Mord mitangesehen haben muss. Die Lösung des Rätsels, so glaubt er, liegt in ihrem Unterbewusstsein


Diese Folge beginnt mit einer Szene, nach der man sich recht sicher ist, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Umso überraschender ist es, dass sie im Folgenden einen ganz anderen Weg einschlägt, der zunächst im Vergleich relativ harmlos wirkt. Man kann noch nicht mal wirklich von einem richtigen neuen Fall für Holmes sprechen. Aber irgendetwas stimmt halt eben doch nicht mit der jungen Theaterschauspielerin Lady Gigi. Allmählich stellt sich heraus, dass sie in ihrer Kindheit etwas ganz Furchtbares erlebt haben muss und von einem bestimmte, schaurigen Detail eingeholt wurde.  Leider kann sie sich an dieses Ereignis an sich jedoch nicht mehr wirklich erinnern.
Wie also kommt man solch einem Rätsel auf die Spur? Wie holt man Erinnerungen zurück? Eine Möglichkeit dafür ist die Hypnose und mir hat es richtig gut gefallen, dass die Geschichte dieses Thema aufgreift. Irgendwie hängt der Hypnose ja doch etwas Unheimliches an und das ist hier top in Szene gesetzt worden.
Die Ereignisse im Hier und Jetzt und Lady Gigis Erinerungen unter Hypnose ergeben dann ein Bild, das der Handlung schließlich Dramatik verleiht. Spätestens jetzt weiß man, hier liegt tatsächlich ein waschechter Fall für Holmes und Watson vor und ihre Gegenspieler sind mächtig und gehen wortwörtlich über Leichen.
Den Prolog hatte ich angesichts der Entwicklung glatt schon wieder vergessen und war entsprechend überrascht als die Story den Bogen dorthin zurück schlägt. Gelungen, wirklich sehr gelungen.
Eine kleine Nebensächlichkeit (vielleicht?): Watsons ständige Betonung, die Nachbildung eines AFRIKANISCHEN Löwen zu sehen, hat mich googeln lassen und nun weiß ich, dass es auch asiatische Löwen gibt. Allerdings sehen die nicht viel anders aus als die afrikanische Verwandtschaft. Was also ist an den Skulpturen so typisch afrikanisch, dass man das so betonen muss?!

Als Lady Gigi ist Nicole Hannak zu hören. Sie bringt die junge, nach und nach immer verzweifeltere Schauspielerin glaubhaft rüber. Man kann schon verstehen, dass Watson ein Faible für sie hat. Wolfgang Rumpf gibt einen recht überheblichen Lord Rufus Ashley und lässt ihn angemessen undurchschaubar wirken. Man traut dieser Figur dadurch nie so recht über den Weg.

Einige sehr schöne Musikstücke begleiten das Geschehen und sorgen für eine nallmählich immer bedrohlich wirkendere Stimmung. Die Geräusche sind einmal mehr vom Feinsten. Diese Kombination steht dieser Folge besonders gut.

Die rote Spinne aus dem Titel gehört einfach auf das Cover, das sehe ich vernünftigerweise sogar ein. Ich hätte mir allerdings auch so manche andere Szene gut an dieser Stelle vorstellen können, die ebenfalls neugierig gemacht hätten.

Fazit: Dadurch, dass hier die Hypnose eine recht wichtige Rolle spielt, ist die Folge für mich schon etwas Besonderes. Das ist überraschend modern, gleichzeitig aber auch ein bisschen unheimlich. Der Fall für Holmes und Watson ergibt sich erst nach und nach, was für Spannung sorgt. Und es ist verblüffend, wie der Bogen zum Prolog geschlagen wird.

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