Gruselserie (01) – Polterabend – Nacht des Entsetzens

Titel: Gruselserie (01) – Polterabend – Nacht des Entsetzens / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 54 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Katja Brügger, Sascha Draeger, Reinhilt Schneider ua

Die letzten Stunden vor der kirchlichen Trauung halten für das Brautpaar Gudrun und Gerhard eine makabre Überraschung parat: Der Geist der verstorbenen Ehefrau des Bräutigams verwandelt die fröhliche Party in eine Apokalypse des Grauens.


Hier muss ich vorab sagen, dass ich die alte Gruselserie von Europa natürlich kenne. Ich habe auch alle Folgen gehört, jedoch ist das eine ganze Weile her. Mir haben sie gefallen, aber da ich sie früher nicht gehört habe, fehlt mir der Nostalgiefaktor dabei. Vielleicht höre ich die neue Reihe deshalb ein wenig anders als die Leute, die mit der Reihe aufgewachsen sind.
Leider muss ich gestehen, dass diese erste Folge bei mir keinen allzu guten Eindruck hinterlassen hat. Inhaltlich hat das vor allem zwei Gründe. Bei aller Anlehnung an die Klassiker, sie ist ganz schön dünn und bietet keinerlei Überraschungen. Von Spannung kann keine Rede sein. Und bis die Story  endlich in die Gänge kommt, ist ein guter Teil der Spielzeit dahin. Bis dahin hat man dank viel Geschwafel lediglich die Figuren kennengelernt. Sonderlich sympathisch war mir keiner von ihnen, weshalb ich nicht mitfiebern konnte, und das geht zusätzlich zu Lasten der Spannung.
Grusel sucht man hier ebenfalls vergebens. Ein Geist alleine macht halt noch keinen Grusel. Erst recht nicht, wenn seine Auftritte statt atmosphärisch vor allem ohrenbetäubend sind. Sie scheppern wortwörtlich in die Szenen und klingen nicht einen Deut unheimlich.

Ein Blick auf die Sprecherliste lässt die Herzen vieler Hörspielfans sicher höher schlagen. Mit beispielsweise Reinhilt Schneider, Judy Winter, Regina Lemnitz und Katja Brügger sind namhafte Sprecher mit überaus markanten Stimmen dabei. Vor allem aber solche, die man noch von früher kennt, womit man wohl dem Vorbild der heutigen Gruselserie Rechnung tragen möchte. Allerdings werden ihnen zum Teil haarsträubende Dialoge in den Mund gelegt, was man oft deutlich hört. Denn plötzlich klingen die “alten Hasen” alles andere als überzeugend. Vereinfacht gesagt: alle hier haben ein Handy, die Geschichte spielt insofern scheinbar im Heute, aber die Unterhaltungen klingen häufig sowas von altmodisch und entsprechend gestelzt, das passt überhaupt nicht zusammen. Und wenn der Geist auf der Bildfläche erscheint, muss man dank des Lärms drumherum sehr genau hinhören um Reinhilt Schneider überhaupt zu verstehen.

Musik ist überraschend wenig zu hören, fast gar nicht, möchte ich sogar sagen. Hier und da mal ein kurzes Stück, doch das war es dann auch. Akustisch setzt die Folge mehr auf Geräusche. Vorzugsweise solche, die den Hörer wortwörtlich aufschrecken, weil sie so laut und durchdringend sind. Allen voran bei den erwähnten Auftritten des Rachegeistes. Stattdessen etwas stimmungsvollere Musik hätte vor allem dem Gruselfaktor hier ganz gut getan.

Schon die alte Gruselserie kam in Sachen Cover mit Neonfarben daher, das wurde beibehalten. Ich muss sagen, mir gefällt das so auch wirklich gut. Es ist einfach ein Hingucker. Ob man die beiden Comicfiguren mag, oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden. Mich stört dieser Stil nicht sonderlich.

Fazit: Leider ein enttäuschender Serienauftakt für mich. Eine arg seichte Story ohne Überraschungen und leider auch ohne Spannung uns Grusel. Dazu Texte, die man selbst solchen Vollprofis wie sie hier im Einsatz sind, schwer bis gar nicht abnimmt. Schade. Aber ich bleibe an der Serie dran. Alleine deshalb, weil ich es an sich super finde, dass man einem Klassiker von Hörspielreihe eine Chance für ein Comeback bietet.

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