Sandor (04) – Der geheime Schwarm (Dorothea Flechsig / Nicolas A. Böll)

Titel: Sandor (04) – Der geheime Schwarm / Verlag: Glückschuh Verlag / Spielzeit: ca. 70 min / Buch: Dorothea Flechsig / gelesen von: Nicolas A. Böll

Im neuen Abenteuer „Der geheime Schwarm“ finden Jendrik und seine Freunde heraus, warum Fledermäuse immer weniger Nahrung finden. Ein blühendes Rapsfeld, in dem fast keine Insekten leben, scheint der entscheidende Hinweis zur Lösung des Rätsels. Was verbirgt der Bauer in seiner Scheune?
Gleichzeitig muss sich Jendrik an neue Familienmitglieder gewöhnen. Durch Papas Freundin hat er jetzt eine Halbschwester. Auch an seinen Schulfreunden entdeckt Jendrik neue Seiten und er merkt, dass er Friedrich bis jetzt unterschätzt hat, und dass Lilli viel mutiger ist, als er dachte.


Endlich ein neues Abenteuer mit der cleveren Fledermaus Sandor und seinem Freund Jendrik! Diese Geschichte nimmt sich eines sehr aktuellen und überaus wichtigen Themas an: des immer weiter voranschreitenden Insektensterbens, die Auslöser dafür und die Auswirkungen auf Mensch, Natur und speziell die Tierwelt.
Los geht es allerdings erstmal aus einer anderen Richtung. Als Jendrik aufwacht, ist von Sandor keine Spur zu entdecken. Wo steckt der freche Kerl nur? Schnell macht Jendrik sich Sorgen und so ist auf Anhieb schon für eine gewisse Spannung gesorgt.
Bald darauf macht Jendrik eine weitere erschreckende Entdeckung und so nimmt allmählich das Thema um das Insektensterben seinen Lauf. Gemeinsam mit zwei Schuldfreunden -Friedrich und Lilli- gehen Jendrik und Sandor der Sache auf den Grund. Dabei erfahren nicht nur sie eine ganze Menge über das Drama rund um die Insekten. Auch als Hörer kann man sich hier einiges mitnehmen. Erfreulicherweise wirkt das niemals oberlehrerhaft und auch den berühmten moralischen Zeigefinger sucht man zum Glück vergebens.
Gefallen hat es mir außerdem, dass das Thema nicht nur einseitig beleuchtet wird. Es gibt nämlich durchaus  Leute, die aus gewissen Gründen zum Insektensterben beitragen, obwohl sie es an sich gerne anders hätten. Doch so einfach ist das eben nicht immer. Aber natürlich kann man gemeinsam nach neuen Ideen suchen, solange alle Parteien dem offen gegenüberstehen. Verteufelt wird hier niemand.
Jendrik und seine Freunde müssen eine ganze Menge Mut beweisen und bei mancher Aktion habe ich durchaus gedacht, dass ich mich sowas sicher nicht getraut hätte. Dafür darf man die Kinder gerne bewundern. Auch wenn die Sache manchmal etwas holpert, aber es sind nun mal Kinder. Ich kann es ja auf den Tod nicht ab, wenn Erwachsene in Geschichten sofort kuschen sobald ein paar Kinder meinen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Das ist hier keineswegs der Fall, und das finde ich einfach glaubhafter und authentischer. Bei ihrer größten Aktion haben sie schon mit Schwierigkeiten zu kämpfen, doch Aufgeben kommt nicht infrage. So wächst mancher geradezu über sich hinaus und obwohl die Kinder sich aus der Schule schon kennen, entdecken sie dabei viel Neues aneinander.
Am Ender der Geschichte hat man eine ganze Menge über Insekten, das Insektensterben, die Gründe und Auswirkungen gelernt und auch ein paar Tipps an die Hand bekommen, was jeder einzelne von uns dagegen tun kann. Im Kleinen, aber wie sagt man so schön? Das läppert sich! Also, einfach mal nachmachen, was Jendrik und seine Freunde hier vormachen.
Parallel zu diesem Handlungsstrang ist auch in Jendriks Familie eine Menge los. Seine Eltern haben sich getrennt und jeweils neue Partner gefunden, mitunter sogar mit weiteren Kindern. Keine einfache Situation, doch auch dieses Thema geht die Geschichte behutsam und mit viel Verstand an. Somit bekommen Groß und Klein auch hier einige Anregungen an die Hand, wie man solch eine Situation meistern kann. Und auch hier, ohne irgendeine der Seiten dabei zum Buhmann zu machen.

Nicolas A. Böll bringt auch diese vierte Folge zu Gehör. Einmal mehr versteht er es, den einzelnen Figuren ganz eigene Stimmen zu verleihen, sodass man alle gut unterscheiden kann. Als Sandor klingt er zweifellos am niedlichsten mit dem Schnalzen und Keckern, das er für ihn in petto hat.

Auch wenn zwischen Folge 3 und 4 eine wirklich lange Pause lag, das Titellied hatte ich nach den ersten Takten bereits wieder im Ohr. Speziell der Refrain ist herrlich eingängig, den können die jungen Hörer sicher schnell mitsingen. Das Lied ist recht lang, dafür erfährt man hier aber auch schon einiges über Sandor. Das ist zB ganz prima für Hörer, die Sandor erst mit dieser Folge kennenlernen.

Fazit:  Folge 4 bringt ein absolut aktuelles und wichtiges Thema auf den Tisch und setzt es kindgerecht um. Sorgfältig verpackt in eine schöne und auch spannende Geschichte mit Sandor, Jendrik und ihren Freunden. Doch auch ältere Hörer sollten hier mal ein Ohr riskieren. Es kann sich jeder etwas zu diesem Thema mitnehmen und schließlich kommt es in dieser Sache ja auch auf jeden einzelnen an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2019 Frontier Theme