Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger

Titel: Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Dirk Petrik, Tim Kreuer. Lène Calvez, Bert Franzke, Sven Plate ua

Ich kann sie sehen! Wirklich sehen! Geister, Dämonen, Gespenster. Sie lauern in dunklen Nischen und Ecken, treiben ihr Unwesen … überall. Doch ich stelle mich ihnen entgegen und mache dem Spuk ein Ende.
Ich bin Johnny. Johnny Sinclair. Und ich will Geisterjäger werden.


Als ich von dieser Reihe erfahren habe, habe ich den Aufschrei der Fan-Gemeinde vom großen (und vor allem erwachsenen) John Sinclair quasi gehört: wie kann man sich an solch einer Figur vergehen und daraus eine Kinderserie ableiten?
Allen diesen Sinclair-Fans kann ich mit auf den Weg geben, dass hier keine einzige Sekunde am Thron ihres Idols gekratzt wird. Das wird in dieser Episode schnell klar, die sich zunächst viel Zeit dafür nimmt, die wichtigsten Figuren vorzustellen, Johnnys Lebenssituation zu schildern und natürlich auch die ersten Geister ins Rennen zu schicken. All das ist höchst unterhaltsam bis witzig und auch spannend gelungen. So einen leichten Hau haben sie alle da oben auf Grayman Castle und im Dörfchen Blacktooth. Aber einen absolut liebenswerten Hau, sodass man sie im Nu ins Herz schließt.
Jedenfalls die lebendigen Figuren. Die Geister sind weniger liebenswert und man kann leicht verstehen, dass Johnny sie gerne aus seinem Schloss raus hätte. Allzu gruselig wird es mit ihnen aber nicht, immerhin ist es ein Hörspiel für Kinder. Aber es sind eben auch keine albernen Spukgestalten. Das hat mir so prima gefallen. Überhaupt nicht unheimlich, obwohl ebenfalls längst tot, ist Johnnys Lehrmeister: Erasmus von Rothenburg, seines Zeichens ein sprechender Schädel, den Johnny eines Tages im Moor findet. Erasmus ist ein kluger Kopf (sehr passender Vergleich) und hat ein bemerkenswert loses Mundwerk. Da bleibt der Grusel schnell auf der Strecke und irgendwie mag man das Großmaul trotz mancher Unverschämtheit dann doch.
Als Erasmus auf der Bildfläche erscheint kommt erst recht Schwung in die Geschichte. Man spürt , dass Johnny durch ihn seinem Berufswunsch Geisterjäger immer näher kommt. So erlebt man gegen Ende dieses ersten Teils tatsächlich schon das erste kleine Abenteuer mit Johnny als Geisterjäger und das fällt bereits angenehm unheimlich aus. Vor allem verleitet es dazu, sofort mit Teil 2 weiterzumachen, wozu ich dringend rate!

Auf der Sprecherliste findet man neben sehr bekannten Namen auch solche, die zumindest mir noch nicht (wissentlich) begegnet sind. Dirk Petrick alias Johnny ist das beste Beispiel dafür. Seine junge Stimme passt prima zu dem angehenden Geisterjäger und er hat für jede Situation den passenden Ton parat. Ganz egal, ob Johnny mit Erasmus diskutiert, sich mit den Klassenrüpeln anlegt oder auch mal Angst hat, wütend wird oder Spass macht. Wolf Frass hält für Erasmus von Rothenburg eine Grabesstimme bereit, versteht es aber bestens, ihr stets ein Augenzwinkern mitzugeben. Mein Liebling unter den Sprechern ist Sarah Madeleine Tusk in der Rolle von Millie Edwards. Ich mag ihre Stimme unheimlich gerne und vor allem auch den selbstbewussten Ton, durch den sie Millie eine Spur älter als Johnny wirken lässt.

Klotzen statt Kleckern. So kann man die Musikkulisse am besten beschreiben. Es sind abwechslungsreiche Stücke zu hören, mal leise zu ruhigen und spannenden Szenen, mal lauter zu aufregenden Momenten. Allen gemein ist aber, dass sie für ein Kinderhörspiel bemerkenswert aufwendig gestaltet sind. Und das zeigt absolut Wirkung! Genauso ausgefeilt ist die Geräuschkulisse. Beeindruckend, wirklich!

Ich bin restlos verknallt in das Cover. So schön düster und leicht unheimlich, dass es sofort neugierig macht. Mit dem knallig gelben Titelschriftzug und dem ebenso leuchtenden Schädel ist es außerdem ein Hingucker auf ganzer Linie.

Fazit: Ein rundum gelungener Auftakt der Reihe um den angehenden Geisterjäger. Liebenswerte lebendige Figuren, angemessen unheimliche Geister, ein geniales Setting und ein stetiger Funken Humor machen das Zuhören zum reinsten Vergnügen. Gegen Ende startet Johnnys Karriere mit einer durchaus gruseligen Situation und lässt einen ahnen, in welcher Richtung es im nächsten Teil weitergehen wird. So kommt man nicht umhin, gleich die nächste CD einzulegen.

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