Insel-Krimi (04) – Todesfalle Fehmarn

Titel: Insel-Krimi (04) – Todesfalle Fehmarn / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 65 min  / Sprecher: Rubina Nath, Florian Hoffmann, Santiago Ziesmer, Alexandra Lange ua

Hannahs Leben verläuft nach vielen Turbulenzen endlich wieder normal. Bis sie einen Anruf erhält, dass ihr Ehemann gesehen wurde, wie er ihr Haus beobachtet hat. Doch Arno sitzt seit Jahren in einer psychiatrischen Klinik, nachdem er Hannah beinahe umgebracht hätte. Die junge Frau, die sich gerade auf der Ostseeinsel Fehmarn aufhält, beschleicht ein ungutes Gefühl. Da geschehen auf der Urlaubsinsel dramatische Vorfälle. Ist Arno zurück, um die Sache von damals zu Ende zu bringen?


Wer braucht schon lange Vorreden? Dieser Insel-Krimi jedenfalls nicht. Innerhalb weniger Minuten ist man bereits mitten drin und der Start darf sich völlig mit Recht dramatisch nennen. Gleichzeitig weiß man ebenso schnell, um was es hier im Wsentlichen geht und welche Ängste Hannah seit einiger Zeit mit sich herumträgt. Was genau dahinter steckt, wird dann im weiteren Verlauf beleuchtet. Dabei wird das unglaubliche Tempo vom Anfang stetig beibehalten. Man kommt kaum zum Durchatmen, da ereignet sich bereits der nächste schreckliche Vorfall und genau wie Hannah ist man überzeugt davon, dass alles auf das Konto ihres gestörten Ex geht, der eigentlich in der Geschlossenen sitzen sollte.
Der Spannung tut dieses Wissen aber keinen Abbruch. Auch wenn man sich sicher ist, dass Arno dahintersteckt, so bleiben seine Jagd und Hannah Flucht und Nachforschungen kontinuierlich spannend. Vor allem, weil es auch Situationen gibt, wo einem sofort klar ist, dass da etwas gründlich und bedrohlich schiefgeht, während andere Figuren nicht das Geringste ahnen. Der große Knall kommt dann, als sich die Sache wenig später auflöst.
Außerdem schafft die Geschichte es, dass man irgendwann niemandem mehr so richtig traut. Selbst Hannahs Partner kam mir irgendwann komisch vor und dem Arzt habe ich auch nicht so richtig getraut. Da wird man prima an der Nase herumgeführt.
Gegen Ende legt die Story an Dramatik dann noch mal ein gehöriges Schüppchen nach. Eine Wendung jagt die nächste und wortwörtlich bis zur letzten Minute kommt man als Hörer genauso wenig zur Ruhe wie Hannah. Da muss man gut bei der Sache sein und mitdenken, sonst ist man raus und kommt nicht mehr mit.

Rubina Nath habe ich hier zum ersten Mal gehört, in einem Hörspiel jedenfalls. Sie bringt Hannahs Angst und Verzweiflung ebenso glaubhaft rüber, wie ihren Mut und ihr Selbebwusstsein, welche beide hin und wieder doch aufflackern. Marius Gavrilis in der Rolle ihres Partners Daniel hat es geschafft, dass ich mir nie ganz sicher war, ob man ihm trauen kann. Lediglich Alexandra Lange ging mir mit ihrer Darbietung der alten und verbitterten Gerda einige Mael gehörig auf die Nerven. Bei ihrem ersten Auftritt hat sie mir noch eine Gänsehaut bereitet, doch später kam mir mancher Einsatz überzogen vor.

Ein Kompliment an die eingesetzte Musik. Die Stücke wirken frisch und unverbraucht und sorgen so bald für nordisches Flair und einen Hauch Urlaubsstimmung. An entsprechenden Szenen versteht sie es aber auch, der Spannung noch weiter auf die Sprünge zu helfen und für Atmosphäre aufkommen zu lassen. Auch die Geräusche sind top und sorgen einige Male für einen Schreckmoment.

Auf dem Cover ist natürlich die See zu sehen, darüber ein dramatisch bewölkter Himmel. Der Steg, der ins Meer hineinragt, gibt dem Motiv Tiefe. Und der Blutfleck verrät sofort, dass es auf Fehmarn wohl nicht so idyllisch zugeht, wie man meinen sollte.

Fazit: Ein von der ersten bis zur letzen Spielminute spannendes Hörspiel, das ein unglaubliches Tempo an den Tag legt. So ist man auf Anhieb gebannt und es entsteht eine wunderbar dichte Atmosphäre. Am Ende muss man dann wirklich gut bei der Sache sein um mitzudenken, aber es lohnt sich.

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