Die drei ??? und der schwarze Tag (6 Kurzgeschichten)

Titel: Die drei ??? und der schwarze Tag / Verlag: Europa / Sprecher: Andreas Fröhlich, Michael Hark, Dorette Hugo, Tommi Piper, Douglas Welbat ua

Wenn die drei ??? ermitteln, ist das immer ein schwarzer Tag für Verbrecher. Und manchmal bringt das Detektivbüro sogar schneller als sonst Licht ins Dunkel: Sei es in einem stockfinsteren Verlies, auf der Jagd nach einem schwarzen Phantom oder in einem Dunkelrestaurant Justus, Peter und Bob lösen jeden Fall.
Sechs verzwickte, experimentierfreudige, rätselhafte Kurzgeschichten aus Rocky Beach!


Die sechs Kurzgeschichten um die drei ??? sind auf drei CDs untergebracht und jeweils zwischen etwa 30 und 40 Minuten lang. Für mich war es eine recht durchwachsene Mischung, sodass mir selbst diese Spielzeit durchaus mal zu lang war. Und das will bei so knackig kurzen Geschichten schon etwas heißen, denke ich. Doch im Einzelnen:

1. Das schwarze Verlies – Diese Geschichte hat mir von der Atmosphäre her gut gefallen. Gleich von Anfang an liegt etwas Rätselhaftes und Bedrohliches in der Luft und genau wie die drei Freunde steht erstmal komplett ahnungslos da. Viel passiert allerdings nicht, es wird vor allem geredet. Und das fand ich irgendwann vor allem anstrengend und war entsprechend froh als Bewegung ins Geschehen kam.

2. Schwarze Seelen – Weniger düster als die erste Erzählung und mit mehr Bewegung, worüber ich froh war. Diese Story würde ich tatsächlich als einen richtigen Fall für die Detektive bezeichnen, nur eben kurz und direkt auf den Punkt. Hier kann man sogar ein bisschen miträtseln. In der zweiten Hälfte wurde mir dann aber auch wieder zu viel des Rätsels in Dialogen aufgelöst und es wurde auch hier mühsam, sich durchgängig zu konzentrieren.

3. Ein schwarzer Tag für Mr. Kingstone – Das Besondere hier ist einfach schon, dass ausgerechnet Skinny Norris mit einem Auftrag für die Detektive daherkommt. Für mich gehört diese Geschichte aber aus einem anderen Grund zu den Favoriten der Sammlung. Ich finde nämlich den Schauplatz einfach nur cool und interessant und halte ihn für ideal für eine ???-Story. Nur die Auflösung kommt etwas kurz angebunden daher.

4. Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? – Ich bin bekanntlich kein Fan von Geschichten, in denen kleine Kinder eine wichtige Rolle spielen. Doch hier ist das nur zu Beginn der Fall, danach entwickelt die Handlung sich zu einem durchaus interessanten und rätselhaften Fall mit einer ziemlich klassischen Schatzsuche. Meine Lieblingsgeschichte dieser Sammlung!

5. Die schwarze PhantOma – Diese Erzählung punktet vor allem durch einen ungewöhnlichen Erzählstil. Ich musste mich daran erstmal gewöhnen und so richtig gefallen hat er mir selbst am Ende noch nicht. Ein bisschen schräg geht es hier auch zu, aber immerhin ist es doch recht spannend.

6.Das schwarze Nest – Das könnte ich in einem Wort machen: Quatsch! Etwas ausführlicher: ja, ich erkenne Satire, ich weiß, wenn etwas nicht ernst gemeint ist und mir fällt durchaus auf, wenn sich eine Geschichte und ihre Figuren gehörig selbst auf die Schüppe nehmen. Das hier fand ich aber einfach nur zum Fremdschämen peinlich und albern. Am liebsten hätte ich diese Erzählung auf halber Strecke mit blutenden Ohren abgebrochen, aber ich habe mich durchgebissen. Um Himmels Willen, nein. Wenn das lustig ist, dann ist wohl mein Sinn für Humor kaputt.

Bei den Sprechern sind mir vor allem zwei Stimmen im Kopf geblieben. Das ist einmal die von Dorette Hugo, die hier gleich zwei Rollen bestreitet, nämlich die eines Zwillingspärchens. Anfangs fand ich noch, dass man die Mädels  gut unterscheiden kann, später klangen sie dann so ähnlich, dass man aufpassen muss. Das ist geschickt gemacht. Juliane Szalay konnte mich als Kelly dagegen deutlich weniger überzeugen. Ihre Parts klingen oft gestellt, was schade ist, denn Kelly spielt in zwei der Fälle eine durchaus wichtige Rolle.

Was Musik und Effekte angeht, kommen die sechs Erzählungen ganz verschieden daher. Leider passen sie eingesetzten Stücke nicht immer so richtig, dafür können sich die Geräusche aber hören lassen. Und auch die Akustik in dem finsteren Raum in der ersten Geschichte ist klanglich gut in Szene gesetzt.

So sehr mir das Cover mit den drei unheilvollen Motiven auch gefällt (schwarze Katze, Freitag, der 13. und die schattenhafte Teufelsgestalt), was all das mit den drei Geschichten zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

Fazit: Eine durchwachsene Sammlung an Kurzgeschichten. Einige sind stimmungsmäßig gut, versumpfen dann aber in Dialogen, wodurch sie sich ziehen. Andere sind aufgrund von besonderen Schauplätzen und klassischen Ideen dagegen wirklich hörenswert. Eine geht in Sachen Erzählstil neue Wege, was mir nicht gefallen hat. Und eine war für mich einfach nur horrender Blödsinn.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2019 Frontier Theme