Death Note (03) – Geliebter Feind

Titel: Death Note (03) – Geliebter Feind / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Marlin Wick, Thomas Schmuckert, Arianne Borbach, Fabian Hollwitz ua

Das Ermittlerteam im Fall Kira, allen voran L, kommt Light immer näher. Doch sie können ihm seine Taten nicht nachweisen. Um Gewissheit zu erlangen, beschließt L sich mit dem Verdächtigen anzufreunden und ihn so zu überführen. Er stellt sich Light unter falschem Namen vor, aber dem Schüler wird schnell klar, wen er vor sich hat. Und auch Kira ist fest entschlossen, diese ungewöhnliche Freundschaft für sich auszunutzen.


Bisher raste die Handlung dieser Serie gefühlt nur so dahin. Deshalb hat mich diese dritte Folge ein bisschen überrascht. Denn hier schaltet das Tempo gut zwei Gänge zurück. Auf mich wirkte dieser Teil irgendwie wie ein kleines Zwischenspiel, bei dem der Hörer etwas durchatmen kann.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Story langweilig oder langatmig ist. Auch hier ist man von der ersten Sekunde an mitten drin im Geschehen. Nachwievor befindet sich Light in einer höchst gefährlichen Situation. Es kostet ihn immer mehr Mühe, sein Geheimnis zu wahren. Seine Feinde und eine ganze Schar an Ermittlern, darunter sogar sein Vater und L Lawliet persönlich, sind ihm unglaublich nahe auf der Spur. Man wartet immer darauf, dass einer ihm plötzlich auf die Schliche kommt. Das sorgt für Spannung und eine durchweg düstere, bedrohliche Atmosphäre. Auch auf Action muss man hier verzichten, was ich aber nicht als Manko empfunden habe. Die Handlung beweist, dass Spannung und Dramatik auch ohne Action funktionieren.
Was Light angeht, bin ich nachwievor hin- und hergerissen. Einerseits bewundere ich ihn für seine Cleverness und Abgebrühtheit, andererseits ist er mir viel zu arrogant und ich würde ihm einen gehörigen Dämpfer wünschen. Gut, dass Ryuk bei ihm ist. Er ist ein Todesgott, ja, aber mir macht er einfach richtig viel Spass. Das wiegt Lights Überheblichkeit gut auf.

Thomas Schmuckert als Lights Vater hat mir hier gut gefallen. Man nimmt ihm sowohl den Familienvater und dessen Engagement für seinen Sohn, als auch den Ermittler leicht ab, obwohl es so gegensätzliche Rollen sind. Marlin Wicks tiefe, grollende Stimme und sein augenzwinkernd-böser Ton stehen Ryuk ausgezeichnet. Fabian Hollwitz lässt L Lawliet markant und selbstbewusst klingen, gibt ihm aber auch einen unüberhörbar taktierenden Ton.

Selbst die Musik, die sich in den vorigen Folgen oft so deutlich hervorgetan hat, nimmt sich hier zurück. Die wenigen eingesetzten Stücke verstehen es aber dennoch, ihre Szenen wirkungsvoll zu gestalten und sind auch auf dem bekannten hohen Niveau.

Dieses Mal hat es L Lawliet auf das Cover geschafft. Der ernste Gesichtsausdruck passt gut zu dieser Figur und gibt ihm etwas Nachdenkliches und Intelligentes. Der kontrasreiche Titelschriftzug vor dem tiefschwarzen Hintergrund gefällt mir immer noch sehr gut.

Fazit:  Diese dritte Folge wirkt wie ein Zwischenspiel. Zwei Gänge ruhiger, deutlich weniger actionlastig, aber immer noch spannend. Und vor allem die düster, bedrohliche Amtosphäre kommt hier deutlich zur Geltung. Man wartet immer darauf, dass jemand Light endlich am Schlafittchen bekommt, sie sind ihm so nahe…und doch entwischt er ihnen immer wieder. Wie lange mag das noch gutgehen…?

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