Benjamin Blümchen (138) – Das neue Müllauto

Titel: Benjamin Blümchen (138) – Das neue Müllauto / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Ulrike Stürzbecher, Roland Hemmo, Wilfried Herbst ua

Auf dem Sommerfest der Stadtreinigung gibt es ein Tauziehen Benjamin gegen die Müllleute. Diese purzeln leider wild durcheinander und können erst einmal nicht mehr zur Arbeit gehen. Also müssen Benjamin und Otto das Leeren der Mülltonnen übernehmen. Sie dürfen sogar mit dem neuen Müllauto fahren. Doch dann wird es gestohlen.


Es bleibt nicht aus, dass einem beim Titel dieser Episode sofort die alte Folge “Benjamin Blümchen als Müllmann” einfällt. Wenn man vom Schlag her ein bisschen so ist wie ich, dann denkt man sich aber: immerhin endlich wieder eine Berufefolge. Das hat  bekanntlich über zahlreiche Geschichten hinweg gut funktioniert, das kann unmöglich gänzlich in die Binsen gehen. Noch nicht mal, wenn ein Beruf neu aufgewärmt wird.
Kurz und knapp: geht es auch nicht. Die Folge funktioniert gut. Es gibt anfangs sogar einige ordentlich eingebaute Verweise auf die alte Folge, was für ein wenig Charme von früher sorgt. Davon abgesehen ist die Geschichte aber ganz eigenständig. Nachdem sie eingangs für einige Einblicke in den Job des Müllmanns und die Funktionsweise eines Müllautos gegeben hat, beginnen Benjamin, Otto gemeinsam mit Karla ihre Tour. Das haut natürlich erstmal alles nicht so recht hin. Benjamin hat lange Zeit nicht mehr hinter einem Lenkrad gesessen. Seine ersten Fahrversuche gehen entsprechend nicht ganz ohne kleinere Schäden am blitzneuen Müllauto vonstatten. Das sorgt für ein Schmunzeln hier und da.
Das wirklich Abenteuer beginnt erst danach. Herr Pichler hat etwas im Müll entsorgt, was der Bürgermeister dringend zurückhaben möchte. Damit beginnt das Chaos, was letztlich darin gipfelt, dass das Müllauto gestohlen wird. Beulen und Kratzer, okay, aber wie sollen Benjamin und seine Freunde einen Diebstahl erklären? Das Müllauto muss wieder her, egal wie. Die Jagd auf das Auto ist leidlich spannend, weil man als Hörer weiß, was vorgefallen ist. Und auch, weil man sich fragt, wieso die Freunde einzeln hinter dem Auto herlaufen, statt dass Benjamin sie auf den Rücken nimmt, wodurch die defintiv schneller gewesen wären. Dafür kommt tatsächlich etwas Spannung auf als das kostbare Eigentum des Bürgermeisters darin nicht zu finden ist.
Auch das ist ein ganz dicker Pluspunkt an dieser Folge: außer der Müllabfuhrchefin Frau Saubermann sind ausschließlich Figuren mit von der Partie, die die Serie seit je her bevölkern.

Somit gibt es hinsichtlich der Sprecher auch kaum etwas zu bemängeln. Dass Ulrike Stürzbecher es mit der schrillen Stimme und den ewigen Verniedlichungen oft übertreibt, muss man wohl einfach so hinnehmen. Immerhin gelingt ihr aber ein liebenswert-listiger Ton gegenüber dem Bürgermeister erstklassig. Da habe ich doch mal grinsen müssen. Heike Schroetters sympathische Stimme und der energische Ton passt prima zu der Chefin der Müllabfuhr.

Eine Reihe Geräusche veranschaulicht hier vor allem die Funktionen des Müllautos. Musik findet man abgesehen vom Titellied nicht, doch das ist in der Reihe nichts Neues und geht somit in Ordnung.

Das Cover ist ebenfalls gelungen. Schön, Benjamin nochmal in seiner Müllmannkluft zu sehen. Das weckt Erinnerungen. Das neue Müllauto ist natürlich ebenfalls zu sehen. Außerdem darf man sich fragen, wieso der Bürgermeister eine Bananenschale am Zylinder hat. Das deutet das Dilemma der Geschichte an.

Fazit: Es ist immer noch so, dass Berufefolgen funktionieren. Sogar wenn dieser Beruf schon mal in einer Folge Thema war. Das weckt Erinnerungen. Die Story selber geht jedoch neue Wege, doch auch die können sich vor diesem Hintergrund hören lassen. Mir hat die Episode gefallen, von der Sorte darf es gerne mehr geben.

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