Gruselkabinett (145) – Das unheimliche Puppenhaus

Titel: Gruselkabinett (145) – Das unheimliche Puppenhaus / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 54 min  / Sprecher: Bodo Primus, Dagmar von Kurmin, Sigrid Burkholder ua

London 1895: Als Mr. Dillet, ein bekannter Sammler, im Antiquitäten-Laden des Ehepaars Chittenden ein uraltes Puppenhaus entdeckt, ist er sich sicher, dass er es haben muss. Er ahnt nicht, dass es nun mit dem Nachtschlaf für ihn und seine Frau erst einmal aus und vorbei sein wird und die Chittendens im Grunde froh sind, das unheimliche Puppenhaus endlich losgeworden zu sein.


Wie lange habe ich keine Folge aus dieser Serie mehr gehört. Neulich hatte ich plötzlich Lust darauf und habe einfach mitten reingegriffen. Wie sich herausgestellt hat, war das Puppenhaus eine gute Wahl um wieder in die Reihe einzusteigen.
Warum? Weil man zwar vom Titel her und nach den ersten fünf Minuten weiß, wie die Story weiterlaufen wird, weil genau das aber auch unglaublich kurzweilig erzählt wird. Weil der Verlauf absolut geradlinig ist und man jederzeit problemlos mitkommt. Weil der Vorfall in der Nacht zwar etwas langatmig erzählt wird, die Bilder, die er einem vor Augen zaubert, aber eben doch interessant und leicht schaurig sind. Weil einem die Geschichte, die sich im Puppenhaus ereignet, Rätsel aufgibt. Weil man sich die gleichen Fragen stellt, wie Mr. und Mrs. Dillet und deshalb nur zu gut nachvollziehen kann, dass sie der Sache auf den Grund gehen wollen.
Entsprechend gespannt bin ich ihren Nachforschungen gefolgt. Ja, auch in diesem Teil gibt es wieder eine langgezogene Passage, doch es bleibt interessant. Vor allem, weil ja noch einige weitere Fragen offen bleiben. Die Antworten darauf hätten mich ebenfalls brennend interessiert und ich hatte sogar ein paar eigene Ideen im Kopf, wie sie ausfallen könnten.
Mit denen muss ich mich nun wohl zufriedengeben, denn im Hörspiel werden sie nicht beantwortet. Das war für mich einerseits der Schwachpunkt an der Folge. Die interessanteste und spannendste Frage, deren Beantwortung einen Batzen Grusel hätte einbringen können, die wird nicht beantwortet. Andererseits macht es aber Spass, sich selbst Antworten zu überlegen. So bleibt das Hörspiel noch etwas länger im Kopf. Das gelingt nicht jedem Hörspiel. So gesehen ist das Ende vielleicht sogar gut so wie es ist. Ich schätze, das muss jeder für sich entscheiden.

Ein Pluspunkt ist auch der sehr überschaubare Sprechercast. Gerade mal sieben Sprecher sind hier am Werke. Matthias Lühn und Sigrid Burkholder ergänzen sich als Ehepaar Dillet sehr gut. Beide schlagen oft einen sympathischen und -für das Jahr 1895- ausgesprochen lockeren Ton an.  Bei den Beobachtungen im Puppenhaus fungieren sie gewissermaßen als Erzähler und dabei gelingt es ihnen schnell, einen Funken Grusel aufkommen zu lassen. Besonders gefreut habe ich mich aber über das Widerhören mit Bodo Primus, der hier mit viel Engagement einen sehr geschäftstüchtigen Antiquitätenhändler gibt. Ich mag seine angenehme Stimme einfach so gerne.

Musik und Geräusche sind vom Feinsten wie immer bei dieser Reihe. Oft ist es mir ja zu viel Musik bei den Gruselkabinetten, doch hier war das nicht der Fall. Die Stücke halten sich sehr im Hintergrund und sorgen von dort für Atmosphäre.

Das Covermotiv gefällt mir ebenfalls. Natürlich ist das Puppenhaus zu sehen, sowie das Ehepaar Dillet, das sichtlich erschrocken auf die Szene in der Tür zum Haus blickt. Schaut man genauer hin, erkennt man die beiden Särge, die herausgetragen werden. Das stimmt neugierig.

Fazit:  Eine herrliche kurzweilige Folge, die zwar ihre Längen hat, aber doch durchgängig interessant bleibt. Am Ende bleiben wichtige Fragen jedoch offen. Ich fand das einerseits nicht so toll, andererseits bietet es Futter für die eigene Phantasie. Das muss jeder selber entscheiden, ob einem das Ende gefällt oder nicht.

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