Fünf Freunde – Endlich erwachsen (02) – …werden Helikoptereltern

Titel: Fünf Freunde – Endlich erwachsen (01) – …essen glutenfrei / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Fabian Harloff, Marek Harloff, Astrid Kollex, Wolfgang Kaven, Heidi Schaffrath ua

“Sie heißen gar nicht mehr Kinderwagen. Man nennt sie jetzt wohl Buggys oder Sportwagen, Kombi-irgendwas. Laut Aussage des Verkäufers handelt es sich dabei um Reise-Systeme.“
Ein Kind großzuziehen dürfte für die Fünf Freunde doch ein Kinderspiel sein. Als sie die Verantwortung für die kleine Tochter von Cousin Rupert übernehmen , zerrt Lily mit ihrem unaufhörlichen Geschrei jedoch gewaltig an ihren Nerven. Der allseits beliebte Dr. Google hilft ihnen nicht weiter. Es gibt auf ihre Fragen grundsätzlich zwei Antworten, die beide völlig richtig zu sein scheinen: “ Keine Sorge!“ und “ Bringt es sofort in die Notaufnahme!“ Werden es Julian, George, Dick, Anne und Timmy mit vereinten Kräften schaffen, ihre Aufgabe zu meistern?


Vor dieser Folge hatte ich richtiggehend Angst. Alleine der Klappentext verhieß für mich nichts Gutes. Ein ständig schreiendes Baby? Bei über eine Stunde Spielzeit? Bitte nicht! Genau so ist es dann aber leider. Nur wenige Szenen, in denen Lilly nicht schreit oder zumindest heult. Selten haben mir die Freunde so leid getan. Daneben habe ich mich aber auch gefragt, was das nun mit dem Thema “Helikoptereltern” zu tun hat? Denn eigentlich geht es in dieser Geschichte immer nur darum, Lily zu beruhigen. Um die Probleme und Fragen, die auftauchen, wenn man plötzlich den Alltag mit einem Baby meistern muss. Und gegen Ende hin, wie schnell man dazu neigt, die Kleinen bereits in dem Alter mit einer Luxusaustattung zB in Gestalt eines Buggys zu verwöhnen.
Für mich sind Helikoptereltern etwas anderes und eher bei etwas älteren Kindern anzutreffen. Irgendwie hätte ein Kind beispielsweise im Kindergartenalter in dieser Folge mehr Sinn ergeben. Der Umgang mit einem Kind diesen Alters wäre dem Titel gerechter geworden. Gleichzeitig denke ich, dass es auch glaubhafter gewesen wäre, wie die Freunde an ihren Nachwuchs kommen. Ob das mit einem so jungen Baby alles so möglich ist wie beschrieben? Wäre es nicht eher möglich, dass einem ein etwas älteres Kind für eine gewisse Zeit anvertraut würde? Ich kenne mich da nicht aus, meinem Gefühl nach aber schon. Man möge mich korrigieren.
Insgesamt frage ich mich also auch bei dieser zweiten Folge wieder, was uns die Geschichte eigentlich sagen will. Ein echtes Abenteuer ist es für mich wieder nicht, geschweige denn, dass an irgendeiner Stelle Spannung aufgekommen wäre. Ich habe mich nur die ganze Zeit gefragt, wie wohl das Ende aussehen würde. Die Freunde und Lilly ständig zusammen konnte ich mir nicht vorstellen. Besonders im Hinblick auf weitere Episoden nicht. Und auch von Humor habe ich einmal mehr keine Spur entdecken können. Stattdessen zerrte das Geschrei mächtig an meinen Nerven.

Die Hauptsprecher liefern wieder einen einwandfreien Job ab und erinnern in ihrem Ton durchaus mal an ihre jüngeren Versionen. Die unterschiedlichen Charaktere kommen so gut zur Geltung. Auch Astrid Kollex weiß als Wendy zu überzeugen und wechselt mit Leichtigkeit zwischen amtlichem und privatem Ton.

Wie gehabt fehlt dem Titellied die Ohrwurmqualität, die der Song der Jugendserie an sich hat. Daneben gibt es zurückhaltende Stücke zu hören. Auch sie bleiben nicht wirklich hängen und für Atmosphäre sorgen sie genauso wenig.
Die Geräusche sind in Ordnung, das fehlt es an nichts.

Auf dem Cover scharen sich die Freunde -bis auf eine Ausnahme- um den kleinen Familienzuwachs. Und der schreit gemäß der Story aus vollem Hals. Zumindest einigen der Freunde kann man am Gesicht ablesen, wie anstrengend die Situation ist bzw wie gestresst sie sind. Damit hat das Cover wenigstens das Thema der Geschichte getroffen.

Fazit:  Die zweite Folge fand ich ebenso schwach wie den Vorgänger. Zuzüglich eines unglaublichen Nervfaktors. Das Thema “Helikoptereltern” wird meinem Empfinden nach hier gänzlich verfehlt. Und wieder frage ich mich, was die Geschichte eigentlich aussagen möchte. Von Spannung kann nicht die Rede sein und Komik konnte ich beim besten Willen nicht erkennen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2019 Frontier Theme